Demonstrationsverbot Polizei verteidigt Demo-Einsatz in Leipzig und zieht positive Bilanz

2.000 Polizistinnen und Polizisten haben am Sonnabend in Leipzig dafür gesorgt, dass das Demonstrationsverbot einer linken Demonstration durchgesetzt werden konnte. Die starke Präsenz stieß in den Sozialen Netzwerken auf Kritik. Die Polizei selbst begründete die Vielzahl der Einsatzkräfte mit einer klaren Gefahrenlage.

Polizisten stehen an einer Kreuzung im Stadtteil Connewitz.
Am Sonnabend hatte die Polizei Leipzig zusammen mit Einsatzkräften aus sieben Bundesländern das Verbot einer linken Demonstration durchgesetzt. Bildrechte: dpa

Die Polizei Leipzig hat ihren Einsatz am Sonnabend verteidigt und eine positive Bilanz gezogen. "Die Maßnahmen waren angemessen. Aus unserer Sicht haben wir unser Ziel erreicht", sagte Polizeisprecher Olaf Hoppe am Montag im Gespräch mit MDR SACHSEN. Das Versammlungsverbot konnte umgesetzt werden. Zudem habe es keine verletzten Beamten und keine größeren Schäden gegeben.

Starke Präsenz zur Abschreckung

Die hohe Anzahl der Einsatzkräfte rechtfertigte Hoppe mit "einer klaren Prognose" für diesen Tag. "Es gab eine Mobilisierung der gewaltbereiten Szene im Netz im gesamten Bundesgebiet", so der Polizeisprecher. Die Erfahrungen hätten gezeigt, dass gewaltbereite Linke im Schutz der Demonstration Straftaten begehen. Die starke Präsenz sei aus diesem Grund notwendig gewesen, um die Menschen abzuschrecken, nach Leipzig zu kommen. "Das hat funktioniert", fasst Hoppe zusammen.

Sachbeschädigungen und Brandstiftungen in der Nacht

In der Nacht zum Sonntag kam es dennoch zu mehreren Sachbeschädigungen und Brandstiftungen. Die Polizei ermittelt laut Hoppe gegen sechs Personen. Auffällig sei, dass die mutmaßlichen Täterinnen und Täter meist Heranwachsende im Alter von 18 bis 21 Jahre seien. Ob die Festgenommenen aus Leipzig kommen oder von außerhalb sind, konnte Hoppe nicht sagen.

2.000 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz

Die geplante Demonstration sollte am Sonnabend unter dem Motto "Alle zusammen - autonom, widerständig, unversöhnlich!" in einer Art Sternmarsch zu einer Abschlusskundgebung nach Connewitz laufen. Weil Ausschreitungen und Gewalttaten befürchtet wurden, hatte die Stadt Leipzig die Demonstrationen verboten. 2.000 Polizistinnen und Polizisten aus acht Bundeländern hatten am Sonnabend das Verbot einer linken Demonstration in der Messestadt durchgesetzt. In vielen Stadtteilen hatte die Polizei Kontrollzonen eingerichtet, um Menschen ohne Grund kontrollieren zu können.

Quelle: MDR/mar/sst

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Im Regionalreport aus dem Studio Leipzig | 25. Oktober 2021 | 16:30 Uhr

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