Thüringen Schweinehalter fordern Planungssicherheit für mehr Tierwohl

In Thüringen werden immer weniger Schweine gehalten. Die Züchter fordern von der Politik jetzt einheitliche Regeln, um investieren zu können - auch im Sinne des Tierwohls.

Jungsauen im Stall eines Schweinezuchtbetriebes.
Die Zahl der in Thüringen gehaltenen Schweine geht seit Jahren zurück. (Symbolfoto) Bildrechte: dpa

Thüringer Schweinehalter sehen sich in ihrem Bemühen, für mehr Tierwohl zu sorgen, von der Politik ausgebremst. "Wir sind gerne bereit, in mehr Tierwohl zu investieren", sagte Roland von Asten, Vorstandsmitglied der Interessensgemeinschaft der Schweinehalter in Thüringen, am Montag in Erfurt. "Aber für uns herrscht derzeit eine sehr große Rechtsunsicherheit. Vorschriften, die heute gelten, können schon morgen wieder hinfällig sein."

Schweinehalter warten auf einheitliche Regeln

Die Tierhalter kritisierten, dass die seit Jahren von der Bundesregierung geplante neue Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung immer noch nicht vorliegt. Ohne bundeseinheitliche Festlegungen, etwa zur Größe von Bewegungsbuchten für Schweine, sei das Risiko für Umbauten zu groß. Als Konsequenz zögerten die Betriebe, in neue Ställe - und damit auch in das Tierwohl - zu investieren.

Zahl der Schweine in Thüringen geht zurück

In Thüringen halten laut Interessensgemeinschaft knapp 200 Unternehmen Schweine, 84 von ihnen sind in dem Verein organisiert. Nach Angaben der Thüringer Schweinezüchter droht die Gefahr, dass die Zahl der Tiere im Freistaat weiter sinkt und mehr Fleisch importiert werden muss. Im vergangenen Jahr wurden hier knapp 720.000 Schweine gehalten, vor fünf Jahren waren es noch mehr als 850.000.

Um für mehr Transparenz in den Betrieben zu sorgen, appellierten die Halter an die künftige Landesregierung, sich dafür einzusetzen, etwa in Kindergärten und Schulen über Landwirtschaft und Schweinehaltung aufzuklären. Man sei bereit, dafür beispielsweise die Ställe für Besichtigungen zu öffnen.

Umfrage: Politik will nachhaltige Schweinezucht - doch Konkretes fehlt

Insgesamt zeigten sich die Züchter mit den Ergebnissen einer Umfrage unter Landespolitikern zur Schweinehaltung zufrieden. Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft, André Telle, sagte, dass alle Parteien bereit seien, sich für eine nachhaltige Schweinezucht im Freistaat einzusetzen. Gleichzeitig fehlten allerdings noch klare Aussagen darüber, wie die Situation für die Tierhalter verbessert werden könne.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa,maf

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 23. September 2019 | 19:00 Uhr

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