Homophobe Gewalt Nach tödlichem Angriff auf zwei Homosexuelle: Dresden plant Gedenkort

Im Oktober vergangenen Jahres erschütterte eine Bluttat Dresden. Ein Mann stach mit einem Messer auf ein homosexuelles Paar ein. Mitten in der Innenstadt. An der Stelle, wo ein Mensch sein Leben lassen musste, soll es nun eine Gedenkmöglichkeit geben.

In Dresden soll ein Erinnerungsort an die Opfer von homophober und transphober Gewalt entstehen. Das hat der Dresdner Stadtrat am Donnerstagabend beschlossen. Geplant ist eine Stelle im Bereich von Schloßstraße und Rosmaringasse. Dort hatte es vor einem Jahr einen Messerangriff auf zwei schwule Männer gegeben. Ein Mann starb, der Lebenspartner überlebt schwer verletzt. Der Täter mit radikal-islamistischer Gesinnung wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Gestaltung des Gedenkortes in Arbeit

Vier Wochen nach dem Mordanschlag am 4. Oktober 2020 hatte eine Mahnwache mit Schweigeminute auf dem Dresdner Altmarkt stattgefunden. Im Zuge dessen verlangte der Verein Christopher Street Day (CSD) eine offene Debatte zum Thema Schwulenfeindlichkeit. Man erwarte zumindest eine Gedenktafel am Tatort, auch eine künstlerische Umsetzung sei denkbar, sagte damals CSD-Vorstandssprecher Ronald Zenker. Es folgten Gespräche mit der Stadtverwaltung. Nachdem der Stadtrat jetzt den Entschluss mitträgt, soll es nun bis März nächsten Jahres einen Gestaltungsvorschlag für den Erinnerungsort geben.

Das bedeutet trans* und Transgeschlechtlichkeit

Geschlecht wird auf unterschiedlichen Ebenen definiert: Der Deutsche Ethikrat beschreibt neben dem biologischen ein psychisches und soziales Geschlecht. Das Wort "trans" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "darüber hinaus" oder "jenseits von". Trans* oder Transgeschlechtlichkeit drückt daher aus, dass manche Personen sich nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren. Manche lehnen auch ab, dass es lediglich zwei Geschlechter – weiblich und männlich – gibt. Das Sternchen nach dem Wort "trans*" (man spricht: trans-Sternchen) steht dabei für einen Platzhalter – um eine Vielfalt von möglichen Endungen anzudeuten (siehe: Glossar des Beratungsvereins Trans Inter Queer). Wenn man von trans* oder Transgeschlechtlichkeit spricht, schließt das unter anderem Transidentität und Transsexualität (im Sinne des englischen Wortes "Sex" für biologisches Geschlecht) ein. Damit soll die Vielfalt transgeschlechtlicher und anderer nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechenden Geschlechtsidentitäten, Selbstbezeichnungen und Lebensentwürfe abgebildet werden. Darüber hinaus entscheiden sich einige trans* Personen zu einer sogenannten medizinischen Transition. Dies bedeutet, dass sie neben der Identifikation mit dem anderen Geschlecht ebenso eine Geschlechtsangleichung mittels Hormonen und/oder geschlechtsangleichender Operationen vollziehen lassen.

Quelle: MDR/ma/kw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 24. September 2021 | 10:30 Uhr

Mehr aus Dresden und Radebeul

Ein Feuerwehrmann läuft 2002 durch die überflutete Rudolfstraße in Dresden. 3 min
Bildrechte: dpa
3 min 17.08.2022 | 15:00 Uhr

Rolf Garmhausen

MDR SACHSEN Sa 17.08.2002 14:40Uhr 02:59 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/dresden/dresden-radebeul/audio-hochwasser-dresden-108.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio
Dresdner Hauptbahnhof steht unter Wasser 3 min
Bildrechte: imago/momentphoto/Killig
3 min 17.08.2022 | 09:00 Uhr

Das Unfassbare begreifen, das wollen die meisten "Schaulustigen", die am 17. August 2008 in der Dresdner Innenstadt unterwegs sind. Heinz Drewniok hat damals mit Ihnen gesprochen.

MDR SACHSEN Sa 17.08.2002 10:39Uhr 03:25 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/dresden/dresden-radebeul/audio-hochwasser-dresden-106.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Mehr aus Sachsen

Eine Luftaufnahme von Magdeburg am 21.08.2002. Durch die Bildmitte verläuft die Stromelbe von unten nach oben. Rechts im Bild ist die alte Elbe zu sehen, wobei sich dazwischen der Rotehornpark befindet. Der Rotehornpark ist komplett vom Hochwasser der Elbe überflutet, dennoch ist Magdeburg von Hochwasserschäden, wie sie beispielsweise in Dresden vorzufinden sind, verschont geblieben. 3 min
Bildrechte: dpa
3 min 18.08.2022 | 12:00 Uhr

Während in Dresden der Pegel der Elbe nur noch ganz gering steigt, sieht es in anderen sächsischen Städten nach wie vor kritisch aus. Rolf Garmhausen berichtet.

MDR SACHSEN So 18.08.2002 12:39Uhr 02:49 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/hochwasser-sachsen-132.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio