Gastronomie Hotel Fürstenhof in Nordhausen holt sich Nachwuchs aus Marokko

Das Hotel Fürstenhof hat 2019 nach der Sanierung neu geöffnet und benötigte 30 Beschäftigte. Weil Firmenchef Axel Heck in Nordhausen zu wenig Auszubildende fand, hat er fünf Lehrlinge aus Marokko geholt. Dort gibt es eine Berufsschule, wo junge Leute ausgebildet werden und Deutsch lernen. Der Papierkram hält sich in Grenzen.

Azubi Imane Bouzara aus dem Hotel Fürstenhof in Nordhausen
Die 21-jährige Imane Bouzara macht seit drei Monaten eine Lehre zur Restaurantfachfrau. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Imane Bouzara ist neu in Nordhausen: die 21-jährige aus Marokko räumt Frühstückstische ab und füllt das Buffett nach. Sie ist vor drei Monaten nach Thüringen gekommen, um hier eine Lehre zur Restaurantfachfrau zu machen. Ihr gefällt die duale Ausbildung: "Du kannst das Praktische im Betrieb und die Theorie in der Berufsschule machen." In Marokko hat sie bereits Hotelfachfrau gelernt, aber das war eine rein schulische Ausbildung und nicht so gut, meint sie.

Gezielte Suche nach Auszubildenden in Marokko

In der Küche hilft Youssef Benaal bei der Vorbereitung des Mittagessens. Er lernt Koch, denn "Abschlüsse in Deutschland sind anerkannt in ganzer Welt." Insgesamt haben vergangenes Jahr aus Marokko zwei Restaurantfachfrauen, zwei Hotelfachleute und ein Koch ihre Ausbildung im Hotel Fürstenhof begonnen.

Der Unternehmer Axel Heck hat sie geholt, denn er hat den Fürstenhof bis vor drei Jahren saniert und umgebaut. Im vergangenem Sommer fuhr er mit anderen Unternehmern nach Marokko und besuchte eine Berufsschule, die auch die deutsche Sprache unterrichtet. Eine gezielte Suche nach Auszubildenden, so Unternehmer Axel Heck: "ich brauchte 30 Stellen, die aus der Region nicht zu besetzen waren. Da guckst du natürlich nach neuen Wegen."

Azubi Youssef Benaal während der Arbeit in der Küche des Hotel Fürstenhof in Nordhausen
Youssef Benaal macht im Hotel Fürstenhof eine Ausbildung zum Koch. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Langer Weg zur Aufenthaltsbestätigung

Axel Heck hat viele Gespräche geführt - und sich für die Fünf entschieden. Weil Marokko nicht in der EU ist, waren die nächsten Schritte für den Fürstenhof komplizierter: Zuerst haben die jungen Leute aus Marokko einen Ausbildungsvertrag unterschrieben.

Danach überprüfen Ausländerbehörde und Bundesarbeitsagentur, ob es in der Region Nordhausen auch andere Leute gibt, die diese Ausbildung machen wollen, erklärt Claudia Reich von der Heck Unternehmensgruppe: "nach der Prüfung haben sie in unserem Fall innerhalb von weniger Tagen entschieden: das dürft ihr machen, das ist ok." Die Fachkräftegewinnung in der Gastronomie sei wichtig.

Der geschäfstführer des Hotel Fürstenhof in Nordhausen, Axel Heck
Der Geschäftsführer des Hotel Fürstenhof in Nordhausen, Axel Heck Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mit diesem Dokument sind die zukünftigen Auszubildenden zur deutschen Botschaft in Marokko gegangen und haben ein Visum bekommen, um einzureisen. In Nordhausen hat dann die Ausländerbehörde eine Aufenthaltsbestätigung erteilt - mit dem Zweck, dass die jungen Leute aus Marokko im Hotel Fürstenhof ihre Ausbilidung absolvieren.

Für Unternehmer Axel Heck ist das ein gutes Modell, das durchaus Nachahmer finden könnte.

MDR

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 06. Februar 2022 | 19:00 Uhr

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