Scheuer Jäger Forschungsprojekt zur Ausbreitung des Luchses

Lange galt der Luchs in Deutschland als ausgestorben. Inzwischen ist die Raubkatze zurückgekehrt. 137 Tiere konnten deutschlandweit nachgewiesen werden. Auch in Thüringen sind ein paar Luchse heimisch geworden. Doch von einem sich erholenden Bestand kann noch lange keine Rede sein. Eine Studie soll klären, wie die Ausbreitung gestärkt werden kann.

Nach einer langen Zeit der Verfolgung wegen seines Pelzes und der beinahen Ausrottung schleicht der Luchs wieder durch einzelne Gebiete Deutschlands. Im Eichsfeld und im Südharz gibt es der Naturschutzorganisation BUND zufolge etwa fünf sesshafte Tiere. Wie die Ausbreitung der streng geschützten Raubkatze gestärkt werden kann, soll ein Projekt zeigen. Beteiligt sind neben dem BUND, der WWF und das Thüringer Umweltministerium.

Die Fachleute gehen davon aus, dass dem Thüringer Wald bei der Vernetzung der Populationen eine große Bedeutung zukommen könnte. Der Freistaat habe aufgrund seiner zentralen Lage eine Schlüsselrolle bei der Wiederausbreitung der Luchse in Deutschland, sagte Umweltministerin Anja Siegesmund bei einem Online-Pressegespräch unter dem Titel "Status quo und Zukunft des Luches in Thüringen".

Kein wachsender Luchs-Bestand in Thüringen

Fotofallen an 47 Standorten haben in den vergangenen Monaten über hundert Aufnahmen von Luchsen gemacht. Neben den fünf sesshaften Tieren gibt es etwa 13 Luchse, die sich nur kurz in Thüringen aufhielten und aus dem Harz kamen, so das Projektteam. Die Wissenschaftler sehen den Luchs-Bestand in Thüringen allerdings auch künftig nicht wachsen. Denn ohne menschliches Eingreifen blieben die drei deutschen Luchs-Populationen im Harz, im Böhmerwald in Bayern und im Pfälzerwald auf absehbare Zeit mit großer Wahrscheinlichkeit isoliert, erklärt Marco Heurich, Professor für Wildökologie und Wildtiermanagement an der Universität Freiburg.

Als einen möglichen Grund für die Isolation vermutet Burkhard Vogel vom BUND Thüringen, dass insbesondere die Luchs-Männchen zwar weit wandern, aber die Weibchen sich immer nur in benachbarten Revieren bereits etablierter Populationen ansiedeln. "Und dann spielen natürlich auch Barrieren wie Straßen und fehlende Vernetzungskorridore eine große Rolle."

Verbindung der Luchs-Gebiete

Berechnungen im Rahmen eines Forschungsprojekts des BUND Thüringen und der Universitäten Göttingen und Freiburg zeigen: Um die Vorkommen im Böhmerwald und im Harz zu vernetzen, ist es wichtig, dass sich mehr Tiere im Thüringer Wald ansiedeln. Wichtig ist die Verbindung der Luchs-Gebiete vor allem auch, um genetische Vielfalt in den Populationen zu erhalten.

Mit dem neuen Projekt soll nun unter anderem geklärt werden, ob eine gezielte Wiederansiedlung überhaupt möglich wäre. Dafür planen die Akteure etwa Gespräche mit Kommunen, Waldbesitzern und Jägern. Denn die scheue Raubkatze frisst gerne Rehe. Das Thüringer Umweltministerium fördert das Projekt mit 115.000 Euro.

Quellen: MDR THÜRINGEN/dpa, epd

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 09. Juni 2021 | 19:00 Uhr

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