03.07.2019 | 06:08 Uhr Neues Berggeschrey im Erzgebirge - aber bisher verhaltener Abbau

Der weltweit gestiegene Bedarf an Rohstoffen hat auch einen neuen Ansturm auf Lagerstätten im Erzgebirge ausgelöst. Seit 2006 wurden beim Sächsischen Oberbergamt in Freiberg 60 Vorhaben auf Erkundung, Errichtung und Betrieb neuer Bergwerke im Bereich Erz und Spat genehmigt. Das sagte Oberberghauptmann Bernhard Cramer der Deutschen Presse-Agentur. Mit Stand vom 26. Juni gab es in Sachsen noch 16 genehmigte Erkundungen, drei weit fortgeschrittene Projekte sowie ein aktives Bergwerk. "Das ist der neue Bergbau-Hype, der sich global auf spezifische Erzlagerstätten ergeben hat", sagte Cramer. Für ihn ist dies das vierte Berggeschrey seit den ersten Silberfunden im 12. Jahrhundert.

Berggeschrey Als Berggeschrey wird im Erzgebirge - ähnlich dem Goldrausch in Amerika - der Ansturm auf Bodenschätze bezeichnet.

Das neue Berggeschrey unterscheide sich jedoch sehr deutlich von den drei vorherigen, weil es erst ein Bergwerk gebe, sagte Cramer. Das erste und derzeit einzige Untertagebergwerk in Sachsen seit 1992 ist die Grube Niederschlag nahe Oberwiesenthal. Dort wird Fluss- und Schwerspat abgebaut. Weitere aktive Bergwerke könnten im Schwarzenberger Ortsteil Pöhla für Zinn und Wolfram, in Zinnwald für Lithium und in Schleife - weit ab vom Erzgebirge - im Landkreis Görlitz für Kupfer entstehen.

Quelle: MDR/lam/dpa

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