Prozess Totschlag im Drogenwahn: Mann gesteht Angriff auf Großmutter

In einem Prozess am Landgericht Gera hat ein Mann gestanden, seine Großmutter im Drogenwahn in einem Waldstück bei Altenburg erschlagen zu haben. "Ich dachte, sie ist der Teufel", sagt er am Dienstag. Die Staatsanwaltschaft hält den 25-Jährigen wegen einer Psychose für schuldunfähig.

Justizzentrum Gera
Der Angeklagte gestand seine Tat am Dienstag vor dem Landgericht Gera. (Symbolfoto) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ein 25-Jähriger hat am Dienstag vor dem Landgericht Gera gestanden, seine Großmutter im Drogenwahn erschlagen zu haben. Die damals 81-Jährige sei zehn Tage später an den Folgen des Angriffs gestorben, hieß es in der Anklage der Staatsanwaltschaft. Der Mann habe seine Großmutter in einem Altenburger Waldstück geschlagen und ihr Gesicht mehrmals auf den Boden gedrückt.

Staatsanwaltschaft geht von Schuldunfähigkeit aus

"Ich habe die Oma körperlich massiv zugerichtet, das gebe ich zu", sagte der Enkel, der sich vor Gericht wegen Totschlags verantworten muss. Er habe an dem Tag im April dieses Jahres zunächst mit seiner Großmutter gefrühstückt, sagte er weiter. Danach sei er nach Hause gegangen und habe verschiedene Arten von Drogen konsumiert. Später habe er die Frau, mit der er ein gutes Verhältnis gehabt habe, zu einem Spaziergang gemeinsam mit ihm und seinem Mini-Chihuahua abgeholt.

Ich habe gedacht, sie ist der Teufel.

Angeklagter im Prozess vor dem Landgericht Gera

Im Wald hätten die Wahnvorstellungen begonnen. Er habe Hörner bei seiner Großmutter wachsen sehen. "Ich habe gedacht, sie ist der Teufel", sagte er. Daraufhin habe er sie angegriffen. Als er in einem klaren Moment zu sich gekommen sei, habe er den Notruf gewählt. Die Staatsanwaltschaft geht von Schuldunfähigkeit wegen einer durch Drogen verursachten Psychose aus. Für den Prozess sind sieben Verhandlungstage angesetzt.

Quelle: MDR THÜRINGEN (cfr)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 30. November 2021 | 17:30 Uhr

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