Pandemie Neue Corona-Verordnung: Das gilt im September in Thüringen

Die Inzidenz ist in Thüringen nicht mehr die alleinige Grundlage für Corona-Regeln. Auch die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern und die Auslastung der Intensivstationen werden nun berücksichtigt.

In Thüringen werden die Corona-Vorschriften künftig nicht mehr allein auf Grundlage der Inzidenzwerte geregelt. Das geht aus der neuen Corona-Verordnung hervor, die das Thüringer Gesundheitsministerium am Montag veröffentlicht hat. Die Verordnung gilt seit Dienstag (26. August).

Demnach sind für Auflagen in den Kreisen und kreisfreien Städten neben den Infektionszahlen auch die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern entscheidend. Steigen die Werte über eine Basisstufe, gelten bis zu drei Warnstufen nach einem Ampelsystem.

Grafik zum Corona-Warnsystem in Thüringen ab 24. August
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Inzidenz plus Krankenhausaufnahme oder Anteil Corona-Intensivpatienten

Für die Basisstufe (grün) muss in einem Landkreis oder einer Stadt die Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen gerechnet auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner binnen sieben Tagen - unter 35 liegen. Gleichzeitig dürfen in dem betreffenden Kreis oder der kreisfreien Stadt nicht mehr als vier Corona-Patienten binnen sieben Tagen und gerechnet auf 100.000 Einwohner neu in einem Krankenhaus aufgenommen worden sein. Die thüringenweite Auslastung der Intensivstationen mit Corona-Patienten darf zudem 3,0 Prozent nicht überschreiten.

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Warnstufe 1: Strengere Testvorschriften

Übersteigt die Inzidenz plus einer der beiden anderen Werte diese Grenzen, greift die Warnstufe 1. Damit verbunden sind strengere Testvorschriften für etwa Gaststätten, Fitnessstudios, Saunen, Schwimmbäder und Veranstaltungen in geschlossenen Räumen. In Hotels muss ein Corona-Test bei Anreise und zwei Mal pro Woche während des Aufenthalts gemacht werden. Bei stark ansteigendem Infektionsgeschehen innerhalb der Warnstufe treten zudem Kontaktbeschränkungen in Kraft. Ausgenommen von den Maßnahmen sind Genesene und Geimpfte.

Warnstufe 2: Maskenpflicht

Ab einem Inzidenzwert von über 100 sowie sieben Corona-Patienten, die pro Woche ins Krankenhaus kommen, oder einer Auslastung der Intensivstationen von über sechs Prozent tritt Warnstufe 2 in Kraft. Ab dann gelten Kontaktbeschränkungen in geschlossenen Räumen sowie stärkere Begrenzungen der Teilnehmerzahlen von öffentlichen und privaten Veranstaltungen.

Die Maskenpflicht gilt an allen Orten, an denen Mindestabstände nicht eingehalten werden können. Schüler und Lehrer müssen dann während des Unterrichts eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Warnstufe 3: Schließungen nur mit Absprache

Steigt der Inzidenzwert trotz allem über 200 und sollten pro Woche zwölf Corona-Patienten ins Krankenhaus eingeliefert werden oder die Intensivstationen zu zwölf Prozent ausgelastet sein, tritt Warnstufe 3 in Kraft. Hierbei sollen weitere gezielte Eindämmungsmaßnahmen erlassen werden, die das Infektionsgeschehen und auch örtliche Verhältnisse berücksichtigen.

Laut Gesundheitsministerium dürfen Schließungen von Einrichtungen und Angeboten nur in Absprache mit dem Land getroffen werden.

Momentan befinden sich alle Landkreise und kreisfreien Städte in Thüringen in der Basisstufe. Demnach seien auch der Wartburgkreis mit der Stadt Eisenach noch im grünen Bereich. Die neue Verordnung tritt am Dienstag in Kraft und gilt bis 21. September.

Hygieneregeln weiter einhalten

Sozialministerin Heike Werner (Linke) erklärte, Grundlage aller Infektionsschutzmaßnahmen bleibe der Thüringer Eindämmungserlass. Er sei entsprechend angepasst worden und gelte ab Inkrafttreten der Verordnung.

Werner begründete den Strategiewechsel mit dem erreichten vollständigen Impfschutz bei über 54 Prozent der Bevölkerung des Freistaates. Damit sinke auch der Anteil der Infizierten, die schwer erkrankten oder sogar im Krankenhaus behandelt würden.  

Auch wenn sich das Land in einer anderen Situation befinde als im vergangenen Herbst, „müssen wir jedoch weiterhin achtsam und solidarisch sein, um sicher durch die vierte Welle zu kommen“, appellierte die Ministerin. Dazu zähle, die Impfangebote zu nutzen und die geltenden Hygieneregeln weiter einzuhalten.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn,epd

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 23. August 2021 | 13:00 Uhr

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