Friedensfahrt Zweite Auflage des European Peace-Ride in Wroclaw gestartet

Im vergangenen Jahr gab es die Premiere. In diesem Jahr startet die zweite Auflage des European Peace Ride. Diesmal führt die Strecke der Friedensfahrt nicht nur durch Deutschland und Tschechien sondern auch über polnische Straßen. Ziel des Rennens ist Chemnitz, die Europäische Kulturhauptstadt 2025.

Marcus Burghardt (M), ehemaliger Rennradfahrer aus Deutschland, startet zur ersten Etappe des Radrennens European Peace Ride 2022 in Breslau, Südwestpolen.
Bereits 7 Uhr ging es für die Fahrerinnen und Fahrer des European Peace Ride 2022 auf die Strecke. Bildrechte: dpa

Auch wenn es für die etwa 120 Fahrerinnen und Fahrer schon am Freitag früh losging: Richtig ernst wird es erst ab Sonnabend. Denn nach dem Bustransfer von Chemnitz nach Polen, ist der European Peace Ride 2022 (EPR) in Wroclaw gestartet, der Hauptstadt Niederschlesiens. Vor den Fahrern liegen auf der ersten Etappe mehr als 230 Kilometer Strecke und insgesamt mehr als 2.000 Höhenmeter. Und das verspricht ziemlich anstrengend zu werden.

Tim Kleinwächter auf Renntandem am Start

Das Streckenprofil sei anstrengend aber durchaus zu schaffen, sagt Tim Kleinwächter. Der 33 Jahre alte Franke nimmt in diesem Jahr zum ersten Mal teil - und das trotz seiner Sehbehinderung. Seit einem Fahrradunfall vor 16 Jahren hat Kleinwächter nur noch ein Sehvermögen von zwei Prozent. Mit dem Radsport habe er erst nach seinem Unfall angefangen, erzählt er im Gespräch mit MDR SACHSEN.

Tim Kleinwächter: Ein Mann mit Rennradkleidung, Fahrradhelm und Brille.
Mit einem Tandempartner will Tim Kleinwächter die rund 430 Kilometer von Wroclaw nach Chemnitz meistern. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

"In der Reha auf dem Ergometer bin ich so richtig auf den Geschmack gekommen. Und da begann eigentlich mein zweites Leben", sagt Kleinwächter. Er habe enorme Fortschritte gemacht und 2013 seinen ersten Marathon bestritten. Schon zwei Jahre vorher habe er das Renntandem für sich entdeckt. Auf dem schaffte es der 33-Jährige bis in die Paracycling-Nationalmannschaft. Auf den EPR habe ihn ein Bekannter aufmerksam gemacht, erzählt Kleinwächter. Er sei sofort "Feuer und Flamme" gewesen, die Strecke im Renntandem anzugehen.

Strecke durch Polen ist Ansporn für ehemaligen Radprofi Burghardt

Marcus Burghardt aus Zschopau saß schon als kleiner Junge auf dem Rennrad. Elf Mal startete der 39-Jährige bei der Tour de France. Nachdem der Sachse im vergangenen Jahr bei der Polen-Rundfahrt schwer gestürzt war, machte er nach langem Ringen mit sich selbst in diesem Jahr Schluss mit seiner Profi-Karriere. Aber einfach das Fahrrad in die Ecke stellen geht dann doch nicht.

Marcus Burghardt: Ein Mann in Radjacke und mit Fahrradhelm auf dem Kopf. Im Hintergrund sind mehrere Rennradfahrer zu sehen.
Der ehemalige Radprofi Marcus Burghardt freut sich auf das Rennen nach Chemnitz. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

In diesem Jahr geht er beim EPR an den Start. Dass die Strecke durch Polen führt, sei für ihn kein Problem sondern eher Ansporn. Auch wenn der EPR nicht mit dem härtesten Straßenrennen der Welt gleichzusetzen sei, der Respekt vor der Strecke bleibt: "Die über 200 Kilometer muss man ja erstmal fahren. Aber ich bin ja noch im Training und die etwa 2.000 Höhenmeter schaffe ich – bei der Tour der France sind es bis zu 5.000 Höhenmeter bei einer Etappe."

Neuling aus Chemnitz hat ehrgeizige Ziele

Eine Strecke von über 200 Kilometern Länge - und das mit dem Rad. Sowas war für Markus Putbrese aus Chemnitz bis vor ein paar Monaten völlig undenkbar. Aber ein Video der ersten Ausgabe des European Peace Ride habe aus dem 30-Jährigen einen anderen Mensch gemacht.

Markus Putbrese: Ein junger Mann mit Bart und Baseballkappe. Er trägt eine Jacke mit der Aufschrift "Chemnitz European Capital of Culture 25".
Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Bei so etwas wollte ich auch unbedingt dabei sein. Irgendwie hat mich das umgehauen

Markus Putbrese Rennrad-Neuling aus Chemnitz

"Bei so etwas wollte ich auch unbedingt dabei sein. Irgendwie hat mich das umgehauen", erinnert er sich. Deshalb habe er sich ein Rennrad gekauft und verbiss sich ins Training. Bei der diesjährigen zweiten EPR-Ausgabe geht der Chemnitzer an den Start - 15 Kilo leichter als vor einem Jahr und über 9.000 Trainingskilometer in den Beinen. Dass er die Strecke nicht schafft, davor hat er keinen Bammel. "Wenn man das will, kriegt man das hin. Und ich will."

European Peace Ride Der European Peace Ride (EPR) ist ein Projekt zur Kulturhauptstadt Europas 2025. Mit ihm soll die Sportkultur gefeiert werden. Das Rennen endet am Sonntag nach etwa 430 Kilometern Gesamtstrecke in Chemnitz. Es erinnert zugleich an die frühere Internationale Friedensfahrt - das Radrennen wurde 1948 ins Leben gerufen, um zur europäischen Verständigung beizutragen. 2006 war es das letzte Mal ausgetragen worden.

Vor einem Jahr waren bei der ersten Auflage des EPR etwa 80 Hobby-Radsportler von Chemnitz nach Prag und zurück gefahren.
Quelle: dpa

MDR

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 03. September 2022 | 07:00 Uhr

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