Sächsische Impfkommission Stiko soll Impfempfehlung für Schwangere aussprechen

Die Sächsische Impfkommission (Siko) hat bereits eine Impfempfehlung für Schwangere gegeben. Die Ständige Impfkommission (Stiko) solle nun nachziehen, sagt Dr. Thomas Grünewald, Vorsitzender der Siko. Er erklärt, warum.

Symbolbild - Impfung einer Schwangeren
Eine Impfung könne Schwangere schützen vor "lebensbedrohlichen Erkrankungen, die sowohl die Schwangere schädigen können als auch das ungeborene Kind". Bildrechte: imago images/Panthermedia

Nach der Impfung für Zwölf- bis 17-Jährige soll die Ständige Impfkommission (Stiko) nun auch die Covid-19-Impfung für Schwangere empfehlen. Das befürwortet Dr. Thomas Grünewald, Leiter der Klinik für Infektions- und Tropenmedizin am Klinikum Chemnitz. "In den USA wurden mittlerweile mehrere tausend Impfungen im ersten Drittel der Schwangerschaft durchgeführt und ausgewertet – ohne irgendein erhöhtes Risiko für Frühgeburtlichkeit, Fehlbildungen oder Aborte festzustellen", sagt Dr. Grünewald, der Vorsitzender der Sächsischen Impfkommission ist. "Das ist eine sehr, sehr sichere Impfung in der Schwangerschaft." Deshalb müsse nun deutschlandweit eine Empfehlung durch die Stiko ausgesprochen werden.

Dr. med Thomas Grünewald Vorsitzender Sächsische Impfkommission
Dr. Thomas Grünewald ist Vorsitzender der Siko und Leiter der Klinik für Infektiologie und Tropenmedizin in Chemnitz. Bildrechte: MDR

 "Wir wissen, dass Schwangere zunehmend erkranken"

Dr. Thomas Grünewald verweist auf andere Kommissionen weltweit, die sich bereits positiv positioniert haben und fordert nachzuziehen: "Wir haben sehr viele Sicherheitsdaten. Die haben wir seit Monaten."

Er warnt vor den höheren Risiken, denen ungeimpfte werdende Mütter ausgesetzt seien: "Wir wissen, dass Schwangere zunehmend erkranken, zunehmend auf Intensivstationen kommen, also lebensbedrohliche Erkrankungen haben, die sowohl die Schwangere schädigen können als auch das ungeborene Kind."

Siko hatte Impfempfehlung für Zwölf- bis 17-Jährige früher ausgesprochen

Am Montag (16. August) hat die Stiko eine Impfempfehlung für Zwölf- bis 17-Jährige ausgesprochen, wie sie die sächsischen Kollegen bereits zuvor gefordert hatten.

Die Stiko ist ein unabhängiges Expertengremium, dessen Tätigkeit von der Geschäftsstelle im Fachgebiet Impfprävention des Robert Koch-Instituts koordiniert wird. Sie entwickelt Impfempfehlungen für Deutschland und berücksichtigt dabei nicht nur deren Nutzen für das geimpfte Individuum, sondern auch für die gesamte Bevölkerung.

Quelle: MDR Hauptsache gesund

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Radio | 16. August 2021 | 11:30 Uhr

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