Spezialeinsatz Polizei stellt vermeintlich bewaffnete Männer in Waldheim

In der Nacht zum Sonntag musste die Polizei in Waldheim im Landkreis Mittelsachsen zu einem Großeinsatz ausrücken. Der Grund: Die Beamten hatten Hinweise erhalten, dass Schüsse in der Bahnhofstraße gefallen sind. Vor Ort fanden sie zwei Tatverdächtige sowie Gegenstände und Flaggen, die in rechten Kreisen verwendet werden.

Zu einem Großeinsatz der Polizei kam es in der Nacht zum 16. Januar 2022 in der Bahnhofstraße in Waldheim.
In der Waldheimer Bahnhofstraße waren vergangene Nacht Polizei und Spezialkräfte im Einsatz. Bildrechte: Lausitznews.de

In Waldheim ist es in der Nacht zum Sonntag zu einem Großeinsatz der Polizei gekommen. Wie die Polizeidirektion Chemnitz mitteilte, hatte ein Mann aus dem Fenster eines Wohnhauses in der Bahnhofstraße einen waffenähnlichen Gegenstand in Richtung eines parkenden Autos gerichtet, aus dem Musik drang. Dann sei dreimal ein Knall ertönt. Vor Ort fanden die Einsatzkräfte drei Hülsen einer Schreckschusspistole.

Keine Waffe, aber Drogen gefunden

Die die Polizei eine mögliche scharfe Waffe in der Wohnung vermutete, wurde ein Spezialkommando verständigt, das sich Zugang verschaffte. Dies geschah nach Angaben von Augenzeugen mit einer großen Ramme. In der Wohnung des Mannes konnten die Beamten keinen pistolenähnlichen Gegenstand auffinden, jedoch eine Vielzahl an Gegenständen und Flaggen, die im rechten Spektrum zu verorten sind. Auch Betäubigungsmittel seien sichergestellt worden, so die Polizei.

Zwei Tatverdächtige aus rechten Kreisen

Zudem konnten die Beamten einen Tatverdächtigen vor dem Wohnhaus ergreifen. Einen waffenähnlichen Gegenstand führte der 32-Jährige nicht mit sich. Ein mit ihm durchgeführter Alkoholtest ergab einen Wert von 1,22 Promille. Zudem reagierte ein Drogenschnelltest positiv auf Cannabis und Amphetamine.

Auch ein zweiter Bewohner machte sich verdächtig. Während des Polizeieinsatzes habe der 25-Jährige eine Reichskriegsflagge aus dem Fenster seiner Wohnung gehisst. Er gab gegenüber den Polizeibeamten an, eine Schreckschusswaffe zu besitzen, wisse aber nicht, wo sich diese befinden würde. Eine Wohnungsdurchsuchung bei ihm führte laut Polizei ebenfalls nicht zum Auffinden der besagten Waffe.

Polizei ermittelt, wer geschossen hat

Die Bahnhofstraße blieb aufgrund des Einsatzes für mehrere Stunden voll gesperrt. Die Polizei ermittelt wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz, Bedrohung und wegen des unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln. Wer sich für die Schussabgabe verantworten muss, wird ebenfalls Gegenstand der andauernden Ermittlungen sein.

Quelle: MDR(sm)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 17. Januar 2022 | 06:30 Uhr

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