Oberdorla Traditionsverein vor dem Aus: Handballer stehen ohne Halle da

Anfang Februar spielte die VSG Oberdorla 1882 ihr letztes Heimspiel in der Mühlhäuser Sporthalle in der Damaschkestraße. Danach wurde die Halle vom Landratsamt gesperrt. Der Grund: Die Sporthalle ist stark sanierungsbedürftig und der Zustand schon länger unzumutbar. Am Samstag wurde die Halle von Mitgliedern des Vereins geräumt und das Hab und Gut zunächst im Feuerwehr-Depot eingelagert.

Männer beim Handballspielen
Die Spieler der VSG Oberdorla bei einem früheren Spiel. Bildrechte: Sebastian Fernschild

Das erste Heimspiel der Rückrunde war gespielt, danach begann für den Handballverein VSG Oberdorla 1882 eine schwierige Zeit. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN wurde die stark sanierungsbedürftige Sporthalle in der Mühlhäuser Damaschkestraße für immer geschlossen.

Die Halle wurde in den 1970er-Jahren erbaut. Bis 2014 wurde sie als Schulsporthalle genutzt und danach diente sie als Vereinssporthalle. Schon in den vergangenen Jahren begann die Fassade zu bröckeln. Das Regenwasser tropfte vom Dach des Gebäudes und das Bodenparkett warf Blasen. Nur notdürftig seien Reparaturen vorgenommen worden, wie der Vereinsvorsitzende Mike Schulz bedauert.

Sporthalle für immer geschlossen

Anfang dieses Jahres war dem Verein ein Nutzungsvertrag vom Landratsamt vorgelegt worden. Darin solle der Verein den Unstrut-Hainich-Kreis von gesetzlichen Haftungsansprüchen freistellen. "Wenn dann ein Unfall in der Halle geschehen wäre, müsste der Verein die gesamten Kosten tragen. Und das ist schlichtweg nicht tragbar", so Schulz.

Eine kaputte Stelle an der Wand der Turnhalle
Der schlechte Zustand der Halle war eine große Unfallgefahr. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach Vereinsangaben hat das Landratsamt des Unstrut-Hainich-Kreises die stark sanierungsbedürftige Halle am 9. Februar für immer gesperrt. Damit verliert der Verein sein einziges Trainings- und Wettkampfdomizil und muss die Halle bis Mitte März räumen.

Bis Mitte März muss alles raus

Wie es nach einem möglichen Abriss mit dem Grundstück weitergeht, dazu wollte sich das Landratsamt Unstrut Hainich-Kreis auf Anfrage von MDR THÜRINGEN nicht äußern. Etwa 30 Sponsoren-Plakate, die noch unbenutzte Küche im Verkaufsraum und Trainingsutensilien befinden sich in der Halle.

Eine leere Sporthalle, durch ein Tornetz fotografiert
Selbst beim Ausräumen durften nur wenige Leute die Halle betreten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Alles muss raus und wird zunächst im Depot der Feuerwehr Oberdorla gelagert - in der Hoffnung, die Gegenstände bald wieder in Betrieb nehmen zu können. "Es ist schade, dass plötzlich alles so schnell gehen musste. So konnten wir unsere neue Küche noch nicht einmal einweihen", sagt der Trainer der ersten Herrenmannschaft, Thomas Henne.

Suche nach Ausweich-Sporthalle schwierig

Die Suche nach einer alternativen Sportstätte mit ähnlichen Trainingszeiten gestaltet sich bisher schwierig. Der Spielbetrieb zur Rückrunde ist zunächst gesichert. Beim FC Union Mühlhausen konnte man zwei Abendzeiten pro Woche ergattern, um dort die Heimspiele durchzuführen.

Ein Mann mit dunkler Mütze vor einer besprühten Wand (Vereinsvorsitzender Mike Schulz)
Der Vereinsvorsitzende Mike Schulz macht sich große Sorgen um die Zukunft des Traditionsvereins. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auch in die ehemaligen Görmar-Kasserne könnte man ausweichen. "Doch das Spielfeld erfüllt hier nicht den Handball-Standard von 20 auf 40 Metern. Deshalb sollen vorerst nur unsere Kinder dort trainieren", sagt Mike Schulz. Die Befürchtung, dass keine Heimspiele mehr stattfinden könnten, ist nicht eingetreten.

Sponsoren-Verträge müssen neu verhandelt werden

Die Sponsoren-Plakate verweilen weiterhin im Feuerwehr-Depot. Und hier liegt das Problem: Ohne eigene Halle mit Sponsoren-Werbung würde es für den Verein schwierig, die Geldgeber zu halten. Der Verein könne nun nicht mehr an seinen vertraglichen Zusagen festhalten. Im nächsten Schritt müssten mehr als 35 Sponsoren-Verträge besprochen werden. Die VSG Oberdorla hofft auf Großzügigkeit ihrer Geldgeber. Ansonsten drohe der Handball-Abteilung das Aus.

Spielerkreis der Handballer des VSG 1882 e.V.
Eins steht für die Handballer in Oberdorla fest: Sie wollen auf jeden Fall zusammenhalten. Bildrechte: MDR/ VSG 1882 Oberdorla

Aktuell befinde man sich in Gesprächen mit der Gemeinde und diskutiere über ein neues Trainings- und Wettkampfdomizil für den Traditionsverein. Wie es dann weitergeht, stehe auch für die Vorsitzenden des Vereins noch nicht fest.

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Vorschaubild Dahms 11 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR (jw)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 26. Februar 2022 | 12:30 Uhr

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