Kommunen Überraschende Stichwahl: Leinefelde wählt Bürgermeister ab

Zwei hauptamtliche und 24 ehrenamtliche Bürgermeister sind am Sonntag in Thüringen gewählt worden. Nach der Wahl vor zwei Wochen waren hier Stichwahlen nötig. In Leinefelde-Worbis stimmten die Wähler für einen Wechsel: Bürgermeister Marko Grosa muss seinen Stuhl räumen.

Marko Grosa, Bürgermeister der Stadt Leinefelde
Leinefelde-Worbis-Noch-Bürgermeister Marko Grosa - hier bei einem Termin in der Thüringer Staatskanzlei. Bildrechte: IMAGO / Karina Hessland

Bei der Bürgermeister-Stichwahl in Leinefelde-Worbis im Eichsfeld ist der bisherige Amtsinhaber abgewählt worden. Nach vorläufigem Ergebnis vom Sonntagabend entschieden sich nur rund 43 Prozent der Wähler für CDU-Mann Marko Grosa. Knapp 57 Prozent der Stimmen entfielen laut Landeswahlleiter auf Herausforderer Christian Zwingmann. Damit ist der parteilose Einzelbewerber der Gewinner der Stichwahl. Nimmt er die Wahl an, wird der Friseurmeister in den nächsten sechs Jahren die Geschicke der Stadt lenken.

Amt Wachsenburg: Kandidat gewinnt denkbar knapp

Die Einwohner der Amtes Wachsenburg im Ilm-Kreis wählten Sebastian Schiffer, Kandidat von "Freie Wachsenburger Straßen-Schulen-Bürger" und Bündnis 90/Die Grünen zum Bürgermeister. Er gewann mit neun Stimmen Vorsprung vor seinem Gegenkandiaten Matthias Eschrich, der für die CDU und den Verein "Bürger aktiv" angetreten war.  Schiffer erhielt 50,1 Prozent der Stimmen. Amtsinhaber Uwe Möller (CDU) war nicht wieder angetreten.

Lutter im Eichsfeld: Amtsinhaber bleibt wider Willen im Amt

In 24 weiteren Gemeinden wurden zudem ehrenamtliche Bürgermeister gewählt. In zehn davon wurde über Kandidaten abgestimmt, die von den Wählerinnen und Wähler bei den Bürgermeisterwahlen vor zwei Wochen auf die Stimmzettel geschrieben wurden. So wurde etwa in Lutter im Eichsfeld Amtsinhaber Raimund Müller mit 71 Prozent der Stimmen wiedergewählt - obwohl er sich nicht wieder hatte aufstellen lassen.

Blatt mit der Aufschrift "kein Wahlvorschlag".
In mehreren Gemeinden hatte kein Kandidat auf dem Stimmzettel gestanden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im ersten Wahlgang am 12. Juni 2022 hatte keiner der Kandidaten eine Stimmenmehrheit bekommen. Deshalb mussten die Einwohner in einer Stichwahl entscheiden. Die Möglichkeit, Kandidaten bei einer Kommunalwahl auf den Stimmzettel zu schreiben, ist eine Thüringer Besonderheit. Das entsprechende "Freitextfeld" wird dann auf den Stimmzettel gedruckt, wenn sich kein Kandidat gefunden hat oder nur einer oder eine Kandidatin.

Ingesamt waren rund 33.000 Menschen wahlberechtigt. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 49 Prozent - etwas weniger als vor zwei Wochen.

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MDR (gh)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 26. Juni 2022 | 20:00 Uhr

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