Gerichtsurteil Frau will Killer im Internet anheuern - mehrjährige Haftstrafe

Eine eifersüchtige Frau wollte die schwangere Freundin ihres Noch-Ehemanns töten lassen. Sie hatte dafür im sogenannten Darknet einen Killer gesucht. Der versuchte Auftragsmord flog auf. Jetzt ist das Urteil gefallen.

Person mit Kaputze, Zahlen
Eine Frau aus Berggießhübel hat übers Internet 10.000 Euro für einen Auftragsmord gezahlt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Landgericht Dresden hat eine Frau zu drei Jahren und einem Monat Freiheitsstrafe wegen versuchter Anstiftung zum Mord verurteilt. Die 42-Jährige hatte versucht, über das Internet einen Auftragsmörder anzuheuern. Der sollte die neue Freundin ihres Ex-Mannes aus dem Weg räumen.

Eifersucht und Heimtücke

Nach Überzeugung der Richter handelte die 42-Jährige aus niederen Beweggründen wie Eifersucht. Sie stellten zudem das Mordmerkmal der Heimtücke fest und folgten mit dem Strafmaß exakt der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Die Angeklagte habe die Beziehung und ihre Ehe mit dem Mann "überidealisiert" und nicht akzeptiert, dass diese "an der Realität gescheitert ist", sagte der Vorsitzende Richter Herbert Pröls. Sie sei zudem enttäuscht gewesen, dass der 32-Jährige mit der viel jüngeren Freundin ein Kind bekommt.

Angeklagte gesteht

Die Verkäuferin hatte den Mordauftrag im Internet vor Gericht gestanden und von einer "skurrilen Dreiecksbeziehung" in ihrem Haus im osterzgebirgischen Berggießhübel gesprochen. Dort war die fast 20 Jahre jüngere Nebenbuhlerin mit eingezogen.

Vieles spricht dafür, dass die jetzt Verurteilte Betrügern aufgesessen ist - der damals 23 Jahre alten Rivalin passierte nichts. Die Betreiber der Internetseite konnten bisher nicht ermittelt werden. Ihre Spur verlor sich in Rumänien. Das Geld ist verschwunden.

Mordauftrag mit 10.000 Euro bezahlt

Auf den Fall war eine Reporterin bei Recherchen im besonders anonymen Teil des Internets gestoßen und hatte ihn im Februar angezeigt. Wenig später wurde die von ihrem Ehemann getrennte Frau in Dresden gefasst und kam in Untersuchungshaft. Sie sprach von einer Spontantat. Sie habe das Geschehen wieder rückgängig machen wollen. Allerdings hatte die Angeklagte die geforderten 10.000 Euro in der Kryptowährung Bitcoin schon überwiesen. Damit habe sie "es aus der Hand gegeben", wie Richter Pröls anmerkte.

In ihrem letzten Wort vor Gericht hatte sich die Verurteilte entschuldigt und ihr Handeln "absolut dämlich" genannt. Die Richter sahen keine Fluchtgefahr und hoben den bestehenden Untersuchungshaftbefehl auf. Nachdem das Urteil rechtskräftig geworden ist, wird die Frau ihre Haft antreten.

Quelle: MDR/dpa

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