Ausnahmegenehmigung beantragt Hoffnung für Wildschweine im Wildgehege Moritzburg

Schlimme Nachrichten für das Wildgehege Moritzburg: Das Veterinäramt des Landkreises Meißen hat das Gehege dazu aufgefordert, seinen Wildschweinbestand zu töten - wegen der Afrikanischen Schweinepest im Landkreis. Doch einen Hoffnungsschimmer gibt es noch. Das Gehege hat eine Ausnahmegenehmigung beantragt.

Wildschwein steht in einem Wildgatter.
Der Forstbezirk Dresden hat einen Antrag auf eine Ausnahmeregelung zur Haltung außerhalb eines Stalles gestellt. Bildrechte: dpa

Traurige Nachrichten für das Wildgehege Moritzburg: Wegen des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest im Landkreis Meißen hat das Veterinäramt des Landkreises das Gehege am Dienstagabend dazu aufgefordert, "seinen Wildschweinbestand bis zum Freitag (22.10.21) zu töten." Das teilte der Staatsbetrieb Sachsenforst als Betreiber des Wildgeheges mit. Wildschweine könnten aufgrund ihres natürlichen Verhaltens nicht in einem Stall gehalten werden können, so der Staatsbetrieb. Dies sei jedoch durch die Ende vergangener Woche erlassene Allgemeinverfügung der Landesdirektion Sachsen notwendig.

Es käme bei den an die Freilandhaltung gewöhnten Tieren auf engstem Raum zu erhöhtem Stress verbunden mit gegenseitigen Angriffen bis hin zu tödlichen Verletzungen.

Staatsbetrieb Sachsenforst

Die Verfügung sehe vor, gehaltene Schweine im gefährdeten Gebiet rund um Radeburg einzustallen. Dort war am 8. Oktober ein Fall der Afrikanischen Schweinepest aufgetreten. Mit Folgen für das Wildgehege mit seinen neun erwachsenen Wildschweinen und zehn Frischlingen. Die ebenso dort lebenden Minischweine müssen bis auf weiteres eingestallt werden, so das Veterinäramt.

Antrag auf Ausnahmeregelung gestellt

Der Betreiber des Wildgeheges, der Staatsbetrieb Sachsenforst, hat deshalb nach eigenen Angaben einen "Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung zur Haltung außerhalb eines Stalls" gestellt. Der Leiter des Staatsbetriebs, Markus Biernath, sagte dem MDR, die Aufforderung, die Wildschweine zu töten, sei nur telefonisch ergangen. "Wir benötigen aber einen behördlichen Bescheid für diesen gravierenden Eingriff in den Betrieb des Wildgeheges." Das Gehege stelle einen Sonderfall dar, da durch die Schutzmauer die Übertragung der Afrikanischen Schweinepest durch wildlebende Wildschweine fast gänzlich ausgeschlossen werden könne.

Das Wildtiergehege Moritzburg ist ein Zoo im Sinne des Gesetzes und hat dementsprechend strenge Haltungsvorschriften nach Bundesnaturschutzgesetz. Aus diesem Grund ist in diesen Fall eine Einzelfallprüfung angebracht.

Markus Biernath Staatsbetrieb Sachsenforst

Außerdem sei zum Schutz der Schweine vor dem Virus der Abstand zu den Besuchenden bereits vergrößert worden, sodass sich die Tiere nicht durch kontaminiertes Futter anstecken können, so der Forstbezirk. Über eine Entscheidung der Ausnahmegenehmigung bei der Landesdirektion rechnet der Forstbezirk in den nächsten Tagen. Eine Online-Petition des Wildgeheges hatten bis Donnerstagnachmittag mehr als 1.600 Unterstützer unterzeichnet.

Quelle: MDR/kh/kb

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Sachsenspiegel | 20. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

404 Not Found

Not Found

The requested URL /api/v1/talk/includes/html/ae5f3446-e8f0-4b8c-bbe2-8fa406524fc2 was not found on this server.

Mehr aus Dresden und Radebeul

Mehr aus Sachsen