Reaktionen Diskussion um Kretschmers Besuch der Corona-Proteste in Frankenberg

Bei einem Besuch in Frankenberg wurde Ministerpräsident Michael Kretschmer von Gegnern der Corona-Maßnahmen ausgebuht. Seine Zugehen auf die Demonstranten und der Versuch eines Gespräches hat unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Neben Lob von der CDU hagelte es auch Kritik.

Michael Kretschmer steht Demonstranten gegenüber
Bei einem Besuch in Frankenberg wurde Ministerpräsident Kretschmer von Demonstranten empfangen. Bildrechte: dpa

Das Gesprächsangebot an Corona-Demonstranten durch Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Dienstag in Frankenberg hat unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Während Kretschmer aus CDU-Kreisen für seinen Mut gelobt wurde, gab es auch Kritik.

Auf Corona-Leugner und Rechtsextreme zuzugehen, sei das falsche Signal, kommentierten Politiker von Linke und Grünen auf dem Nachrichtendienst Twitter. Kretschmer sollte lieber mit denen reden, die sich für Demokratie einsetzen oder in Impfzentren und Kliniken arbeiten, hieß es. Auch Rasha Nasr, SPD-Bundestagsabgeordnete aus Dresden, sprach sich dafür aus, dass Kretschmer "mit jenen, die sich tagtäglich für ihre Mitmenschen einsetzen" ins Gespräch kommen solle.

Für Rico Gebhardt, Fraktionsvorsitzenden der Linken im sächsischen Landtag, ist klar, dass die Demonstranten gar nicht reden wollen. "Wer sich hinter einem Transparent der 'Freien Sachsen' versammelt, mit denen muss man auch nicht das Gespräch suchen", schrieb Gebhardt auf Twitter.

Kritik von Fridays for Future

Fridays for Future Leipzig kritisierte Kretschmer auf Twitter dafür, dass er mit den Demonstranten in Frankenberg gesprochen habe, aber nicht mit den Teilnehmern der Antirassismus-Demonstration "Unteilbar" im Jahr 2019. Er sei nicht dabei gewesen, weil "auch Kräfte wie die Antifa mit von der Partie" gewesen seien, sagte Kretschmer damals.

Buh-Rufe und Beleidigungen

Der Ministerpräsident war in Frankenberg von 200 Demonstranten mit Buh-Rufen und Beleidigungen empfangen worden. Zum Protest aufgerufen hatte im Vorfeld die rechtsextreme Kleinpartei "Freie Sachsen", die auch als Anmelder der Versammlung auftrat.

Tag der Sachsen Anlass für Besuch Kretschmers

Anlass des Besuchs Kretschmers in Frankenberg war der Tag der Sachsen, der in diesem Jahr vom 9. bis 11. September in Frankenberg stattfinden soll. Bürgermeister Thomas Firmenich hatte den Regierungschef zu einer Gesprächsrunde mit dem Stadtrat eingeladen, um über die Veranstaltung zu sprechen. Die Ausrichtung des Tages der Sachsen steht auf einer Sondersitzung des Stadtrates am Mittwochabend zur Abstimmung, weil die Haushaltslage der Stadt die Umsetzung des Volksfest eigentlich nicht zulässt.

Quelle: MDR(al/mv)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 19. Januar 2022 | 09:30 Uhr

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