Bürgerzentrum Marienberger DRK zeigt Ausstellung zur Geschichte der Krankenpflege

In Marienberg gibt es etwas zu feiern: Das örtliche Deutsche Rote Kreuz blickt auf eine bewegte, 120-jährige Geschichte zurück. Im Bürgerzentrum können Besucher in diese Geschichte in einer Ausstellung eintauchen und sogar einen alten Schutzbunker besichtigen.

Ausstellung DRK Marienberg
Das DRK in Marienberg feiert 120-jähriges Bestehen. Einblicke in die Geschichte bietet eine Ausstellung im Bürgerzentrum. Bildrechte: MDR/Michael Langner

Mario Richter hat in mehr als 30 Jahren Arbeit eine beeindruckende Sammlung zusammengetragen. Der Vorsitzende des DRK Kreisverbandes Mittleres Erzgebirge fand Zeitdokumente, die bis ins 19. Jahrhundert zurückgehen. Auf mehreren Ebenen sind diese nun im Marienberger DRK Bürgerzentrum ausgestellt.

Mario Richters Lieblingsstück ist ein Sanitätsrucksack aus dem Jahre 1864. "Der erste Sanitätsrucksack, den die Sanitäter im Felde hinten drauf hatten auf dem Rücken. Also noch ein Tornister", so Richter.

Krankentransport mit dem Rad

Die Ausstellung präsentiere eine der größten privaten Sammlungen Sachsens, erzählt Richter stolz. Die Besucher können sich hier zum Beispiel ein Bild machen, wie Verwundete um 1900 transportiert wurden, als an moderne Krankenwagen noch nicht zu denken war: Zwei Fahrräder, die mit mehreren Stangen miteinander verschweißt waren, haben in ihrer Mitte eine Krankenliege.

Hinabsteigen in einen ehemaligen Schutzbunker

Im Keller des Bürgerzentrums wird es dann etwas beklemmend. Dort kann ein ehemaliger Schutzbunker besichtigt werden, ein Zeugnis von Bunkeranlagen während des 2. Weltkriegs und in der DDR. Dieser Teil der Ausstellung soll laut Richter auch als Mahnung verstanden werden, wie viel Leid Kriege über die Menschen bringen. Denn in der Geschichte des DRK hatten die Helfer viel mit Kriegsfolgen zu tun.

Ausstellung DRK Marienberg
Im Bürgerzentrum Marienberg können die Besucher auch in den ehemaligen Schutzbunker hinabsteigen. Bildrechte: MDR/Michael Langner

"Und das konnte ich dann im Bunker letztendlich darstellen, wie die Kriegsvorbereitungen früher waren - leider auch heute noch sind - und was natürlich die Auswirkungen sind", sagt Richter. Ihn freue sehr, dass das Jugend Rot Kreuz die Aktion "Rote Hände" wieder ins Leben gerufen habe. "Also die rote Hand, um zu zeigen: 'Gegen Krieg' und 'Gegen Kindersoldaten'", sagt er.

Was mich sehr gefreut hat, dass das Jugend Rot Kreuz die Aktion 'Rote Hände' wieder ins Leben gerufen hat. Also die rote Hand, um zu zeigen: 'Gegen Krieg' und 'Gegen Kindersoldaten'.

Mario Richter Vorsitzender des DRK Kreisverbandes Mittleres Erzgebirge

Ausstellung DRK Marienberg
Mario Richter zeigt stolz seine Sammlung zur Geschichte des DRK in Marienberg. Bildrechte: MDR/Michael Langner

Straße nach Schweizer Gründer des DRK benannt

Zum 120-jährigen Rot-Kreuz-Jubiläum ist auch die Straße am Marienberger Bürgerzentrum umbenannt worden. Ein Stück Weg, der bisher der Katharienstraße zugeordnet war, trägt jetzt den Namen Henry-Dunant-Weg und wurde so nach dem Schweizer Gründungsvater des Roten Kreuzes benannt.

Ausstellung DRK Marienberg
Die Aktion "Rote Hände" soll in der Ausstellung ein Zeichen gegen Krieg und gegen Kindersoldaten setzen. Bildrechte: MDR/Michael Langner

"Wir haben das gerne gemacht, weil wir die Arbeit damit auch ein Stückchen in den Vordergrund rücken wollen", sagt André Heinrich, Oberbürgermeister von Marienberg. Der Weg verbinde den Altstadtbereich mit einem Stück Neustadtbereich. "Was mir persönlich sehr gut gefällt, ist, dass es schon Ideen vom Roten Kreuz gibt, wie sie den Weg ein Stückchen gestalten wollen", so Heinrich.

MDR (ali)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalreport aus dem Studio Chemnitz | 30. September 2022 | 16:30 Uhr

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