Vierte Welle Sächsisches Kabinett berät über neue Corona-Schutzverordnung

Die vierte Corona-Welle rollt an, hat Sachsen aber noch nicht voll erfasst. Mit einer novellierten Corona-Schutzverordnung will sich die sächsische Staatsregierung auf den Herbst vorbereiten. Vom Hotel- und Gaststättenverband gibt es schon im Vorfeld Kritik.

PK - Petra Köpping (SPD, l-r), Sozialministerin von Sachsen, Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, und Ralph Schreiber, Pressesprecher
Sozialministerin Köpping, Regierungschef Kretschmer und die übrigen Ressortchefs der sächsischen Staatsregierung beraten am Dienstag über eine neue Corona-Schutzverordnung. Bildrechte: dpa

Das Kabinett berät am heutigen Dienstag über die nächste Corona-Schutzverordnung. Sie soll ab dem 26. August gelten. Dabei ändert Sachsen seine Strategie. Sozialministerin Petra Köpping (SPD) sprach im Vorfeld von einem Paradigmenwechsel. Alle Kulturstätten und Geschäfte könnten grundsätzlich inzidenzunabhängig öffnen, unter den bekannten Schutzvorkehrungen. Ab einem gewissen Infektionsgeschehen gebe es aber notwendige Einschränkungen. Im Raum stehen weitgehende Freiheiten, wobei Ungeimpften und Nicht-Genesenen der Zutritt zu einzelnen Bereichen wie Konzerten, Fußballspielen oder Clubs bei Überschreiten bestimmter Grenzwerte verwehrt wird.

Bei der Bewertung der Infektionslage soll die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, weiterhin nicht der einzige Maßstab sein. Der Freistaat hat mit dem Betten-Indikator bereits seit März kein reines Inzidenzmodell mehr. Seitdem ist die Bettenbelegung mit Covid-19-Patienten auf Normalstationen der Krankenhäuser ein Indikator, seit Mitte Juni auch die auf den Intensivstationen.

Kritik von der Dehoga schon im Vorfeld

Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Sachsen begrüßt generell den Paradigmenwechsel, übt aber im Vorfeld Kritik: "Eine strikte Anwendung der 3-G-Regel und Beibehaltung aller Abstands- und Hygienemaßnahmen im Innenbereich stellt einen nicht hinnehmbaren und fundamentalen Eingriff in die unternehmerische Tätigkeit dar", erklärte die Dehoga Sachsen. Der Verband war im Vorfeld um Stellungnahmen von der Politik gebeten worden.

Eine Kellnerin
Die Gastrobranche in Sachsen kritisiert die Pläne für die neue Corona-Schutzverordnung. Bildrechte: IMAGO / Ralph Peters

Die Dehoga im Freistaat wirbt unterdessen fürs Impfen. Auch aus Sorge, erneut die Hotels und Gaststätten schließen zu müssen, erklärt Axel Klein, Hauptgeschäftsführer beim sächsischen Hotel- und Gaststättenverband. "Wir hatten vor einer Weile noch die Situation, dass wir um jeden Impftermin gerungen haben. Jetzt ist es so, dass wir die Impfmöglichkeiten haben, aber die Impfquote in unserem Bundesland nachgelassen hat. Jetzt gibt es genug Termine und Impfstoff, deswegen werben wir jetzt dafür, das auch wahrzunehmen."

Bundesweit steigende Inzidenzzahlen

Seit Wochen nehmen bundesweit die Corona-Neuinfektionszahlen wieder signifikant zu, in Sachsen steigen die Zahlen eher verhalten. Die Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat liegt aktuell bei knapp 15. In vier Landkreisen, die unter der Grenze von zehn liegen, gelten weiterhin umfassende Lockerungen für Alltag, Freizeit und Sport.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 24. August 2021 | 06:00 Uhr

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