Fachhochschule statt Uni Lehrermangel: Anforderungen an Seiteneinsteiger sollen sinken

Bisher müssen Seiteneinsteiger in Thüringen einen Universitätsabschluss vorweisen, wenn sie den Job wechseln und Lehrer werden möchten. Bildungsminister Helmut Holter will das künftig ändern.

Lehrer im Unterricht mit Schülern und Schülerinnen
In Thüringen fehlen derzeit nach Angaben des Bildungsministeriums rund 800 Lehrer. Bildrechte: IMAGO / photothek

Der Thüringer Bildungsminister will im Kampf gegen Lehrermangel die Anforderungen an Seiteneinsteiger senken. Helmut Holter (Linke) sagte MDR THÜRINGEN, künftig solle statt dem bisher geforderten Universitätsabschluss ein Fachhochschulstudium ausreichen. Diesen Vorschlag wolle er in Kürze vorlegen.

23 Prozent Seitenensteiger in Lehrerberuf

Bislang ist ein Hochschulabschluss einer Universität oder gleichgestellten Hochschule Voraussetzung, um in den sogenannten Vorbereitungsdienst des Landes aufgenommen zu werden. Dabei werden den Bewerbern dann auch pädagogische Grundkenntnisse vermittelt.

In Thüringen waren laut Bildungsministerium zuletzt 23 Prozent aller neu eingestellten Lehrer Seiteneinsteiger. Sie unterrichten vor allem an berufsbildenden Schulen, beispielsweise im Bereich Wirtschaft.

Rund 800 Lehrer fehlen in Thüringen

Das Ministerium gibt die Zahl fehlender Lehrer an den staatlichen Schulen mit rund 800 an. Laut der aktuellen Unterrichtsstatistik ist zuletzt jede zehnte Unterrichtsstunde in Thüringen ersatzlos ausgefallen. Grund sind erkrankte oder generell fehlende Fachlehrer. An den staatlichen Schulen in Thüringen sind gut 20.100 Lehrer beschäftigt, die knapp 220.000 Schüler unterrichten.

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MDR (nis)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 04. Dezember 2022 | 18:00 Uhr

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