Haustiere Hundesteuer: Steigende Einnahmen in Thüringen

Die Corona-Pandemie hat Thüringen auf den Hund gebracht. Städte und Gemeinden spüren das in den Kassen. Das Plus beträgt bis zu 15 Prozent.

Golden Retriever-Welpen
Golden Retriever gehören zu den beliebtesten Hunden in Deutschland. Die Haltungskosten sind je nach Region sehr unterschiedlich. Bildrechte: Colourbox.de

Sie heißen Balu, Buddy oder Luna und bringen ihren Besitzern Abwechslung, Bewegung und ganz viel Hundeliebe. Doch einen Hund zu halten kostet. Neben der Hundesteuer werden Haftpflichtversicherung, Tierarzt- und Futterkosten fällig.

Bis 2019 waren nach einer Studie der Dualen Hochschule Gera-Eisenach die Einnahmen durch die Hundesteuer weitgehend konstant. Das ändert sich aktuell: Die Einnahmen durch die Hundesteuer stiegen 2020 in Thüringen um 3,66 Prozent im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019. Laut Statistischem Landesamt haben Städte und Gemeinden 8,445 Millionen Euro durch diese Steuer eingenommen. 2021 dürfte die Steigerung ähnlich ausfallen.

Große Hundesteuer-Unterschiede in Thüringen

Städte und Gemeinden regeln die Höhe der Hundesteuer in Satzungen. Hundehalter in Erfurt müssen landesweit am tiefsten in die Tasche greifen: 108 Euro kostet der Erst-Hund. Die Einnahmen der Hundesteuer sind in der Landeshauptstadt 2021 im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben. Das gilt auch für Suhl.

Jena hat Hundesteuer deutlich angehoben

Die Stadt Jena hat 2021 voraussichtlich ein Plus von 15,2 Prozent. Das liegt aber nicht daran, dass es mehr Vierbeiner gibt. Die Stadt hatte im August 2021 die Hundesteuer spürbar von 84 auf 102 Euro angehoben. In Weimar und Gera gibt es ein Einnahmeplus von 4,8 und 3 Prozent. Hundehalter in Weimar müssen 60 Euro für den ersten Vierbeiner zahlen, in Gera werden jährlich 96 Euro Hundesteuer fällig. Am preiswertesten - so haben es Studierende des Studiengangs Internationales Management unter Betreuung von Professor Gerhard Reiter recherchiert - ist es für Pößnecker, einen Hund zu halten: 35 Euro pro Jahr. Bundesweiter Spitzenreiter ist Mainz: Dort werden Hundehalter mit 186 Euro zur Kasse gebeten.

Eine Grafik zeigt die unterschiedlichen Hundesteuer-Tarife in Thüringen.
Die Grafik zeigt die unterschiedlichen Hundesteuer-Tarife in Thüringen. Bildrechte: MDR/Duale Hochschule Gera-Eisenach

Ausnahmen für Dienst- und Assistenzhunde

Die jeweiligen Satzungen benennen, welche Hundebesitzer von der Steuer befreit sind. In Erfurt gibt es einen Nachlass für Assistenzhunde, die Menschen mit Seh- oder Gehörbehinderung unterstützen. Das gilt auch für Therapiehunde. Sanitäts- und Rettungshunde der verschiedenen Organisationen wie Rotes Kreuz oder THW sind ebenso ausgenommen. Auch Diensthunde von Forstbeamten, Herdenschutzhunde oder Hunde von Artisten werden nicht besteuert. Wer in Erfurt und Jena einen Hund aus dem Tierheim zu sich holt, ist ein Jahr lang von der Steuer befreit.

Höhere Steuern für "gefährliche Hunde"

Deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen Halter sogenannter gefährlicher Hunde. Zwar hat Thüringen die Rasseliste für gefährliche Hunde abgeschafft, regelt aber in einer Verordnung, das auffällige Hunde einen Wesenstest absolvieren müssen.

Schäferhund-Terrier-Mischling
Hunde sind nach Katzen die beliebtesten Haustiere in Deutschland. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Labrador und Retriever in Thüringen beliebt

Die Befragung zu Lieblingshunden der Thüringer ist nicht repräsentativ. Nach Angaben der abgefragten Städte ist die Liste der beliebtesten Rassehunde ziemlich übereinstimmend. Demnach stehen Labrador und Retriever ganz hoch in der Gunst, gefolgt von Chihuahua, Französischer Bulldogge und Jack Russell-Terriern. Auf dem ersten Platz stehen aber andere: die Mischlinge.

Quelle: MDR(dw/mm)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 29. Dezember 2021 | 07:00 Uhr

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