Kriminalität Prozess gegen "Kinderzimmer-Dealer" wegen neuer Beweise verschoben

Der "Kinderzimmer-Dealer" aus Leipzig machte deutschlandweit Schlagzeilen und wurde sogar zur Inspiration für eine erfolgreiche Streaming-Serie. Bereits vor Jahren wurde der junge Mann wegen Drogenhandels verurteilt. Nun soll ihm erneut der Prozess gemacht werden. Denn gemeinsam mit vier weiteren Angeklagten soll der heute 27-Jährige wieder einen Online-Drogenhandel betrieben haben. Eigentlich sollte der Prozess Anfang Dezember starten - doch zuvor müssen mögliche neue Beweise geprüft werden.

Die Kriminalpolizisten Ralf Linglebe (l-r) und Petric Kleine präsentieren neben Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz und Polizeipräsident Bernd Merbitz am 12.03.2015 während einer Pressekonferenz in Leipzig (Sachsen) den Drogenfund.
Im März 2015 präsentierten Polizei und Staatsanwaltschaft bei einer Pressekonferenz den Drogenfund, der den Beschuldigten als "Kinderzimmer-Dealer" bekannt machte. Der Fund galt als einer der größten Rauschgiftfunde in Deutschland. Insgesamt wurden rund 360 Kilogramm Drogen sichergestellt. Trotz siebenjähriger Jugendstrafe soll der heute 27-Jährige mit weiteren vier Männer erneut mit Drogen gehandelt haben. (Archivbild) Bildrechte: dpa

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Der Prozessbeginn gegen einen 27-jährigen Mann aus Leipzig, der zuvor schon als "Kinderzimmer-Dealer" bekannt geworden war, wird verschoben. Gemeinsam mit vier weiteren Angeklagten soll der Mann einen Online-Handel für Betäubungsmittel betrieben haben. Als Grund für die Verzögerung gab das Leipziger Landgericht am Freitag an, die Ermittlungsbehörden hätten weitere umfangreiche Unterlagen vorgelegt, die als Beweismittel in Betracht kämen.

Nach Angaben des Landgerichts waren die neu vorgelegten Unterlagen bislang weder dem Gericht noch den Verfahrensbeteiligten bekannt gewesen. Um ein faires Verfahren gewährleisten zu können, sollen sie bis zum neuen Beginn der Verhandlungen gesichtet und geprüft werden. Der Prozessbeginn war ursprünglich am 2. Dezember geplant. Die Hauptverhandlung solle nun jedoch erst am 11. Januar eröffnet werden, hieß es vom Gericht.

Kiloweise Drogen verkauft

Der "Kinderzimmer-Dealer" ist einer von insgesamt fünf Männern im Alter zwischen 24 und 42 Jahren, denen vorgeworfen wird, von April 2019 bis Januar 2021 unter anderem 16,5 Kilogramm Amphetamin, 2,5 Kilogramm Haschisch, zwei Kilogramm einer Partydroge, 500 Gramm Metamphetamin und 350 Gramm Kokain in und außerhalb von Deutschland verkauft zu haben.

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Bereits Jugendstrafe für den Verkauf von fast einer Tonne Drogen

Bereits 2015 war der "Kinderzimmer-Dealer" zu sieben Jahren Jugendstrafe verurteilt worden, nachdem er zugegeben hatte, über seine Online-Drogenbörse fast eine Tonne Drogen verkauft zu haben. Seine Drogengeschäfte, die er aus dem heimischen Kinderzimmer in Leipzig getätigt hatte, dienten als Grundlage für die Netflix-Serie "How to Sell Drugs Online (Fast)".

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dpa (kav)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 25. November 2022 | 15:30 Uhr

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