Pandemie Corona-News vom 20.01.2022: Gesundheitsministerin räumt Mängel in Kommunikation ein - Städte und Kreise fordern Transparenz

+++ Klarere Regeln im Umgang mit Pandemie gefordert +++ Omikron nun vorherrschende Corona-Variante in Thüringen +++ Gesundheitsministerium rät von Lockerungen bei Warnstufe 2 in Kreisen ab +++ Caritas befürchtet Kündigungswelle wegen Impfpflicht +++ Erneut unangemeldete Demonstrationen im Freistaat +++ Alle Corona-News für Thüringen +++

Heike Werner (Die Linke), Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit Frauen und Familie von Thüringen, nimmt die Maske ab während der Regierungsmedienkonferenz.
In einer Videoschalte mit Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) forderten die Landräte und Oberbürgermeister klarere Regeln im Umgang mit der Pandemie. Bildrechte: dpa

So geht es weiter | Corona-News vom 21. Januar

Hier lesen Sie den Nachrichtenüberblick von Freitag, 21. Januar 2022

Thüringen | Städte und Kreise fordern klarere Corona-Regeln

Die Thüringer Städte und Landkreise haben klarere und transparentere Regeln im Umgang mit der Pandemie gefordert. Sowohl der Bund als auch das Land kommunizierten Regeln und Auflagen, die teilweise widersprüchlich und manchmal schwer nachvollziehbar seien, sagte der Geschäftsführer des Gemeinde- und Städtebunds Ralf Rusch MDR THÜRINGEN. In einer Videoschalte hatte Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) die Landräte und Oberbürgermeister am Donnerstag über die neue Corona-Verordnung informiert, die ab Sonntag gilt.

Wieso sind die Schwimmhallen in Thüringen geschlossen, während sie im benachbarten Hessen - wo die Inzidenzen weit höher liegen - alle offen stehen? Wie soll man den Bürgern vermitteln, dass in vielen Geschäften im Thüringer Einzelhandel nur Geimpfte und Genesene, in Bayern dagegen auch Getestete shoppen gehen dürfen? Gesundheitsministerin Werner räumte Mängel in der Kommunikation ein, machte dafür aber vor allem den Bund verantwortlich. Als Beispiel nannte sie etwa die überraschende Empfehlung des Robert-Koch-Instituts, den Zeitraum für den Genesenenstatus zu verkürzen.

Auch die Ministerin forderte mehr klare, bundeseinheitliche Regelungen. Darüber hinaus verteidigte Werner ihre Linie, sich beim Festlegen von Regeln wieder mehr an den Inzidenzen zu orientieren. Die seien ein Indikator dafür, wie sich Kliniken und Intensivstationen in der näheren Zukunft füllen würden. In der neuen Verordnung werden die bestehenden Regeln im Wesentlichen fortgeschrieben. Die Quarantäne-Zeiträume sollen angepasst, die Personen-Obergrenze für Demonstrationen gestrichen werden. Die Verordnung soll zunächst für drei Wochen gelten.

Dehoga fordert Ende der Corona-Sperrstunde

Nach dem Aussetzen der 2G+-Regel in der Gastronomie fordert der Branchenverband auch das Aus der coronabedingten Sperrstunde. Deren Wirkung ist nach Ansicht des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) "völlig unsinnig". Dehoga-Chef Dirk Ellinger sagte, ursprünglich sei sie mit der Ausgangssperre für nicht Geimpfte begründet worden. Diese dürften aber sowieso nicht unter der 2G-Regel in Gaststätten. Wegen des eingeschränkten Betriebs in Gaststätten würden außerdem immer mehr Feiern in Privaträumen abgehalten. Nach Angaben der Dehoga sind bereits 22 Prozent der Betriebe im Thüringer Gastgewerbe geschlossen, 25 Prozent gehen von einer Schließung aus.

Omikron-Fälle häufen sich

Die sich leichter verbreitende Coronavirus-Variante Omikron ist nun auch in Thüringen vorherrschend. In der zweiten Januarwoche wurden laut Gesundheitsministerium 343 Fälle Omikron zugerechnet und nur noch 93 Fälle der bis zuletzt vorherrschenden Delta-Variante. Der Omikron-Anteil liege nun bei 77 Prozent - eine Woche zuvor waren es 41 Prozent.

Weimarer Land | Corona-Ausbrüche in Pflegeheim und Kindergärten

Im Weimarer Land hat es einen größeren Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim gegeben. Wie das Landratsamt mitteilte, wurden in dem Heim in Ettersburg bislang sechs Bewohner einer Wohngruppe und fünf Beschäftigte positiv auf das Corona-Virus getestet. Auch etliche Kindergärten und Schulen im Kreis meldeten Infektionen. Allein in Bad Sulzas Kita "Carl Später" wurden neun Kinder und zwei Erzieher positiv getestet. Insgesamt registrierte das Gesundheitsamt seit der letzten Meldung am Mittwoch 89 neue Corona-Fälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei 354.

Thüringen | CDU fordert Klarheit zu Genesenen-Status

Die Thüringer CDU fordert von Berlin Klarheit über den Genesenen-Status nach einer Covid19-Erkrankung. Landeschef Christian Hirte teilte mit, die Reduzierung von sechs auf drei Monate sei ein gravierender Kurswechsel gewesen, der viele Bürger betreffe. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) müsse Klarheit schaffen. Dazu will Hirte in der nächsten Fragestunde des Bundesrates eine Anfrage an die Bundesregierung richten. Die Dauer des Genesenen-Status müsse auf solider wissenschaftlicher Grundlage festgelegt werden. Entweder die Bundesregierung liefere diese, oder sie müsse sich korrigieren, so Hirte.

Altenburg | Landkreis sucht neuen Amtsarzt

Der Amtsarzt im Altenburger Land, Stefan Dhein, hat nach fast sieben Jahren gekündigt. Er sei in der Corona-Pandemie mehrfach bedroht worden, sagte ein Sprecher des Landratsamtes.

weltweit | Omikron: Biontech-Booster schützt zeitlich begrenzt vor Ansteckung

Laut Biontech-Forschern schützt die Booster-Impfung vor einer Infektionen mit Omikron. Dieser Schutz hält aber nur relativ kurz, so die britische Gesundheitsbehörde UK Health. Israelische Forscher haben ermittelt: auch eine vierte Dosis kann das nicht ändern. Der Schutz vor schwerem Verlauf bleibt aber hoch.

bundesweit | Gefälschte Corona-Impfstoffe: Bisher keine Fälle in Deutschland bekannt

Der Weltgesundheitsorganisation ist das Problem seit geraumer Zeit bekannt: Immer wieder geraten gefälschte Impfstoffe in den Umlauf – und das rund um den Globus. In Deutschland sind laut BKA bislang keine gefälschten Impfstoffe aufgetaucht.

Thüringen | Impfpflicht in der Pflege: Caritas-Verband erwartet Kündigungen

Der Deutsche Caritasverband rechnet angesichts der Einführung einer Impfpflicht im Gesundheitsbereich ab dem 16. März mit vermehrten Kündigungen von Mitarbeitern in Pflegeheimen. Vor allem Einrichtungen in Bundesländern mit geringer Impfquote wie in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Teilen Bayerns und Baden-Württembergs könnten betroffen sein, sagte die Präsidentin des Wohlfahrtsverbandes, Eva Maria Welskop-Deffaa, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Von dort sei zu hören, dass es Mitarbeiter gebe, die eher ihre Stelle in der Altenpflege oder Behindertenhilfe aufgeben werden, als sich impfen zu lassen, sagte Welskop-Deffaa. "Sie suchen und finden neue Arbeitsplätze etwa im Einzelhandel und kommen damit dem Gesundheitsamt zuvor."

Meuselwitz | Impfen ohne Termin in Schnaudertalhalle

Eine Impfaktion ohne Termin wird am Donnerstag in Meuselwitz (Altenburger Land) angeboten. Die Schnaudertalhalle ist dazu von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Laut Stadtverwaltung sind Erst-, Zweit- oder Dritt-Impfungen möglich. Auch Kinder ab zwölf Jahren können im Beisein einer erziehungsberechtigten Person geimpft werden. Für die Impfung sind Personal- und Impfausweis sowie die Krankenkassenkarte nötig.

Thüringen | Trotz Warnstufe 2: Gesundheitsministerium rät von Lockerungen ab

Das Thüringer Gesundheitsministerium rät von Lockerungen in den Corona-Vorgaben der Landkreise ab, auch wenn diese in Warnstufe 2 herabgestuft wurden. In einem Schreiben an die Landkreise heißt es, diese Lockerungen kämen voraussichtlich nur für wenige Tage zum Tragen, weil bald wieder höhere Infektionszahlen absehbar seien. Das lege die Entwicklung in den benachbarten Bundesländern nahe. Ohnehin müsste eine gelockerte Allgemeinverfügung des jeweiligen Landkreises vom Gesundheitsministerium genehmigt werden. Derzeit befinden sich sechs Thüringer Landkreise in Warnstufe 2.

Erneut unangemeldete Demos am Mittwochabend

In Thüringen haben am Mittwochabend erneut Menschen gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Insgesamt kamen mehr als 1.100 Personen auf acht Versamlungen zusammen, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Eine behördliche Anmeldung lag demnach für keine der Versammlungen vor. Die meisten Menschen demonstrierten in Schleiz mit 500 Teilnehmern, in Geisa mit 218 und in Gera mit 130. In Eisfeld versammelten sich nach Zählungen der Polizei gut 100 Menschen, in Floh-Seligenthal 95, in Schwallungen rund 40, in Jena 30 und in Neuhaus am Rennweg 17.

Es gab laut Polizei keine Gegenproteste. In drei Städten identifizierte die Polizei jeweils eine Person als Versammlungsleiter oder -leiterin. Wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz leitete die Polizei Strafverfahren ein. Außerdem eröffnete sie in ganz Thüringen 26 Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen Versammlungsteilnehmende. Gründe sind etwa Verstöße gegen das Versammlungsgesetz und das Infektionsschutzgesetz.

Was bisher geschah | Corona-News von Mittwoch, 19.01.2022

Quelle: MDR/dpa (jml/fno)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 20. Januar 2022 | 19:00 Uhr

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