Veranstaltungen 2G-Modell wird in Sachsen kaum genutzt

Seit rund zwei Wochen haben Veranstalter in Sachsen die Möglichkeit, das 2G-Optionsmodell zu nutzen. 2G heißt: Betreiber oder Organisatoren können frei wählen, ob sie nur noch Geimpfte und Genesene reinlassen. Ein Test reicht dann nicht mehr aus. Damit ist es möglich, Beschränkungen wie Abstandsregeln und Maskenpflicht zu lockern. Doch wird diese Möglichkeit überhaupt genutzt? MDR SACHSEN hat nachgefragt.

2G - Regel, geimpft, getestet und genesen, Schild mit der Aufschrift Zutritt nur nach 2G Regel
Bei Anwendung der 2G-Regel dürfen nur noch Geimpfte und Genesene an der entsprechenden Veranstaltung teilnehmen. Bildrechte: IMAGO / Bihlmayerfotografie

Die Möglichkeit der 2G-Option hat in den letzten Wochen in den betroffenen Branchen für Diskussionen gesorgt. Wo die Regel angewendet wird, fallen Beschränkungen weg – zum Beispiel die Maskenpflicht oder das Abstandsgebot.

In den sächsischen Landkreisen zeigt sich aktuell, dass nur wenige Veranstalter die Option nutzen wollen. Der Landkreis Zwickau, der Landkreis Mittelsachsen und der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge melden bislang je fünf Anmeldungen, der Erzgebirgskreis (Stand 6.Oktober) dagegen null. Die meisten Anmeldungen können die drei Großstädte Chemnitz (21), Dresden (23) und Leipzig (49) verzeichnen. Dabei handelt es sich bei den meisten Anmeldungen um Veranstaltungen oder Clubs. Die Gastronomie nutzt das Angebot zu einem noch kleineren Teil.

Kulturbündnis in Chemnitz befragt Gäste

Das Chemnitzer Kulturbündnis "Hand in Hand" hat vor einer offiziellen Entscheidung eine Umfrage unter seinen Gästen durchgeführt. Das Ergebnis: 60 Prozent stimmten auf Instagram, Facebook und der Internetseite des Bündnisses für die Nutzung der 2G-Option. "Wir wollten den Fokus umlenken und schauen, was unsere Gäste unabhängig von unserer Meinung darüber denken", sagt Kai Winkler, Mitglied des Vorstandes bei "Hand in Hand". "Wir waren erstaunt, dass die Mehrheit für 2G gestimmt hat."

Bereits zwei Veranstaltungen wurden seit der Umfrage durchgeführt und Winkler spricht von einer sehr positiven Resonanz. "Die Leute haben es größtenteils verstanden", sagt er. "Und drinnen war es wieder wie früher." Ein Konzert auf Abstand mache in der Subkultur auch keinen Sinn.

Natürlich gebe es auch Anfeindungen in den sozialen Medien. "Aber das sind ein paar wenige, die sich da Luft verschaffen", sagt Winkler. "Die repräsentieren nicht alle und das muss man sich immer wieder bewusst machen."

Tanztee in Werdau nur für Geimpfte und Genesene

Auch in Werdau im Landkreis Zwickau gibt es Veranstaltungen mit 2G-Option. So wird der traditionelle Tanztee nur noch für Geimpfte und Genesene zugänglich sein. "96 Prozent unserer Gäste sind geimpft und das Personal und der Caterer auch", sagt Dorit Fox, Kulturmanagerin der Stadthalle Pleißental. Sie habe vorab Kontakt mit ihren Gästen aufgenommen und den Plan besprochen.

"Die meisten sind dankbar", so Fox. Durch die 2G-Option darf nun wieder die volle Kapazität des Raums ausgenutzt werden, die Maskenpflicht ist aufgehoben und das Wichtigste: Die Tanzpartner dürfen wieder gewechselt werden. "Es kommen ja nicht nur Pärchen hierher, sondern es finden sich auch neue", sagt Fox.

Schutz der Gäste

Für sie sei es wichtig, ihre Gäste, die zwischen 70 und 90 Jahre alt sind, zu schützen. "Auch geimpft könnte ich ja das Virus übertragen", sagt sie. "Und was ist, wenn der andere nicht geimpft ist und dann einen schweren Verlauf bekommt? Da könnte ich nicht mehr schlafen." Die vier unter ihren Stammgästen, die nicht geimpft sind, zeigen laut Fox kein Verständnis. "Aber allen anderen fällt ein Stein vom Herzen", sagt sie.

Kai Winkler möchte eigentlich ungern Gäste ausschließen. "Ausgrenzung widerspricht der Subkultur", sagt er. "Aber die Alternative wären geschlossene Clubs." Er hofft, dass es vielleicht noch einigen Ungeimpften einen Impuls für die Entscheidung gibt, wenn sie nicht mitfeiern können.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 08. Oktober 2021 | 15:30 Uhr

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