Corona-Schutz-Verordnung "Im Prinzip ja, aber..." - Weihnachtsmärkte in Sachsen dürfen stattfinden

Nach der geltenden sächsischen Corona-Schutz-Verordnung sind Weihnachtsmärkte erlaubt, die Städte bereiten sich vor. Einziger Knackpunkt: Die Verordnung endet schon am 17. November. Was dann im Dezember gilt, ist ungewiss.

Festlich beleuchtet ist der Weihnachtsmarkt um das Rathaus in Chemnitz am 30.11.2019.
Die geltende Sächsische Corona-Schutz-Verordnung soll Weihnachtsmärkte in diesem Jahr wieder möglich machen. Bildrechte: imago images/Uwe Meinhold

Weihnachtsmärkte und Bergparaden sind nach der aktuellen Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung erlaubt, wenn auch mit bestimmten Einschränkungen. Die seit Donnerstag geltende Regelung sieht bei Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern Ausnahmen vor, wenn sie "landestypisch" sind. Dazu heißt es:

Die Vorschrift zielt insbesondere auf die für Sachsen typischen Weihnachtsmärkte und Bergparaden. Landestypische Veranstaltungen sind ausschließlich spezifische in der sächsischen Tradition begründete oder dem Brauchtum zuzuordnende und über Generationen verwurzelte Veranstaltungen. Dazu gehören neben Weihnachtsmärkten und Bergparaden zum Beispiel auch das Pfefferkuchenfest.

Sächsische Corona-Schutz-Verordnung vom 19. Oktober 2021

Demnach können die Gesundheitsämter bei Weihnachtsmärkten bis zum Erreichen der sogenannten Vorwarnstufe Ausnahmen von Kontakterfassung, 3G-Regelung und Maskenpflicht zulassen. Auch wenn die Vorwarn- oder Überlastungsstufe überschritten ist, dürfen die Märkte weiterhin geöffnet bleiben. Dann müssen sie allerdings in sogenannte Flanier- und Verweilbereiche aufgeteilt werden. Flaniert werden darf dann weiterhin ohne Kontakterfassung, 3G-Regelung und Maskenpflicht. In den einzurichtenden Verweilbereichen sind diese drei Einschränkungen nur dann notwendig, wenn sich mehr als 1.000 Personen gleichzeitig in dem Bereich aufhalten.

Vorwarnstufe und Überlastungsstufe Die Vorwarnstufe gilt, wenn 650 Betten auf der Normalstation oder 180 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind.

Die Überlastungsstufe ist erreicht, wenn 1.300 Betten auf der Normalstation oder wenn 420 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind. Wie bei den Inzidenzwerten gilt auch bei der Bettenbelegung die 5+2-Regel.

In der aktuellen Corona-Schutzverordnung wird auch die "7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen" als Kenngröße genannt. Sie ist aber nicht ausschlaggebend für das Eintreten der Vorwarn- und Überlastungsstufe. Die "7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen" beschreibt die Anzahl der ans Robert-Koch-Institut übermittelten Neuaufnahmen von Covid-19-Patienten in Krankenhäuser pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Quelle: Sächsische Corona-Schutz-Verordnung vom 19. Oktober 2021

Städte bereiten Weihnachtsmärkte vor

In vielen Städten Sachsens laufen die Vorbereitungen für die Weihnachtsmarktsaison bereits. Der Oberbürgermeister von Annaberg-Buchholz, Rolf Schmidt, freut sich auf den Weihnachtsmarkt: "Wir hatten bereits in den vergangenen Wochen regelmäßig Veranstaltungen. Da merkt man, wie die Leute darauf gewartet haben", sagte er MDR SACHSEN. Es gebe daher niemanden in seinem Team, dem die Vorbereitungen zu viel Stress bereiten würden. "Es ist einfach wieder Zeit, dass ein normales Leben einkehrt und die Verantwortung wieder auf die Menschen übergeht." Man habe die Händler bisher vertrösten müssen, um die neue Verordnung abzuwarten. "Aber wir liegen jetzt ganz normal im Plan."



In Seiffen wartet man dagegen noch ab. Bürgermeister Martin Wittig will einer Besprechung mit mehreren Ämtern des Landratsamtes nicht vorgreifen, die für Freitag anberaumt ist. Allerdings geht Wittig davon aus, dass jede Kommune eine spezielle Regelung für ihren Markt entwickeln werde, weil die Bedingungen von Stadt zu Stadt sehr verschieden seien.

Beim Adventsfest in Bad Elster sieht Stephan Seitz von der Chursächsischen Veranstaltungs GmbH keine Probleme mit der neuen Verordnung: "Das Adventsfest findet auf jeden Fall statt. In diesem Jahr kommt sogar die neue Lichterwelt im Kurpark dazu." Damit habe man bereits jetzt einen attraktiven und weiträumigen Flanierbereich. "Der eigentliche Markt auf dem Badplatz gehört ja zu den eher kleinen Weihnachtsattraktionen mit nicht so vielen Besuchern wie in anderen Städten." Trotzdem sei man mit Stadt und Kurbetrieb im Austausch. Als traditioneller Gesundheitsstandort sei man in Bad Elster natürlich der Einhaltung der geltenden Regeln besonders verpflichtet.

In buntem Licht erstrahlen Wege und Gebäude im Park am Badeplatz in Bad Elster.
Bad Elster setzt auch bei seinem Adventsfest auf die Flaniermeile im Kurpark. Bildrechte: dpa



Der Weihnachtsmarkt in Schwarzenberg, sei schon immer eine große Flaniermeile, sagte Hauptamtsleiterin Sylvia Mack MDR SACHSEN. "Der Weihnachtsmarkt zieht sich bei uns durch die Gassen der Altstadt. Das ist bei den aktuellen Richtlinien günstig für uns." Man werde den Abstand der Weihnachtsbuden erweitern und auch das Bühnenprogramm strecken, um größere Menschenansammlungen zu vermeiden. "Außerdem denke ich nicht, dass in diesem Jahr so viele Besucher nach Schwarzenberg kommen wie in den Jahren vor der Pandemie", sagte Mack.

In Mittweida sind die Planungen schon weitgehend abgeschlossen. Stadtsprecherin Francis Pohl sagte MDR SACHSEN, dass der Weihnachtsmarkt wie gewohnt auf der Marktinsel aufgebaut werde. "Wir werden allerdings den Abstand zwischen den Marktbuden vergrößern", sagte sie. "Auch ein Kulturprogramm wird es geben." Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeige, dass sich in Mittweida noch nie gleichzeitig 1.000 Personen auf dem 'Weihnachtsmarkt aufgehalten hätten und daher weitere Einschränkungen zur Zeit nicht vorgesehen seien.

Bergknappen wollen Bergparaden durchführen

Auch die insgesamt zwölf Bergparaden sollen wie gewohnt in den Erzgebirgsstädten stattfinden. Ray Lätzsch, der Vorsitzende des Sächsischen Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine, ist optimistisch. "Wir planen ganz normale Bergparaden mit Abschluss-Zeremoniell." Ob das dann durchführbar sei, würden die Rahmenbedingungen an dem jeweiligen Tag zeigen. "Nicht die Teilnehmer der Bergparaden sind das Problem." Es seien die vielen Menschen, die nach einem Jahr Pause in den Bergstädten zusammenkommen würden, sagte er MDR SACHSEN. "Ich bin der Meinung, wir sollten wieder beginnen, zur Normalität zurückzukehren. Wir müssen mit dem Corona-Virus leben. Und Bergparaden und Weihnachtsmärkte gehören nun mal zum Erzgebirge."

Traditionelle Bergparade zum Weihnachtsmarkt in der sächsischen Stadt Stollberg
Die Bergparaden sollen in diesem Jahr wieder wie gewohnt in Sachsen stattfinden. Bildrechte: imago/Müller-Stauffenberg

Quelle: MDR/tfr/nk

404 Not Found

Not Found

The requested URL /api/v1/talk/includes/html/034728ec-06bf-4425-bcf7-7116c06d9e85 was not found on this server.

Mehr aus der Region Chemnitz

Mehr aus Sachsen