Blick auf die Amtszeit des Oberbürgermeisters Womit Trümper Schlagzeilen machte

Elisa Sowieja-Stoffregen
Bildrechte: MDR/Fabian Frenzel

Im Streit um das Flüchtlingsthema trat er aus der SPD aus, anderthalb Jahre vor Amtsende kündigte er plötzlich seinen vorzeitigen Rücktritt an: Lutz Trümper hat mit seiner Art oft Schlagzeilen gemacht. MDR SACHSEN-ANHALT blickt auf einige Beispiele zurück.

Magdeburgs parteiloser Oberbürgermeister Lutz Trümper steht am 08.01.2016 nach seiner Jahresauftakt-Pressekonferenz vor dem Rathaus in Magdeburg (Sachsen-Anhalt).
Lutz Trümper ist in seiner Zeit als Oberbürgermeister durch einige Aktionen aufgefallen. Bildrechte: dpa

Lutz Trümper gehört zum Typ Geradeheraus. Zurückhaltung aus parteitaktischen Gründen? Ist nicht seins. Verklausulierte Formulierungen, um anderen nicht so sehr auf die Füße zu treten? Braucht er nicht. So machte Trümper in seiner Zeit als Magdeburger Oberbürgermeister mit seiner direkten und konsequenten Art oft Schlagzeilen, teils sogar bundesweit. Hier ein paar Beispiele:

Der Rücktritt mit Rücktritt:

Trümper
Auf Leuchtreklame-Tafeln baten Trümper-Anhänger den OB, weiterzumachen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Es war eine stinknormale Stadtratssitzung im Dezember 2020, da platzte es plötzlich aus Trümper heraus: Er macht nicht mehr mit. Im Sommer werde er zurücktreten, kündigte er an. Was war passiert? Seine eigene Fraktion hatte kurz zuvor gegen ihn gestimmt. Es ging um das kostenlose Schülerticket: sinnvoll, aber auch teuer. Zu teuer für eine Stadt in der Konsolidierung, hatte Trümper befunden – und war prompt vom Rat überstimmt worden. Es war nicht das erste Mal, dass er mit einer Entscheidung nicht mehr durchkam. Vier Monate später trat Trümper aber vom Rücktritt wieder zurück. Das lag wohl auch an den Leuchtreklame-Tafeln in der Stadt mit dem flehenden Appell: "Lutz, bitte bleib!" Und an der 5000 Mitglieder starken Facebook-Gruppe "Lutz Trümper soll bleiben". Seine Rolle rückwärts verkündete er passenderweise auf Facebook.

Reiner Haseloff, Lutz Trümper 42 min
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Der Parteiaustritt:

Mit dieser Aktion schaffte er es auch in überregionale Medien. Als im Jahr 2015 viele Flüchtlinge nach Deutschland kamen, verkündete Trümper, dass er sein SPD-Parteibuch persönlich in der Parteizentrale abgegeben habe. Vorausgegangen waren Streitigkeiten mit der damaligen Landeschefin Katrin Budde. Der OB hatte sich für eine Begrenzung der Flüchtlingszahlen ausgesprochen, die Parteispitze sah das anders. Nach seinem Austritt erklärte Trümper, er wolle sich in der Flüchtlingskrise "nicht den Mund verbieten lassen." Das musste raus, auch wenn die SPD mit Budde mitten im Landtagswahlkampf steckte – oder gerade deshalb. Denn er sagte damals, er wolle mit seinem Schritt Schaden von der SPD abhalten. Seine Parteiabstinenz hatte 2017 ein Ende.

Das Ringen um die Regenbogenfahne:

Eine Regenbogenfahne vor blauem Himmel
Die Regenbogenfahne wird vor dem Magdeburger Rathaus erst seit 2011 gehisst. Bildrechte: Colourbox.de

Lutz Trümper und die Magdeburger Lesben- und Schwulenbewegung, das war über all die Jahre eine schwierige Beziehung. Erst 2011 wurde zum Christopher Street Day (CSD) erstmals die Regenbogenfahne vor dem Magdeburger Rathaus gehisst. Gegen die Schirmherrschaft sträubte sich Trümper auch in den kommenden Jahren regelmäßig. Vor allem die Nachwuchs-SPDler, die Jusos, waren davon alles andere als entzückt. Doch irgendwann ging Trümper langsam auf die CSD-Veranstalter zu. Seit 2016 hält er eine Eröffnungsrede. Und, ein kleines Happy End: Im vergangenen Jahr, zum 20. Geburtstag des Magdeburger CSD, sprach er als Schirmherr.

Die Rettungs-Nachricht für den FCM:

Es war nicht alles krawallig, mit dem Trümper auffiel. FCM-Fans dürften sich beim Gedanken an ihn gern an das Jahr 2001 erinnern. Damals gab es eine Spendenaktion, die für den deutschen Fußball einmalig war. Der 1. FC Magdeburg hatte nicht genug Geld für den Aufstieg in die Regionalliga. Deshalb rief der Vorstand – mit Präsident Lutz Trümper an der Spitze – zum spontanen Spenden auf. Mit Erfolg: Binnen zwei Tagen kamen mehr als eine Million Mark zusammen. Banken bürgten daraufhin für den Rest. Trümper durfte den Coup damals verkünden, und das zu einem passenden Zeitpunkt: Er hatte gerade die Wahl zum Oberbürgermeister gewonnen. Ein Jahr später musste der FCM dann aber doch Insolvenz anmelden.

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MDR (Elisa Sowieja-Stoffregen)

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