Tierseuche Schweinepest breitet sich in Sachsen weiter aus

In Sachsen ist die Afrikanische Schweinepest weiter auf dem Vormarsch. Die für Menschen ungefährliche Tierseuche breitet sich nach Süden und Westen aus. Bislang sind von der Krankheit in Sachsen nur Wildtiere betroffen. In Brandenburg ist am Wochenende der erste Fall in einem Haustierbestand nachgewiesen worden.

Schweinepest
Bis Ende Juni dieses Jahres wurden in Sachsen 1.448 Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest verzeichnet. Bildrechte: Heute im Osten, MDR

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in Sachsen weiter aus. Nach Angaben der sächsischen Landesuntersuchungsanstalt war zunächst nur der Nordosten des Landkreises Görlitz betroffen. Inzwischen gebe es auch Fälle in den Landkreisen Bautzen und Meißen. Damit sei die bisherige Sperrlinie, der Verlauf der Autobahn 13, überschritten. Die Restriktionszonen dehnten sich in Richtung Süden und Westen aus. "Auch im Norden Richtung Brandenburg kommen ständig neue Fälle dazu", sagt der Präsident der Landesuntersuchungsanstalt (LUA), Jens Albrecht. Die Schweinepest ist für Menschen ungefährlich, verläuft für die infizierten Tiere aber meist tödlich.

Afrikanische Schweinepest in Sachsen bislang nur bei Wildtieren nachgewiesen

Der erste ASP-Fall in Deutschland war im September 2020 bei einem Wildschwein in Brandenburg registriert worden. Bis Ende Juni dieses Jahres wurden alleine in Sachsen 1.448 Ausbrüche verzeichnet, gut 80 Prozent davon im Landkreis Görlitz. "Bei den Hausschweinen haben wir bisher glücklicherweise keine Fälle", sagte Albrecht.

Anders in Brandenburg: In einem Haustierbestand im Kreis Uckermark ist die Afrikanische Schweinepest erstmals nachgewiesen worden. Betroffen ist laut Verbraucherschutzministerium in Potsdam ein Schweinemastbetrieb mit etwa 1.300 Tieren. Das nationale Referenzlabor, das Friedrich-Loeffler Institut (FLI), habe den Verdacht auf ASP am Sonnabend bestätigt.

Sichprobenartige Kontrolle bei Hausschweinen

Zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest gibt es sogenannte Restriktionszonen, in denen Wildschweine verstärkt gejagt werden sollen. Proben von erlegten Tiere aus diesen Gebieten müssen zur Untersuchung an die Landesuntersuchungsanstalt geschickt werden. Gleiches gilt für verendete Wildschweine im gesamten Freistaat.

Zur Sicherheit für Hausschweinbestände müssten dort rausgehende Tiere in diesen Zonen sicherheitshalber stichprobenartig "frei"-getestet werden, obwohl die Wahrscheinlichkeit von ASP nahe Null sei, hieß es von der LUA. "Sonst hätte man es im Bestand längst gemerkt."

Eine Wildschweinrotte mit Frischlingen im Wald
Wildschweine werden in sogenannte Restriktionszonen verstärkt gejagt. Bildrechte: Colourbox.de

In Deutschland gebe es nur ganz wenige Schlachthöfe, die Schweine aus Sperrzonen schlachten und in den Verkehr bringen dürften. "Im Moment gehen fast alle sächsischen Schlachtschweine nach Schleswig-Holstein", sagte Albrecht. Dies geschehe erst nach der Freigabe durch die LUA.

MDR(ms)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 02. Juli 2022 | 12:00 Uhr

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