Ordensvergabe Bundespräsident zeichnet sächsische Bürger mit Bundesverdienstorden aus

Seit Dienstag hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier seine Amtsgeschäfte aus Freiberg geführt. Während seiner mehrtägigen "Ortszeit" nahm Steinmeier zahlreiche Termine mit Bürgerinnen und Bürgern der Stadt wahr. Zum Abschluss der Reise standen am Donnerstag ein Schulbesuch und Auszeichnungen auf dem Programm.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verleiht in der Nikolaikirche das Verdienstkreuz am Bande an Julia Cissewski.
Zum Abschluss seiner Reise nach Freiberg zeichnete Bundespräsident Steinmeier neun Menschen mit dem Bundesverdienskreuz aus. Bildrechte: dpa

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Donnerstag im sächsischen Freiberg neun Bürgerinnen und Bürger aus dem Freistaat mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet. Mit der Auszeichnung wurden unter anderem bürgerschaftliches Engagement für musikalische Bildung gewürdigt, die Hilfe für Frauen, die Gewalt ausgesetzt sind, sowie der Einsatz für den Regenwald und die Unterstützung für Flüchtlinge.

Ohne aktive Bürger ist die Demokratie machtlos.

Frank-Walter Steinmeier Bundespräsident

Steinmeier bezeichnete bürgerschaftliches Engagement als Rückgrat jeder Demokratie. Ohne aktive Bürger sei die Demokratie machtlos, so der Bundespräsident. "Die Demokratie, das sind auch wir alle", betonte er. Wie gut oder wie schlecht sie ist, hänge eben auch davon ab, wie sich Bürgerinnen und Bürger für sie engagieren.

Schulbesuch bei Kindern aus der Ukraine

Am Donnerstagvormittag war Steinmeier in einer Freiberger Schule zu Gast. In der Schule werden Mädchen und Jungen, die vor dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine geflohen sind, in zwei Klassen von ukrainischen Lehrkräften unterrichtet. Zwei Lehrerinnen hatten Steinmeier die Sorgen und Nöte der Kinder geschildert. Manche hätten Raketeneinschläge erlebt und seien traumatisiert, berichtete Lehrerin Olena Bäcker, die seit 15 Jahren in Deutschland lebt. "Jeder hat seine eigene Geschichte", sagte Bäcker. Die ukrainischen Schüler würden jeden Tag einen Schmerz in sich tragen, auch wenn sie ganz normal wie andere Kinder aussähen. Oft müssten sie getröstet werden.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht in der Grundschule Carl Böhme mit Kirstin Borrmann, Schulleiterin.
Am Vormittag sprach Steinmeier mit Lehrerinnen und Lehrern über die Betreuung ukrainischer Kinder in einer Freiberger Schule. Bildrechte: dpa

Manchmal - ehrlich gesagt - möchte ich mitweinen, aber ich muss stark bleiben.

Olena Bäcker Lehrerin

Der Bundespräsident lobte das Engagement von Lehrerinnen und Lehrern bei der Betreuung der Kinder aus der Ukraine. Das sei ganz zentral für die Kinder, die sich "momentan ein bisschen heimatlos fühlen".

Bundespräsident seit Dienstag in Freiberg

Die Vergabe der Bundesverdienstkreuze und der Schulbesuch waren der Abschluss von Steinmeiers dreitägiger "Ortszeit Deutschland" in Freiberg. Der Bundespräsident hatte seine Amtsgeschäfte seit Dienstag aus Freiberg geführt.

Frank-Walter Steinmeier 25 min
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MDR (ben)/dpa/epd

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 08. Dezember 2022 | 15:00 Uhr

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