Corona-Pandemie Nordhäuser Landrat will Katastrophenfall ausrufen - Erfurt droht damit

Nordhausens Landrat will am 17. Dezember den Katastrophenfall für den Landkreis ausrufen, um die Weihnachtsferien früher beginnen zu lassen und somit Schulen zu schließen. Auch Erfurts Oberbürgermeister Bausewein droht mit dem Katastrophenfall, um die Entwicklung der Corona-Infektionszahlen zu bremsen.

Landrat Nordhausen
Nordhausens Landrat Matthias Jendricke (SPD) Bildrechte: Matthias Jendricke

Der Nordhäuser Landrat Matthias Jendricke (SPD) will am 17. Dezember den Katastrophenfall für seinen Landkreis ausrufen. Das kündigte er am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) an. Auch Bausewein nannte das als möglichen Schritt für die Landeshauptstadt, gab aber kein konkretes Datum an.

Mit der Ausrufung des Katastrophenfalls können Landkreise und kreisfreie Städte für ihre Gebiete eigenständig Entscheidungen treffen und die normalerweise geltenden Zuständigkeiten außer Kraft setzen. So können Kommunen unter anderem Schulen eigenmächtig schließen, die sonst der Zuständigkeit des Thüringer Bildungsministeriums unterliegen. 

Weihnachtsferien sollen schon am 20. Dezember beginnen

Mit der Ausrufung des Katastrophenfalls soll es nach Angaben von Jendricke und Bausewein möglich sein, dass die Weihnachtsferien nicht erst am 23., sondern schon am 20. Dezember beginnen. Die Kinder im Kreis Nordhausen sollen in diesen drei zusätzlichen Tagen notbetreut werden, sagte Jendricke. Er begründete seinen Vorstoß mit der Überlastung der Testlabore an den Weihnachtsfeiertagen.

Andreas Bausewein 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
2 min

MDR THÜRINGEN JOURNAL Mi 08.12.2021 19:00Uhr 02:16 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Krankenhäuser vor Überlastung schützen

Außerdem will Jendricke, dass sich Rettungswagen aus anderen Landkreisen vorher bei der Leitstelle anmelden müssen, wenn sie Kliniken des Kreises Nordhausen anfahren. Damit soll nach seinen Angaben stärker gesteuert werden, dass nur Corona-Notfälle in die Notaufnahmen gelangen, nicht aber Corona-Patienten mit einem schwächeren Krankheitsverlauf. Jendricke verwies hier auf Erfahrungen aus der vergangenen Weihnachtszeit, als Kliniken aus dem Umland Rettungswagen mit Patienten zum Südharz-Klinikum in Nordhausen umgeleitet hätten.

Erfurts Oberbürgermeister Bausewein verwies ebenfalls auf eine hohe Belastung des Personals von Krankenhäusern in der Landeshauptstadt. Allein im Katholischen Krankenhaus hätten sich 45 Prozent des Personals krank gemeldet. Bausewein und Jendricke warfen dem Land vor, zu wenig gegen die Corona-Pandemie zu unternehmen.

Andreas Bausewein
Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) Bildrechte: dpa

CDU kritisiert "Schlingerkurs"

Die CDU-Fraktion im Erfurter Stadtrat wirft hingegen Bausewein einen "Schlingerkurs" vor. Anfang des Jahres habe er die Vorgaben des Landes noch als zu lasch bezeichnet, nun gingen sie ihm zu weit, sagte CDU-Stadtrat Juri Goldstein. Als Beispiel verwies er auf das Agieren der Stadtverwaltung beim Weihnachtsmarkt, der zwei Tage nach Eröffnung wieder schließen musste. Hier habe Bausewein den Händlern unberechtigte Hoffnungen gemacht, kritisierte Goldstein.

Jena beklagt Situation an Schulen

Auch aus Jena war am Mittwoch Kritik an der Entscheidung des Landes zu hören, die Weihnachtsferien nicht vorzuziehen. Der für Schulen zuständige Bürgermeister Christian Gerlitz (SPD) sagte, ein normaler Schulbetrieb sei jetzt schon kaum noch möglich. Die Schulen hangelten sich von Quarantäne zu Quarantäne, was für Eltern, Lehrer und auch die Kinder eine unglaubliche Belastung bedeute. Bis zu den Weihnachtsferien sollte deshalb die Präsenzpflicht aufgehoben werden und die Rückkehr zum Distanzunterricht möglich sein.

Quelle: MDR(dr)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 08. Dezember 2021 | 19:00 Uhr

404 Not Found

Not Found

The requested URL /api/v1/talk/includes/html/d589ad9b-476c-48c6-8427-e543de50ac46 was not found on this server.

Mehr aus Thüringen