Solarbranche Masdar schließt Werk in Ichtershausen

Erst seit 2009 produziert das arabische Unternehmen in Ichtershausen bei Arnstadt Solarmodule. Nun soll zum Jahresende Schluss sein. Masdar nennt zur Begründung die allgemein schlechte Lage der Branche.

Auߟenansicht des Solarzellenherstellers Masdar PV GmbH in Ichtershausen bei Erfurt
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Der arabische Investor Masdar schließt bis Jahresende sein Solarzellen-Werk in Ichtershausen bei Arnstadt. Der Konzern nannte als Grund die schlechte wirtschaftliche Lage der Solarstrom-Branche. Von der Schließung sind 160 Arbeitsplätze betroffen.

Die Geschäftsführererin von Masdar PV, Tushita Ranchan, erklärte, man habe das Unternehmen trotz andauernder Verluste in der Hoffnung weitergeführt, dass sich die Lage bessern würde: "Leider hat sich die Situation jedoch zunehmend verschlechtert." Masdar PV kündigte an, gemeinsam mit dem Thüringer Wirtschaftsministerium die Mitarbeiter bei der Suche nach alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten zu unterstützen.

Masdar PV produziert seit 2009 in Ichtershausen. Das Werk ist auf sogenannte Dünnschicht-Module spezialisiert. Die Solarzellen sind laut Unternehmensangaben besonders effizient und für Freiflächen und große Dachanlagen geeignet. In den vergangenen zwei Jahren hatten unter anderem Schott und Sunways ihre Solarproduktion in Jena und Arnstadt eingestellt.

Wirtschaftsminister enttäuscht - Aufbaubank prüft Rückforderung

Thüringens Wirtschaftsminister Uwe Höhn zeigte sich enttäuscht: "Ich bedaure die Entscheidung von Masdar, das Werk bis Ende 2014 zu schließen. Sie kommt allerdings nicht völlig überraschend." Höhn sagte, Überkapazitäten und Dumpingwettbewerb auf dem globalen Photovoltaik-Markt hätten insbesondere kleinere Hersteller wie Masdar hart getroffen.“ Im Vordergrund stehe jetzt die Zukunft der Beschäftigten. Dazu habe es bereits Gespräche mit dem Unternehmen und der Arbeitsagentur gegeben.

Unterdessen prüft die Thüringer Aufbaubank eine mögliche Rückforderung von Fördergeldern. Masdar hatte laut Wirtschaftsministerium im Jahr 2009 für das Werk 13,3 Millionen Euro Fördergeld bewilligt bekommen, wovon zehn 10 Millionen Euro ausgezahlt wurden.

Branchenverband Solarvalley nicht überrascht

Auch der Branchenverband Solarvalley Mitteldeutschland bezeichnete das Ende von Masdar PV als nicht überraschend. Verbandsgeschäftsführer Peter Frey sagte MDR THÜRINGEN, das Ichtershäuser Unternehmen habe auf so genannte Dünnschicht-Solar-Module gesetzt. Diese Technologie sei aber ausgereizt und habe auf dem Markt nicht mehr mithalten können. Dünnschicht-Module seien zwar günstiger in der Herstellung, hätten aber einen deutlich geringeren Wirkungsgrad als etwa die kristallinen Zellen. Alle anderen Hersteller dieser Produkte seien schon vom Markt verschwunden, so gesehen habe es Masdar PV lange geschafft, sich zu behaupten, so Frey.

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