Wahlkampfauftakt in Stollberg SPD-Chef Walter-Borjans: AfD bringt Sachsen in Verruf

Die sächsische AfD ist am Donnerstag in Stollberg offiziell in den Bundestagswahlkampf gestartet. Beim Gegenprotest mit rund 80 Teilnehmenden schoss der Chef der Bundes-SPD Borjans gegen die Partei und warf ihr Spaltung vor. Die AfD unterstrich unterdessen vor 250 Zuschauerinnen und Zuschauern ihren Führungsanspruch.

Norbert Walter-Borjans, Bundesvorsitzender der SPD, besucht eine Kundgebung gegen Rechts in Stollberg.
Norbert Walter-Borjans, Bundesvorsitzender der SPD, bei der Kundgebung gegen Rechts in Stollberg. An dem Protest gegen die AfD-Wahlkampfveranstaltung, der von den Initiativen "Aufstehen gegen Rassismus Erzgebirge" und "Aufstehen gegen Rassismus Chemnitz" organisiert wurde, nahmen rund 80 Menschen teil. Bildrechte: dpa

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hat der AfD vorgeworfen, Sachsen in ein schlechtes Licht zu rücken. "Als jemand, der aus dem Westen kommt, finde ich es furchtbar, wenn wenige, die mit Provokationen arbeiten, eine ganze Gesellschaft, ein ganzes Land in Verruf bringen", sagte er bei einer Protestveranstaltung gegen den Auftakt des Bundestagswahlkampfes der sächsischen AfD in Stollberg im Erzgebirge.

Borjans: Es gibt keinen sozialen Nationalismus

Die AfD nehme immer wieder ein anderes Thema in den Fokus, "erst den Euro, dann Menschen, die einwandern in unsere Gesellschaft, dann Corona, am Ende ist es die 'Klimalüge'", sagte Walter-Borjans. Als Beispiel für die Spaltungsstrategie der AfD nannte Walter-Borjans das Thema Steuern. "Wenn man sich mal anschaut, was die im Bereich Steuern machen wollen. Die Politik für die kleinen Leute ist das überhaupt nicht", sagte er. Es gebe keinen sozialen Nationalismus. Zukunftschancen gebe es nur mit Offenheit für das Neue.

AfD mit Gauland, Urban und Chrupalla vor Ort

Tino Chrupalla (l), Bundesvorsitzender der AfD, sitzt auf dem Wahlkampfauftakt der AfD Sachsen in Stollberg neben Alexander Gauland,
Zum Wahlkampfauftakt in Sachsen waren Bundesvorsitzender Tino Chrupalla und Fraktionsvorsitzender Alexander Gauland ins Erzgebirge gekommen. Bildrechte: dpa

Für den Auftakt in den Bundestagswahlkampf waren AfD-Bundesfraktionschef Alexander Gauland, der Bundesvorsitzende Tino Chrupalla und der sächsische Partei- und Fraktionschef Jörg Urban in den "Bürgergarten" in Stollberg gekommen. Dabei bekräftigten sie ihren Führungsanspruch im Freistaat. "Wir wollen nicht nur Nummer 1 werden, wir wollen Nummer 1 bleiben. Sachsen ist unser Stammland. Hier in Sachsen sind wir Volkspartei", sagte der Bundesvorsitzende und Spitzenkandidat Tino Chrupalla vor 250 Zuhörerinnen und Zuhörern. Der sächsische Fraktions- und Parteivorsitzende Jörg Urban sagte, er hoffe erstmalig auf ein Ergebnis über 30 Prozent für die AfD in Sachsen.

Inhaltlich wandte sich Urban gegen die Energiewende der Bundesregierung und für ein Ende der Subventionen von Elektromobilität. Deutschland solle wieder mehr Geld in innere Sicherheit investieren, die Antifa müsse zur "Terrororganisation" erklärt werden.

Bei der Bundestagswahl 2017 hatte die AfD drei Direktmandate in Sachsen geholt. Beim landesweiten Ergebnis lag sie mit 27 Prozent damals knapp vor der CDU (26,9 Prozent).

Quelle: MDR/dpa/st

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