Urteil Sprengsätze in Leipzig: Fünfeinhalb Jahre Haft für Angeklagten

Am Landgericht Leipzig ist am Dienstag der Prozess gegen einen Mann zu Ende gegangen, der Sprengsätze gebaut hatte und diese in Pappkartons abgelegt hatte. Er wurde zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Angeklagte hatte die Tat vor Gericht gestanden und will nun laut Gericht eine Therapie machen.

Sperrmüll vor der Haustür: zu Verschenken
Am Landgericht Leipzig wurde ein Mann zu einer Haftstrafe verurteilt, der Sprengsätze gebaut und in der Stadt in Veschenkekisten platziert hatte. Bildrechte: IMAGO/Jürgen Ritter

Ein 34-jähriger Mann ist am Dienstag vom Landgericht Leipzig zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erweisen an, dass der Angeklagte im vergangenen Jahr mehrfach Sprengstoffpakete auf Leipziger Straßen platziert hatte. Zudem muss er 6.000 Euro Schmerzensgeld an eines der Opfer zahlen.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Gericht zufolge sieben Jahre Haft und eine anschließende Sicherheitsverwahrung gefordert. Das Gericht folgte diesem Antrag nicht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Angeklagte hat die Möglichkeit, in Revision zu gehen.

Geständnis und Entschuldigung

Zu Prozessbeginn hatte der Mann die Taten bereits eingeräumt. Zudem habe er sich für die Taten entschuldigt, sagte eine Gerichtssprecherin MDR SACHSEN. Selbst könne er sich nicht erklären, warum er so gehandelt habe. Ein psychiatrischer Gutachter habe keine Krankheit bei dem Angeklagten feststellen können, so die Sprecherin weiter. Der 34-Jährige habe angekündigt, eine Therapie machen zu wollen, um seinem Verhalten auf den Grund zu gehen.

Pappkartons mit Sprengsätzen in Leipzig

Im August des vergangenen Jahres hatte es zwei Vorfälle gegeben, bei denen Pappkartons, die auf dem Gehweg lagen, explodierten waren. Dabei wurden zwei Passanten verletzt und erlitten Verbrennungen. Außerdem wurden Sprengsätze, die nicht explodierten, in der Stadt gefunden - zum Beispiel in der Nähe einer Schule und in einem Altkleidercontainer.

Polizei findet Sprengstoff in Wohnung des Angeklagten

Als es dann am 11. Oktober 2022 zur Verpuffung in einer Wohnung in der Alexanderstraße im Leipziger Stadtteil Zentrum-West kam, stieß die Polizei dort in der Wohnung auf 43 selbstgebastelte Sprengfallen. Woher das Material stammt, ist laut Polizei unklar. Er hatte sich bei Arbeiten an den Sprengsätzen selbst verletzt.

MDR (mar/bb)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | 21. Juni 2022 | 17:30 Uhr

Mehr aus Leipzig, dem Leipziger Land und Halle

Kaffeerösterei Roy Halle 1 min
Bildrechte: Kaffeerösterei Roy
1 min 07.08.2022 | 11:36 Uhr

MDR SACHSEN-ANHALT So 07.08.2022 07:30Uhr 00:27 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/halle/halle/audio-2098610.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Mehr aus Sachsen

Kultur

mit Audio
Im Spiegelsaal von Schloss Köthen Sie die Geschichte Sachsen-Anhalts entdecken, genauso wie beispielsweise im Museum für Ur- und Frühgeschichte in Halle an der Saale. Bildrechte: Michael Moser