Corona-Pandemie Klinikum Chemnitz muss Tumor-Operationen verschieben

Die Situation in Sachsens Kliniken ist aufgrund der Corona-Pandemie dramatisch. Auf vielen Stationen sind alle verfügbaren Betten belegt. Um alle Patienten versorgen zu können, werden vielerorts alle planbaren Operationen und Behandlungen verschoben. So auch am Klinikum Chemnitz. Doch diese Verschiebung trifft nicht nur unproblematische Fälle.

Blick auf den Haupteingang des Klinikums Chemnitz.
Aufgrund der vielen Corona-Patienten muss das Klinikum Chemnitz viele geplante Behandlungen und Operationen verschieben. Bildrechte: dpa

Das Klinikum Chemnitz muss aufgrund der hohen Zahl von Corona-Patienten zurzeit planbare Behandlungen und Operationen absagen. Darunter seien auch problematischere Fälle, sagte der Ärztliche Direktor des Klinikums, Ralf Steinmeier. Er denke dabei insbesondere an Tumorpatienten, die eigentlich zeitnah operiert werden müssten, denen es aber noch so gut geht, dass sie aktuell keinen Notfall darstellen.

Patienten sollen sich in anderen Regionen behandeln lassen

Niemand wolle, dass Operationen verschoben würden, aber es gebe momentan keine freien Kapazitäten. Die Verschiebung könne zu einer Verschlechterung des Zustands und der weiteren Prognose führen. "Daher raten wir aktuell reisefähigen Patienten, sich um eine Behandlung in weniger von Corona betroffenen Regionen zu kümmern, etwa in Norddeutschland", so Steinmeier. Das Klinikum versuche in diesen Fällen, die Patienten in andere Regionen zu vermitteln. Notfälle werden im Klinikum Chemnitz weiterhin behandelt.

Den momentan leicht sinkenden Corona-Infektionszahlen traut Steinmeier nicht. Er traue den Prognosen mehr als der momentanen Beruhigung.

Es gibt Berechnungen von der Uni Dresden, die eine desaströse Zunahme der Zahlen für die nächsten Wochen prognostizieren. Ich hoffe, das trifft nicht ein.

Ralf Steinmeier Ärztlicher Direktor des Klinikums Chemnitz

Lockdown auch für Geimpfte

Die momentane Beruhigung könne auch ein statistischer Effekt sein, wie er auch zuvor schon beobachtet werden konnte, so Steinmeier. Daher wünsche er sich von der am Donnerstagmittag stattfindenden Ministerpräsidentenkonferenz einen schnellen Lockdown in ganz Deutschland, auch für Geimpfte. "Wir müssen dringend die weitere Ausbreitung stoppen und die Bevölkerung in dem aktuell kollabierenden Gesundheitssystem besser schützen", sagt Steinmeier.

Quelle: MDR(al)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 02. Dezember 2021 | 12:30 Uhr

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