Pandemie Corona-News vom 2. Dezember: Zahl der aktiven Infektionen in Thüringen steigt rapide

+++ Omikron-Verdacht bei Reiserückkehrerin +++ Ramelow setzt auf mehr Impfungen und Kontaktbeschränkungen +++ Corona-Sterblichkeit in Thüringen am höchsten +++ Inzidenz in zehn Kreisen über 1.000 +++ Proteste in Jena und Saalfeld +++ Die News im Überblick +++

Zwei Krankenpflegerinen stehen in einem Patientenzimmer.
Die Situation auf den Intensivstationen in Thüringen bleibt angespannt, planbare Operationen - etwa von Patienten mit Krebs- oder Herzklappen-Erkrankungen - werden in manchen Kliniken verschoben. Bildrechte: dpa

Thüringen | 41.513 aktive Corona-Fälle im Freistaat

18.732 aktive Fälle mehr als vor 14 Tagen sind in Thüringen derzeit registriert: 41.513. Donnerstag meldeten die Gesundheitsämter weitere 4.386 Fälle. Weitere 38 Personen sind in Thüringen im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion verstorben.

Erfurt | Weihnachtsmarkt-Betreiber zieht vor Gericht

Der Betreiber des inzwischen geschlossenen Luther- und Mittelaltermarkts in Erfurt zieht vor Gericht. Das Verwaltungsgericht in Weimar wird sich per Eilverfahren damit befassen. Laut Pressestelle wendet sich der Privatbetreiber dagegen, dass die Stadt Erfurt die Verordnung des Landes umgesetzt hat. Mit der Klage sollen zum Beispiel etwaige Ansprüche erhalten bleiben, beispielsweise wenn es um Schadenersatz für Waren geht.

Betreiber Peter Jahr sagte, er begrüße "unbedingt" den Vorschlag von Ministerpräsident Bodo Ramelow vom Donnerstag, nach dem Händlern abgesagter Weihnachtsmärkte Hilfen in Aussicht gestellt werden. Die Händler würden jetzt komplett auf ihrer Ware sitzen und keine Umsätze machen, sagte Ramelow. Die Stadt Erfurt hat ebenfalls angekündigt sich gegen die Entscheidung zu wehren, dass der städtische Weihnachtsmarkt auf dem Domplatz geschlossen werden musste.

Geschlossene Buden auf einem Weihnachtsmarkt.
Die derzeit geschlossenen Hütten an der Kaufmannskirche in Erfurt sollen bis zu einer Gerichtsentscheidung stehen bleiben, sagte der Betreiber. Bildrechte: MDR/Isabelle Fleck

Pfiffelbach | Weitere Schule wegen Coronafällen zu

Im Weimarer Land ist eine weitere Schule geschlossen worden. Betroffen ist nach Angaben des Landratsamts die Regelschule Pfiffelbach. Eine Sprecherin sagte, insgesamt seien 17 Schüler aus sieben Klassen positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Alle Schüler dieser Klassen müssten bis zum 10. Dezember in Quarantäne. Damit sind im Weimarer Land nun fünf Schulen wegen Corona-Fällen vorerst geschlossen worden.

Gotha | Omikron-Verdacht bei Reiserückkehrerin

In Thüringen ist ein erster Verdachtsfall einer Infektion mit der neuen Omikron-Variante des Coronavirus aufgetreten. Betroffen ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums eine Frau aus dem Kreis Gotha, die von einer Reise aus dem südlichen Afrika zurückgekehrt war. Es sei aber noch nicht abschließend geklärt, ob es sich tatsächlich um die Omikron-Variante handele. Bei einer ersten Untersuchung seien drei Mutationen gefunden worden, die als typisch gelten. Eine Überprüfung am Universitätsklinikum Jena soll Gewissheit bringen.

Suhl | Wirte vermissen viele Stammgäste

Seit Mitte November gilt in Thüringen die 2G-Regel für Gaststätten. Wie klappt die Umsetzung? Was sagen die Gastwirte dazu? Wie geht es der Branche damit? Wir haben in Suhl nachgefragt.

Gera | Selbsthilfegruppe für Long-Covid-Patienten

In Gera ist die erste Selbsthilfegruppe für Long-Covid-Patienten gegründet worden - eine Gruppe für Personen, die an Langzeitfolgen einer Corona-Erkrankung leiden. Drei Betroffene berichten aus ihrem Alltag.

Thüringen | Ramelow äußert sich zum Corona-Gipfel

Mehr Impfungen und ein höheres Impf-Tempo in Thüringen: Das muss laut Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) in den kommenden Wochen höchste Priorität haben. "Auch Apotheker und Zahnärzte sollen sich an den Impfungen beteiligen können", sagte Ramelow nach der Bund-Länder-Konferenz am Donnerstag.

Er rief zudem dazu auf, Kontakte dringend einzuschränken. Im privaten Raum solle darauf geachtet werden, "Begegnungen im überschaubaren Kreis zu halten" - auch mit Blick auf Weihnachten und Silvester. Alles mit dem Ziel, Infektionen nicht weiterzugeben. "Wir müssen sorgsam miteinander umgehen", sagte Ramelow.

Deutsch­land | Überregionale Corona-News

Bund und Länder beschließen schärfere Corona-Regeln - insbesondere für Ungeimpfte +++ Feuerwerksverbot zu Silvester +++ Zahnärzte und Apotheker sollen impfen dürfen +++ Mehr überregionale News im MDR AKTUELL-Corona-Ticker.

Thüringen | Corona-Sterblichkeit im Freistaat am höchsten

In Thüringen ist die Corona-Sterblichkeit derzeit bundesweit am höchsten. Das geht aus der "Corona-Map" der Universität München hervor. Demnach sterben in Bundesländern mit niedriger Impfquote offenbar mehr Menschen an Covid-19 als in Ländern mit höherem Impfanteil.

So wurden in den vergangenen sieben Tagen in Thüringen (Impfquote 63 Prozent) sieben bis acht Todesfälle auf 100.000 Einwohner gemeldet, in Bremen (Impfquote 80 Prozent) war es nur einer. Auch Sachsen, Bayern und Brandenburg verzeichnen überdurchschnittlich viele Corona-Tote. Alle drei Länder haben ebenfalls niedrige Impfquoten.

Auffrischungsimpfungen in jedem zweiten Heim

Thüringenweit haben bisher die Bewohnerinnen und Bewohner in jedem zweiten Alten- und Pflegeheim eine Corona-Auffrischungsimpfung erhalten. Das teilte die FDP im Thüringer Landtag mit. Die Liberalen berufen sich dabei auf eine Liste des Corona-Krisenstabes der Landesregierung.

Aus dieser geht laut FDP hervor, dass bis zum 26. November die Bewohner in 161 von 330 Heimen geimpft wurden. Die FDP und fordert, die Heime bei den Impfungen stärker zu berücksichtigen. Eine konsequente Priorisierung sei entscheidend im Kampf gegen die Pandemie, sagte der Landtagsgruppen-Sprecher Thomas Kemmerich.

Thomas Kemmerich, FDP-Abgeordneter steht im Plenarsaal des Thüringer Landtags.
FDP-Landtagsgruppen-Sprecher Thomas Kemmerich. Bildrechte: dpa

Täglich höre man von Heimen, deren Bewohner und Mitarbeiter erkranken und schlimmstenfalls sterben. Vor allem die pflegebedürftigen Menschen müssten vordringlich geschützt werden, so Kemmerich.

Es reiche nicht aus, die älteren Menschen zu Hause mit einem Standardschreiben über Impfmöglichkeiten zu informieren. Vielmehr sollten ihnen konkrete Terminvorschläge unterbreitet werden - inklusive Transport. Alternativ seien mobile Impfteams denkbar.

Leinefelde-Worbis | "Bärenwinter" abgesagt

Der Bärenwinter mit weihnachtlichen Aktionen am 2. Advent im Bärenpark Worbis fällt aus. Wie Sprecher Christopher Schmidt MDR THÜRINGEN sagte, machen die aktuellen Corona-Inzidenzen ein fröhliches Treiben im Bärenpark unmöglich. Deswegen werde das Programm mit Waffeln, Basteln und Märchen auf nächstes Jahr verschoben. Auch der Fackelumzug findet nicht statt. Den ersten Bärenwinter gab es 2019.

Arnstadt | Märchenwald statt Weihnachtsmarkt

Mit Weihnachtshütten und einem Märchenwald will die Stadt Arnstadt Weihnachtsstimmung in der Innenstadt verbreiten. Verschiedene Weihnachts-Buden sind verteilt aufgebaut worden. Rund um die Bachkirche steht ein Märchenwald, der auch nachts beleuchtet wird. Der vom 2. bis 5. Dezember geplante Weihnachtsmarkt musste aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden musste.

Auch in Eisenach soll nach der Weihnachtsmarkt-Absage ein weihnachtlicher Wochenmarkt für ein wenig Weihnachtsstimmung sorgen.

Jena, Saalfeld | Hunderte Menschen bei Corona-Protesten

In Jena und Saalfeld sind am Mittwochabend Hunderte Gegner und Kritiker der Corona-Regeln auf die Straße gegangen. Mit Kerzen und Fackeln protestierten sie gegen die aktuellen Auflagen und eine mögliche Impfpflicht. Zuvor war über soziale Medien in mehreren Thüringer Städten zu Protestaktionen aufgerufen worden.

Menschen stehen mit Kerzen in der Fußgängerzone.
In Saalfeld protestierten am Mittwochabend Hunderte gegen die Corona-Regeln. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

In Jena war die Versammlung den Angaben nach nicht angemeldet gewesen. In einem Youtube-Video kritisierten Teilnehmer die Ausgrenzung von Nicht-Geimpften und sprachen sich gegen eine Impfpflicht in der Pflege aus. Laut Polizei blieb es überall weitgehend ruhig.

In Saalfeld standen viele Teilnehmer ohne Maske und dichtgedrängt in der Fußgängerzone. Die Versammlung löste sich nach etwas mehr als einer halben Stunde auf.

Thüringen | Zehn Kreise mit Inzidenz über 1.000

In Thüringen liegt die Corona-Inzidenz in zehn Kreisen über 1.000. Die Stadt Suhl mit 995 nur knapp darunter. Den höchsten Wert hat derzeit Saalfeld-Rudolstadt mit 1.546 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen. Bundesweit liegt Thüringen mit einer Inzidenz von 994 hinter Sachsen (1.180) auf Platz zwei.

Thüringen bereitet sich auf Kinder-Impfung vor

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht gegeben für die Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer für Kinder zwischen fünf und elf Jahren. Was bedeutet das für Kinder in Thüringen?

Impfaktionen ohne Termin

Jede Woche gibt es an verschiedenen Orten in Thüringen Impfangebote ohne Termin. Hier ein kleiner Überblick darüber, wo Sie sich noch in dieser Woche ohne Voranmeldung in Thüringen impfen lassen können.

Ilm-Kreis | Personalmangel an Kliniken

Die Corona-Pandemie fordert Ärzte und Pflegekräfte. Auch Thüringen hat Pflegekräfte verloren - einige sind ganz weg, andere treten kürzer. Inzwischen spitzt sich die Lage auch an den Ilm-Kreis-Kliniken zu.

Bad Berka | Stadt zahlt Corona-Tests in Kindergärten

Die Stadt Bad Berka kommt für die Kosten der Corona-Tests in den Kindergärten auf. Die Selbsttests könnten wesentlich zum Schutz vor dem Virus beitragen. Aus diesem Grund werde die Verwaltung die Testkits bezahlen, hieß es. Da die Betreuungszeiten der städtischen Kitas aktuell sehr eingeschränkt sind, würden außerdem die Elternbeiträge zum Teil reduziert, teilte Bürgermeister Michael Jahn (CDU) mit.

Jahn prangerte fehlende Testmöglichkeiten an. Im gesamten südlichen Weimarer Land gebe es keinen Ort, an dem sich Bürger testen lassen könnten. Er sei mit der Kassenärztlichen Vereinigung im Gespräch. Ziel sei es, in den kommenden beiden Wochen ein Testzentrum im Zeughaus Bad Berka zu errichten.

Thüringen | Wenige Fälle von Arbeitsquarantäne

In Thüringen hat es trotz anhaltenden Personalmangels in der Pflege zuletzt nur wenige Fälle von so genannter Arbeitsquarantäne gegeben. Das hat eine Umfrage von MDR THÜRINGEN bei Sozialverbänden und Landkreisen ergeben. Arbeitsquarantäne bedeutet, dass Menschen unter strengen Regeln weiter arbeiten, obwohl sie Corona-positiv getestet wurden oder direkten Kontakt mit einem Infizierten hatten.

Corona-Tests fehlen in Unternehmen

Seit einer Woche gilt 3G am Arbeitsplatz. Wer zum Job antritt, muss geimpft, genesen oder getestet sein. Das stellt die Unternehmen vor große Herausforderungen - wie zwei Beispiele aus Südthüringen zeigen.

Was bisher geschah | Corona-News von Montag, 1. Dezember 2021

Hier geht es zu den Corona-News vom 1. Dezember.

Quelle: MDR (fno,mm)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 02. Dezember 2021 | 19:00 Uhr

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