Nach Ausschreitungen Staatsanwaltschaft Dresden erhebt Anklage gegen zwei Dynamo-Randalierer

Sie sind der Justiz nicht unbekannt: Gegen zwei Männer hat die Staatsanwaltschaft Dresden Anklage erhoben. Sie waren an den schweren Ausschreitungen am Rande eines Dynamo-Aufstiegsspiels im Mai beteiligt.

Fans randalieren auf der Lennestrasse in Dresden , die Polizei setzt Wasserwerfer ein
Randalierer gingen brutal gegen Polizeibeamte und auch gegen Pressevertreter vor. Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat gegen zwei weitere Männer Anklage im Zusammenhang mit den Randalen am Rande eines Spiels von Dynamo Dresden im Mai erhoben. Den Beschuldigten wird den Angaben zufolge Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung in 182 Fällen und versuchte gefährliche Körperverletzung in zwei Fällen zur Last gelegt. Sie sollen sich am 16. Mai zwischen 15:30 Uhr und 17:30 im Bereich Großer Garten in der Gruppe von mindestens zehn randalierenden Personen bewegt haben. Der 23-Jährige und der 30-Jährige sollen in mindestens zwei Fällen Gegenstände - Holzpfähle und Glasflaschen - in Richtung Polizeibeamte geworfen haben, so die Staatsanwaltschaft. Dabei hätten die Beschuldigten Polizeibeamte verletzen und ihnen Schmerzen zufügen wollen.

Die beiden Männer befinden sich seit Ende Juli in Untersuchungshaft. Sie hätten sich zu den Tatvorwürfen teilweise geständig eingelassen, hieß es. Sie seien einschlägig vorbestraft. Der 30-Jährige stand bei Begehung der ihm vorgeworfenen Taten unter Bewährung.

Spiel ohne Zuschauer - Randale im Umfeld des Stadions

Am 16. Mai 2021 waren anlässlich des Fußballspiels SG Dynamo Dresden gegen Türkgücü München zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Bereich des Rudolf-Harbig-Stadions mehrere tausend Polizeibeamte eingesetzt. Das Spiel fand ohne Zuschauer statt, weil die an diesem Tag geltenden Regeln der Sächsischen Corona-Schutzverordnung die Öffnung von Einrichtungen des Sportbetriebes untersagten, ebenso öffentliche Ansammlungen.

Dessen ungeachtet versammelten sich mehrere tausend Personen im Großen Garten, feierten, missachteten laut Staatsanwaltschaft jegliche Infektionsschutzregeln und zündeten gesetzeswidrig Pyrotechnik.

183 Polizisten verletzt

Bei den Ausschreitungen gingen die Täter demnach zum Teil als Gruppe geschlossen, aber auch einzeln handelnd gegen die Einsatzkräfte und Einsatzfahrzeuge vor. Zudem wurde eine Journalistin verbal bedroht, an den Kopf geschlagen und ihre am Körper befindliche Kamera durch Faustschläge zerstört. Auch Jugendliche, die journalistisch arbeiteten, wurden attackiert. Insgesamt wurden 182 Polizeibeamte verletzt. Einige mussten bis zu zehn Tage im Krankenhaus behandelt werden. An Dienstfahrzeugen entstand Sachschaden von etwa 30.000 Euro.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus Dresden | 30. September 2021 | 13:30 Uhr

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