Polizei Fund von Menschenknochen an der JVA in Torgau

Die Justizvollzugsanstalt in Torgau von oben.
Menschenknochen sind bei Bauarbeiten an der JVA Torgau gefunden worden. Bildrechte: JVA Torgau

An der Justizvollzugsanstalt in Torgau sind bei Bauarbeiten an der nördlichen Mauer Knochen gefunden worden. Wie die Polizei mitteilte, handelt es sich um die Gebeine mehrerer Menschen, welche schon seit einigen Jahrzehnten in der Erde liegen. Die Knochen waren bei Baggerarbeiten zwischen der äußeren Umfriedung und der inneren Mauer der JVA entdeckt worden, wie ein Polizeisprecher berichtet. Das genaue Alter der Knochen ist noch nicht datiert worden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit stammen sie aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Grabungen nach weiteren Knochen

Durch die zuständige Staatsanwaltschaft wurden Ermittlungen zur Herkunft der Knochen und den mutmaßlichen Todesumständen aufgenommen. Auch wird nach weiteren Knochenteilen gesucht. Die Grabungen sollen laut Polizei bei Bedarf bis in die kommende Woche andauern. Der grausige Fund war bereits am Freitag vor einer Woche gemacht worden.

In der Vergangenheit Militärgefängnis

Seit 1890 wird die Festung Fort Zinna in Torgau als Gefängnis genutzt. Ab 1943 befand sich dort zwei Jahre lang das Reichskriegsgericht. Nach Angaben des sächsischen Justizministeriums waren in dieser Zeit Militärangehörige gefoltert und im Wallgraben der Anstalt erschossen worden. 1945 wurde das Gefängnis dann kurzzeitig ein sowjetisches Speziallager. Seit 1950 wird die Einrichtung von der deutschen Justiz für den Strafvollzug genutzt.

Eine Tafel vor der JVA Torgau informiert 2010 über die Geschichte des Gefängnisses in der NS-Zeit.
Eine Tafel vor der JVA Torgau informiert über die Geschichte des Gefängnisses in der NS-Zeit. Bildrechte: dpa

MDR (ma)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 30. Juni 2022 | 12:30 Uhr

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