Nach Krankenhausschließungen Demonstration in Magdeburg für bessere Gesundheitsversorgung

In Magdeburg haben am Samstag mehrere Initiativen für eine bessere medizinische Grundversorgung demonstriert. Anlass ist eine Ausstellung des Vereins "Pro Krankenhaus Havelberg", der seit mehr als eineinhalb Jahren gegen den Pflegenotstand kämpft. Unterstützung haben die Protestierenden von der Linkspartei bekommen.

In Magdeburg haben am Samstag mehrere Initiativen und Einzelpersonen gegen den Pflegenotstand demonstriert – laut Schätzungen waren es etwa 50 Teilnehmende. Der Spardruck und die Schließung von Krankenhäusern haben gravierende Folgen für die Gesundheitsversorgung, vor allem im ländlichen Raum, kritisiert die "Gruppe Klassenfragen", die die Kundgebung mitorganisiert hat.

Mehrere Zeitungsausschnitte an einer Schnur um eine Brücke gebunden. Eine Frau, die die Bilder betrachtet.
An der Hubbrücke in Magdeburg wird die Geschichte des Protests in Havelberg erzählt. Bildrechte: MDR/Annette Schneider-Solis

"Damit bricht die gesamte Notfallversorgung in Regionen wie Havelberg, aber auch Genthin, zusammen und kann nicht mehr gewährleistet werden", sagt Mathias Grabow von der "Gruppe Klassenfragen" am Samstag. Dies könne mitunter tödliche Folgen haben, nicht nur in Zeiten der Pandemie.

Anlass der Kundgebung ist die Eröffnung einer Ausstellung des Vereins "Pro Krankenhaus Havelberg". Sie dokumentiert den Protest der Menschen in Havelberg, die seit mehr als eineinhalb Jahren jede Woche für eine bessere Gesundheitsversorgung auf die Straße gehen.

Havelbergs langer Kampf für die medizinische Grundversorgung

Zwei Männer und zwei Frauen mit einem gelben Ortsschild mit Aufschrift: "Genthin Krankenhaus" durchgestrichen, letzte Ausfahr 24h-Notfalldienst
Krankenschwester Sandra Braun (rechts) kämpft seit mehr als eineinhalb Jahren für die medizinische Versorgung in Havelberg. Bildrechte: MDR/Annette Schneider-Solis

Im September 2020, mitten in der Pandemie, wurde das Krankenhaus dort geschlossen. Möglicherweise im Januar soll ein neues medizinisches Zentrum im früheren Krankenhaus seine Arbeit aufnehmen. Die aktuellen Pläne sehen zunächst Sprechstunden von Montag bis Sonnabend vor. In einer zweiten Stufe soll es auch einige stationäre Betten geben, wodurch auch Fachärzte angezogen werden sollen.

Sandra Braun reicht das nicht. "Unser Ziel ist eine 24-Stunden-Versorgung an sieben Tagen", sagt die Krankenschwester am Samstag. Sie hat 38 Jahre lang im Krankenhaus in Havelberg gearbeitet. Seit der Schließung kämpft sie für den Erhalt der medizinischen Versorgung in der Hansestadt. Denn aktuell bleiben viele Kranke entweder zu Hause oder sie haben lange Wege nach Stendal, Perleberg oder Wittenberge.

Linke unterstützt Protest

Physiotherapeut Ralf Neumann vom "Bündnis gegen Pflegenotstand" in Mansfeld-Südharz berichtet von der aktuellen Arbeitsbelastung: "Wir stehen personell teilweise auf dem Schlauch. Manchmal, zur Grippezeit zum Beispiel, mussten schon Stationen zusammengelegt werden, weil nicht genug Personal da war."

Ein Mann mit einem lilafarbenen Transparent
Physiotherapeut Ralf Neumann demonstriert gegen den Pflegenotstand. Bildrechte: MDR/Annette Schneider-Solis

Forderungen werden immer lauter, Krankenhäuser wieder in die öffentliche Hand zu überführen und das Fallpauschalensystem abzuschaffen. Die Linkspartei unterstützt den Protest am Samstag. Der Landtagsabgeordnete Wulf Gallert wehrt sich dagegen, dass Krankenhäuser Profite abwerfen sollen. "Das Grundproblem ist, dass mit der Gesundheit Geld verdient werden soll und sie nicht auf die Basisversorgung, auf die Erwartungen und Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet ist", sagt er am Samstag.

MDR/Annette Schneider-Solis, Fabienne von der Eltz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 23. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

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