Juni-Verordnung Corona-Regeln in Thüringen: Maskenpflicht in Kliniken und Heimen gelockert

Trotz sinkender Corona-Zahlen soll bis zum 24. Juni die Maskenpflicht in Thüringen weitgehend erhalten bleiben. In Krankenhäusern und Heimen sind aber nur noch einfache Schutzmasken Pflicht. Die Regeln im Überblick.

Schülerin trägt einen Mund-Nasen-Schutz im Schulbus.
In Bussen und Bahnen bleibt in Thüringen eine Maskenpflicht bestehen. Bildrechte: imago images/Becker&Bredel

Hinweis der Redaktion: Inzwischen gibt es einen Entwurf für eine neue Thüringer Corona-Verordnung für die Zeit nach dem 24. Juni. Mehr in diesem Beitrag:

Die Corona-Regeln werden in Thüringen weiter gelockert. Trotzdem bleibt es in bestimmten Einrichtungen bei einer Maskenpflicht sowie einer Testpflicht für Ungeimpfte. Die neuen Regeln gelten bis zum 24. Juni.

Für diese Bereiche gilt weiter eine Maskenpflicht

Demnach müssen auch weiter in

  • Krankenhäusern,
  • Reha- und Vorsorgeeinrichtungen,
  • Dialyse-Einrichtungen
  • Tageskliniken und "ähnliche Einrichtungen"
  • Arztpraxen,
  • Pflegeheimen,
  • Bussen und Bahnen
  • Obdachlosen/Asylbewerberheimen

so genannte "qualifizierte Gesichtsmasken", also einfache Schutzmasken getragen werden. Die Pflicht für FFP2-Masken fällt damit jedoch in Krankenhäusern oder Pflegeheimen ab Sonnabend weg.

Testpflicht für Ungeimpfte bleibt in Krankenhäusern

Eine Testpflicht für Ungeimpfte beziehungsweise für Personen, die nicht als genesen gelten, besteht weiter

  • in Krankenhäusern,
  • für ambulante Pflegedienste
  • in Pflegeheimen
  • in Behindertenwohnheimen

Nur noch Empfehlung für Mindestabstand

Die Landesregierung empfiehlt weiter, in Geschäften und Taxis eine Maske zu tragen. Gleiches gilt für kommunalpolitische, parteipolitische Veranstaltungen und für Versammlungen, die "religiösen oder weltanschaulichen Zwecken" dienen, sowie für Gaststätten oder Bars, sofern man nicht dort am Platz sitzt. Eine Empfehlung gibt es schließlich auch für körpernahe Dienstleistungen, "soweit die Art der Leistung dies zulässt".

Die Landesregierung empfiehlt nur noch dringend, wann immer möglich den Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Wenn dies nicht möglich ist, sollte vor allem im Innenbereich eine Gesichtsmaske getragen und ausreichend gelüftet werden. Private Treffen sollten nicht in Innenräumen stattfinden. Empfohlen wird zudem, den Kontakt zu Personen außerhalb des eigenen Haushaltes zu reduzieren.

Isolierung bei Corona-Infektion

Bei einem Verdacht auf eine Corona-Infektion, die ohne Symptome verläuft, empfiehlt die Landesregierung eine selbstständige Isolation von fünf Tagen nach dem Tag des Corona-Tests. Für Mitarbeiter in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder ambulanten Pflegediensten gilt eine Isolation von zehn Tagen.

Ansonsten gilt bei einer Corona-Infektion weiter, dass eine amtlich angeordnete Quarantäne frühestens fünf Tage nach dem positiven Corona-Test beendet werden kann, wenn die Person zuvor 48 Stunden lang keine Symptome aufgewiesen hatte. Sonst endet die Quarantäne spätestens nach zehn Tagen oder sobald ein positives Ergebnis eines PCR-Tests vorliegt.

Eine Frau guckt in einer Wohnung Fernsehen und benutzt währenddessen ihr Smartphone.
Corona-Verdacht? Dann gelten fünf Tage Isolation. Bildrechte: dpa

Kein Hygienekonzept mehr für Arbeitgeber vorgeschrieben

Enthalten sind in der Thüringer Corona-Verordnung auch Regeln zum Arbeitsschutz - die bundesweite Arbeitsschutzverordnung ist zu Himmelfahrt ausgelaufen. Demnach sind Arbeitgeber weiter verpflichtet, die Gesundheit der Beschäftigten zu gewährleisten und je nach Gefährdungslage Maßnahmen zum Infektionsschutz umzusetzen - etwa Homeoffice oder kostenlose Tests und Masken.

Die Vorgabe, dass Unternehmen ein Hygienekonzept vorlegen müssen, ist in der neuen Verordnung nicht mehr enthalten.

Einreise-Regeln: Kein 3G mehr

Angesichts sinkender Corona-Fallzahlen hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) außerdem die Regeln für die Einreise nach Deutschland über die Sommermonate gelockert. Seit dem 1. Juni müssen Personen nicht mehr nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind. Diese Regelung gilt vorerst bis Ende August.

Ministerin Werner warnt vor neuer Corona-Welle im Herbst

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (SPD) sprach bei der neuen Verordnung von "Vereinfachungen im Rahmen des Möglichen". Sie warnt jedoch davor, dass im Herbst zügig reagiert werden sollte, falls die Infektionszahlen wieder steigen oder neue Virusvarianten auftreten sollten.

Zugleich rief sie zum Impfen auf, um sich vor einem schweren Krankheitsverlauf und einer erhöhten Ansteckungsgefahr zu schützen. Eine zweite Auffrischungsimpfung sei auf Wunsch möglich.

MDR (rom)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 11. Juni 2022 | 17:00 Uhr

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