Reparatur Radebeul: Bei Unfall beschädigte Schmalspurlok weiterhin nicht einsatzbereit

Die bei einem Unfall Anfang September beschädigte Lok I K kann auf absehbare Zeit nicht fahren. Geplante Einsätze auf der Lößnitzgrundbahn wurden abgesagt. Der Schaden ist noch beziffert. Die I K ist der Nachbau der ersten sächsischen Schmalspurlok und damit ein Unikat. Sie gehört der Stiftung Sächsische Schmalspurbahnen in Radebeul.

Zug mit der Lok I K
Bevor die Lok I K Nummer 54 wieder unterwegs sein kann, wird noch einige Zeit ins Land gehen. Bildrechte: Sacher/Dampfbahnroute Sachsen

Die Anfang September bei Mügeln verunglückte Lok I K Nummer 54 kann längere Zeit nicht eingesetzt werden. Auf der Lößnitzgrundbahn geplante Fahrten am 15. Oktober zwischen Radebeul-Ost und Radeburg sind abgesagt. Das teilte die Stiftung Sächsische Schmalspurbahnen auf Anfrage mit, sie ist Besitzerin der Lok.

Die Lokomotive und einige historische Waggons aus der Anfangszeit der sächsischen Schmalspurbahnen waren bei einem Unfall am 9. September schwer beschädigt worden. Der Sonderzug war auf dem "Wilden Robert" (Mügeln - Oschatz) mit einem Traktorgespann auf einem Bahnübergang zusammengestoßen. Zwei Eisenbahner im Zug wurden dabei schwer verletzt.

Ermittlungen der Polizei dauern an

"Die Ermittlungen der Polizei zum Unfall sind noch nicht abgeschlossen", so die Stiftung. Die Regulierung des Unfallschadens werde deshalb noch dauern. "Nach den polizeilichen Ermittlern kommen die Gutachter der Versicherung." Die beschädigten Fahrzeuge sind Unikate und deren Wert entsprechend schwer zu beziffern. In ihnen steckt zudem viel ehrenamtliche Arbeit. Aktuell gehe man davon aus, dass die I K und der dazugehörige Zug noch einen "längeren Zeitraum" nicht fahren können, so die Radebeuler Stiftung.

Am Bahnübergang Naundorf ist eine historische Dampflok mit einem Traktor zusammengestoßen, mehrere Menschen wurden verletzt.
Auf einen Bahnübergang bei Naundorf war die Lok mit einem Traktorgespann zusammengestoßen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Lok ist Nachbau der ersten Schmalspurbahn-Lok Sachsens

Die Lok wurde in den 2000er-Jahren nach Originalplänen der ersten sächsischen Schmalspur-Lokbaureihe I K nachgebaut. Unter Federführung des Arbeitgeberverbands Sachsenmetall war das Projekt mit Hilfe von 80 Firmen, Vereinen und Spendern umgesetzt worden. Etliche der gut 4.400 Bauteile fertigten beispielsweise Azubis in Metallbetrieben. Seit Fertigstellung 2009 kommt der Loknachbau - seit 2016 auch mit passendem Zug aus wieder aufgebauten Waggons - im Wechsel auf verschiedenen Schmalspurbahnen in Sachsen bei Festen zum Einsatz.

Die Stiftung und Partner aus der Schmalspurszene haben nun erneut einen Spendenaufruf gestartet, um die Lok und den Zug unabhängig vom Unfallschaden und daraus resultierenden Versicherungsleistungen dauerhaft zu erhalten. Denn auch die nächste Hauptuntersuchung - eine Art "Bahn-TÜV" - steht in zwei Jahren an.

MDR (lam)

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