Abschiedsrituale Trauerrednerverband Plauen verlangt Gedenkfeiern für Religionslose

Wenn ein lieber Angehöriger, eine Freundin oder ein Kollege stirbt, trauern die Hinterbliebenen. Am Totensonntag gedenken Protestanten ihrer Toten mit vielen Ritualen auf Friedhöfen und in Gottesdiensten. Katholiken erinnern sich Anfang November zu Allerheiligen und Allerseelen der Vergänglichkeit. Aber bei welchen Erinnerungsfeiern können sich Religionslose anschließen?

Ein Trauerengel auf einem Grab, auf dem das Wort unvergessen steht
Wie trauern Menschen öffentlich? Die Kirchen und der Staat haben viele Rituale gefunden. Wo bleibt der Raum für Menschen, die sich als konfessionslos betrachten? Bildrechte: dpa

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Trauerfeier dringt darauf, am jährlichen Totensonntag auch für Menschen ohne Religion und Konfessionszugehörigkeit Feiern anzubieten. Der Totensonntag sei inzwischen ein allgemeiner Tag der Erinnerung an Verstorbene und kein rein kirchlicher Gedenktag mehr, meint der Berufsverband in Plauen. Sein Argument: Weniger als ein Viertel der deutschen Bevölkerung gehöre noch einer evangelischen Kirche an. Mit den Mitgliedern der katholischen Kirche seien es rund 50 Prozent.

Kritik: Stimme Konfessionsloser fehlt in öffentlicher Trauer

Der Berufsverband professioneller Trauerrednerinnen und Trauerredner verweist auf Angehörige, die ein Bedürfnis nach weltlichen Gedenkfeiern beschrieben. Allerdings hätte dieser Wunsch bislang Gedenkveranstaltungen wenig verändert. Noch immer würden die meisten Feiern von kirchlichen Vertreterinnen und Vertretern auf den Friedhöfen abgehalten, hieß es. Niemand solle sich aber in und mit seiner Trauer ausgeschlossen fühlen. Auch Hinterbliebene von konfessions- und religionslosen Menschen wünschten sich, dass Verstorbene in der öffentlichen Trauer eine Stimme bekämen.

Was bedeutet der Totensonntag? - In diesem Jahr fällt der Totensonntag auf den 21. November. Er wird jedes Jahr am letzten Sonntag vor dem 1. Advent begangen und ist der letzte Sonntag des Kirchenjahres.
- Die Ursprünge dieses Gedenktages gehen auf die Reformationszeit zurück.
- Viele Menschen gehen an diesem Tag auf Friedhöfe und erinnern sich an ihre Verstorbenen.
- Die Bezeichnung "Totensonntag" gilt aus kirchlicher Sicht als umgangssprachlich. Die evangelische Kirche nennt den Tag oft "Ewigkeitssonntag". Sie betont damit am Trauertag den Gedanken der Auferstehung und des ewigen Lebens.

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)

Der vorletzte Sonntag vor dem 1. Advent ist der Volkstrauertag. An diesem staatlichen Gedenktag erinnert Deutschland an die Toten durch Krieg und Gewaltherrschaft. In diesem Jahr ist das am 14. November.

Eine Frau sitzt auf einem Friedhof auf einer Bank
Niemand solle mit seiner Trauer allein gelassen werden, findet der Berufsverband professioneller Trauerrednerinnen und Trauerredner. Gedenkveranstaltungen auf Friedhöfen sollten auch Menschen ohne Religionszugehörigkeit einschließen. Bildrechte: dpa

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Martin Becker 4 min
Bildrechte: imago images/Manfred Segerer

Quelle: MDR/kk/epd

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