Steigende Erkrankungszahlen Sachsens Krankenhäuser warnen vor Überlastung mit Corona-Patienten

In Sachsens Krankenhäusern werden wieder mehr Menschen mit einer Corona-Infektion behandelt. Michael Albrecht, medizinischer Vorstand im Uniklinikum Dresden und Krankenhauskoordinator, warnt, dass die Vorwarnstufe bereits in wenigen Tagen erreicht werden könnte. Dann drohen wieder Corona-Beschränkungen.

Ein Arzt untersucht einen Patienten auf einer Covid 19 Intensivstation
In Sachsens Krankenhäusern müssen wieder mehr Menschen mit einer Corona-Infektion auf Intensivstationen behandelt werden. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Die Krankenhäuser in Sachsen warnen vor einer Überlastung durch Corona-Patienten. Man bewege sich mit zunehmender Geschwindigkeit auf die Vorwarnstufe zu, sagte Michael Albrecht, medizinischer Vorstand im Uniklinikum Dresden und Krankenhauskoordinator MDR SACHSEN. Demnach könne die Vorwarnstufe bereits in wenigen Tagen erreicht werden. Dann gelten laut aktueller Corona-Verordnung wieder Kontaktbeschränkungen.

Hoher Krankenstand beim Personal

Albrecht betonte, die derzeitige Situation mit steigenden Infektionszahlen werde durch den hohen Krankenstand beim Personal verschärft. Nach seinen Angaben müssen planbare Operationen bald wieder verschoben werden, wenn die Patientenzahlen in den Kliniken weiter steigen. Eingewiesen würden derzeit vor allem Patienten im Alter zwischen 30 und 60 Jahren.

59 Erkrankte müssen beatmet werden

Das sächsische Sozialministerium informiert, dass 515 Menschen mit Covid-19 in Krankenhäusern liegen (Stand 24.10.2021, 12:00 Uhr). 124 von ihnen müssen intensivmedizinisch behandelt werden. Laut RKI-Intensivregister werden 59 Erkrankte invasiv beatmet (Stand 25.10.2021, 5:15 Uhr). Die Sieben-Tage-Inzidenz Hospitalisierung beträgt 3,99. Sie liegt noch unter dem Grenzwert zur Vorwarnstufe von sieben. Jedoch ist vor allem die Bettenbelegung neben der Wocheninzidenz der entscheidende Faktor für den Gesamtumfang von Corona-Beschränkungen.

Vorwarn- und Überlastungsstufe in Sachsen (Stand 8.11.21)
Bildrechte: MDR/Sozialministerium Sachsen

Vorwarn- und Überlastungsstufe Die Vorwarnstufe gilt, wenn 650 Betten auf der Normalstation oder 180 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind.

Die Überlastungsstufe ist erreicht, wenn 1.300 Betten auf der Normalstation oder wenn 420 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind. Wie bei den Inzidenzwerten gilt auch bei der Bettenbelegung die 5+2-Regel.

In der aktuellen Corona-Schutzverordnung wird auch die "7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen" als Kenngröße genannt. Sie ist aber nicht ausschlaggebend für das Eintreten der Vorwarn- und Überlastungsstufe. Die "7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen" beschreibt die Anzahl der ans Robert-Koch-Institut übermittelten Neuaufnahmen von Covid-19-Patienten in Krankenhäuser pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

Quelle: MDR/lam/mina

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 25. Oktober 2021 | 17:00 Uhr

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