Corona-Pandemie Sachsen baut weitere Impfstellen auf

Die Situation im Corona-Hotspot Sachsen bleibt dramatisch. Wegen der Überlastung von Krankenhäusern und Kliniken wurden bereits Patienten in andere Bundesländer verlegt. Das Impftempo in Sachsen soll deshalb forciert werden. Das DRK baut über 40 weitere Impfstellen auf, wo Erst- und Zweit- sowie Boosterimpfungen angeboten werden.

Impfwillige warten in einer langen Schlange an der TU Dresden auf einen Impftermin.
Lange Warteschlangen beim Impfen wie hier an der TU Dresden gibt es derzeit vielerorts in Sachsen. Bildrechte: dpa

Sachsen erhöht in dieser Woche noch einmal das Impftempo. Das Deutsche Rote Kreuz bereite landesweit über 40 Impfstellen vor, wie DRK-Sprecher Kai Kranich MDR SACHSEN sagte. Teilweise seien sie schon in Betrieb, wie etwa im Paunsdorfcenter in Leipzig, in Eich im Vogtland oder im Autohaus Lueg in Zwickau. Darüber hinaus sind mobile Impfteams an täglich wechselnden Orten im Einsatz. Diese hätten zuletzt bis zu 7.000 Impfungen täglich geschafft, so Kranich.

Kai Kranich, der Pressesprecher des DRK, steht mit Maske vor einer Sporthalle.
Bildrechte: MDR

Wir werden unterschiedliche Lösungen haben, in manchen Landkreisen drei Teams, in anderen mehr, dann aber nicht jeden Tag offen.

Kai Kranich Sprecher des DRK Sachsen

Impfzentren in Dresden und Chemnitz öffnen am 1. Dezember

Bereits am Mittwoch öffnet das Dresdner Impfzentrum in der Messe wieder, in dem die mobilen Teams zunächst 700 Menschen täglich impfen wollen. Wie das DRK Dresden am Dienstag auf Twitter mitteilte, sollte sich Impflinge auf lange Wartezeiten einrichten. Es werde anfangs mit Wartekärtchen gearbeitet. Geimpft werde zunächst ab 10 Uhr ohne Termin. Darüber könnten bis zu 500 Menschen an der mobilen Impfstelle der TU Dresden geimpft werden. Dort gibt es schon derzeit fast täglich Impfaktionen.

Insgesamt sollen in Sachsen künftig 50 mobile Impfteams zum Einsatz kommen, bisher waren es 30. Wenn die Impfstellen wieder in Betrieb sind, könne es auch zu Terminveränderungen bei mobilen Impfaktionen kommen, so Kranich. Impflinge sollten sich deshalb vorher immer noch einmal über den aktuellen Stand auf der Seite des DRK informieren.

Auch in Chemnitz sollen ab Mittwoch täglich bis zu 250 Corona-Impfungen über eine neue feste Impfstelle verabreicht werden können. Dafür sei ein ehemaliger Supermarkt ausgebaut worden, teilte die Stadt mit. Zunächst übernehme ein mobiles Impfteam des DRK die Arbeit. In naher Zukunft soll ein zweites Team dazustoßen und damit die Kapazität auf bis zu 500 Impfungen pro Tag erhöhen. "60 Impfwillige können dort am Standort drinnen auf ihre Impfung warten und sind so vor Wind und Wetter geschützt," sagte der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD). Geöffnet ist die Impfstelle von Montag bis Samstag zwischen 9 und 17 Uhr. Am Eröffnungstag soll es erst ab 11 Uhr losgehen.

Online-Portal für Impftermine in den Startlöchern

Zur Terminbuchung soll das Onlineportal aus dem Frühjahr wieder eingerichtet werden. Kranich zufolge wird dies am 1. Dezember aber noch nicht in Betrieb sein. Das DRK sei aber froh, eine neue Firma gefunden zu haben, die das System zum Laufen bringen soll. Erste Termine sollen laut DRK ab nächster Woche buchbar sein.

Sachsen ist Schlusslicht bei den Immunisierungen in Deutschland und hat den höchsten Wert bei der Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche aller Bundesländer. Laut der Statistik des Robert Koch-Instituts waren am vergangenen Freitag erst 58 Prozent der Bevölkerung ab zwölf Jahren vollständig geimpft und 7,5 Prozent haben bisher eine Auffrischungsimpfung erhalten. Die niedrige Impfquote gilt als eine der Hauptursachen für die hohen Inzidenzwerte.

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 29. November 2021 | 12:00 Uhr

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