Weltweite Zulieferer Ökonom skeptisch: Intel-Effekte könnten sich auf Region Magdeburg beschränken

Bisher gab es wenige skeptische Stimmen zur Intel-Ansiedlung in Magdeburg. Der Vize-Chef des Ifo-Instituts in Dresden und Wirtschaftsforscher Joachim Ragnitz spricht zwar von einem "Glücksfall", bremst aber zu hohe Erwartungen an die Region. Intel habe Zulieferer auf der ganzen Welt, die Produktion werde hauptsächlich automatisch ablaufen.

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Der Chiphersteller Intel baut in Magdeburg zwei Halbleiterwerke. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Wirtschaftsforscher Joachim Ragnitz bremst die hohen Erwartungen an die Intel-Ansiedlung in Magdeburg etwas. Es handele sich um einen "Glücksfall für die Stadt und das Land", sagte der Vize-Chef der Ifo-Niederlassung in Dresden in der "Mitteldeutschen Zeitung". Die Effekte dürften eher gering sein.

3.000 Beschäftigte sind nichts, was quantitativ ins Gewicht fällt. Und ob die angekündigten 'Zehntausende Arbeitsplätze bei Zulieferern' tatsächlich kommen werden, steht ja in den Sternen.

Joachim Ragnitz Wirtschaftsforscher Ifo-Institut Dresden
Prof. Dr. Joachim Ragnitz
Prof. Dr. Joachim Ragnitz vom Ifo-Institut Dresden Bildrechte: ifo Institut Niederlassung Dresden

Vor zwei Wochen hatte der US-Chiphersteller angekündigt, in Magdeburg zwei Halbleiterwerke zu bauen. Dort sollen Prozessoren und Grafikchips hergestellt werden. Das Unternehmen will zunächst rund 17 Milliarden Euro investieren. 2027 soll die Produktion starten. Tausende Arbeitsplätze sollen entstehen. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte: "Das wird über Jahrzehnte hinweg die wirtschaftliche Entwicklung, das Image und die Branchenstruktur unseres Bundeslandes prägen."

Intel mit weltweiten Zulieferern

Ragnitz erklärte, er sei skeptisch, ob es eine so enge Verflechtung mit der Region geben werde wie bislang angenommen. "Intel hat ja ein globales Zulieferernetzwerk. Und da Transportkosten hier kaum ins Gewicht fallen, gibt es auch keinen zwingenden Grund, dass sich Zulieferer dann wirklich in der Nähe niederlassen."

Außerdem werde die Chipfabrik hochautomatisiert arbeiten. Die Arbeitskräfte würden im Zweifel eher Steuerungs- und Kontrollaufgaben übernehmen, so Ragnitz.

Positiver Effekt könnte sich auf Region um Magdeburg begrenzen

Ragnitz hält einen positiven Impuls auf Dienstleistungsunternehmen in der Region für möglich und auch mögliche Zuzüge hätten einen positiven Effekt: "Aber das konzentriert sich dann auf die Gegend um Magdeburg und wird kaum ganz Sachsen-Anhalt so grundlegend verändern." Der Ökonom wies zudem darauf hin, dass durch die Intel-Ansiedlung das Lohn-Niveau in der Region steigen und andere Firmen überfordern könnte.

dpa, MDR (Fabian Frenzel)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 28. März 2022 | 14:00 Uhr

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