Elektro-Festival SonneMondSterne 2022: Die Party hat begonnen

Nach zwei Jahren Corona-Pause findet am Bleilochstausee in Thüringen wieder das SonneMondSterne statt. Rund 40.000 Besucher werden zu dem Open-Air-Festival für elektronische Tanzmusik in Saalburg erwartet. Auf den Zeltplätzen ist der Trubel schon vor Beginn des SMS groß.

Menschen halten Schilder
Auf den Campingplätzen ist die Stimmung bei Sonnenschein bereits ausgelassen. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

Zelt an Zelt, Auto an Auto. Die Wiesen rund um das Festivalgelände am Bleilochstausee sind einen Tag vor Festivalbeginn schon längst voll. Junge Menschen aus allen Teilen Deutschlands angereist. Im Gepäck haben sie Sofas, Stromaggregate und Musikanlagen. Der ein oder andere darf bei der Einfahrt nach Saalburg schon Mal auspacken: Die Polizei winkt zur Kontrolle raus.

Schilder an einem Zelt
Einzelne Festivalgäste haben sich scheinbar an der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur zu Dekozwecken bedient. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

Einen Tag vor einem der größten Open-Air-Festivals für elektronische Tanzmusik ist die Party auf den SMS-Zeltplätzen schon voll im Gange: Aus Lautsprechern dröhnt Musik, es wird getanzt und mit Luftmatratzen runter zum Stausee spaziert.

SonneMondSterne: 50 Musiker - 40.000 Elektro-Fans

Rund 40.000 Besucher erwartet SonneMondSterne-Veranstalter Enrico Tietze aus Jena. Von Freitagabend bis Sonntag treten etwa 50 Musiker auf. Das Festival ist ausverkauft, sagt Pressesprecher Philipp Helmers. "Wir freuen uns riesig, dass es wieder losgeht." Gut die Hälfte der Eintrittskarten seien bereits für das Festival vor zwei Jahren verkauft worden. Das konnte als Großveranstaltung wegen der Corona-Pandemie dann aber nicht stattfinden und wurde verschoben. Die Tickets blieben gültig.

Rund 1.000 Helfer haben in den vergangenen zwei Wochen das Festivalgelände mit mehreren Bühnen aufgebaut. Rund 300 ehrenamtliche Ersthelfer aus Ostthüringen sind im Einsatz. Schon seit Mittwoch wechseln sich die Ersthelfer in Tag- und Nachtschichten ab, sagt Einsatzleiter Hartmut Jacobi vom Deutschen Roten Kreuz im Saale-Orla-Kreis.

SMS: Das Medizinpersonal ist vorbereitet

Fünf Rettungswagen sind auf dem Festivalgelände stationiert. Die Ersthelfer können Notfälle in mehreren Zelten und einem klimatisierten Container versorgen. "In den vergangenen Jahren waren das vor allem Partygäste mit Kreislaufproblemen, Kopfschmerzen und Knochenbrüchen", sagt Hartmut Jacobi. "Im Schnitt rund 1.500 Einsätze, 42 davon im Zusammenhang mit Alkohol, aber nur 13 mit sonstigen Drogen."

Zelt
Schatten ist auf dem Festivalgelände begehrt. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

Einen der ersten Einsätze für die Rettungskräfte gab es dieses Jahr schon vor Festivalbeginn. Am Mittwochabend wurden zwei Besucher in ihrem Zelt verletzt, als laut Polizei eine Gaskartusche explodierte. Ein 26-Jähriger sei bei der Verpuffung so schwer verletzt worden, dass er mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden musste. Eine Besucherin, die laut Polizei mit im Zelt war, konnte nach kurzer medizinischer Hilfe im Rettungswagen wieder entlassen werden. Das Zelt wurde zerstört. Auch ein benachbartes Zelt sei beschädigt worden. Zu der Verpuffung kam es offenbar beim Wechsel der Gaskartusche. Die Polizei rät Besuchern, besonders sorgfältig damit umzugehen.

Kontrollen der Polizei in Uniform und Zivil

SonneMondSterne - verlief bisher immer friedlich. Die Polizei ist in Saalburg trotzdem mit Beamten aus ganz Thüringen da - in Uniform und in Zivil. Es gibt Personen- und Verkehrskontrollen. Für Festivalgäste wurde eine Polizeiwache eingerichtet.

Schild vor Zeltplatz
"Leise" ist an diesem Wochenende an der Bleilochtalsperre nur selten die Devise. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

Wiesen und Wälder trocken - hohes Brandrisiko

Veranstalter und Polizei - sie weisen diesen Sommer auch auf die erhöhte Brandgefahr hin. Denn Wiesen und Wälder sind auch am Stausee besonders trocken. Offene Feuerstellen sind laut Veranstalter verboten. Besucher werden gebeten, Zigaretten nicht achtlos wegzuwerfen.

Mensch hält Schild
Die kreativen Ideen für die Sanierung der privaten Festival-Kassen treiben Blüten. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

Das Forstamt hat inzwischen vorsorglich ein Betretungsverbot für die Wälder am Bleilochstausee ausgesprochen. Am Donnerstagabend hatte bei Raila, einem Ortsteil von Saalburg-Ebersdorf, nahe der A9 und gut sieben Kilometer vom Stausee entfernt, einen Feldbrand gegeben. Laut Polizei stand ein rund zwölf Hektar großes Stück Feld in Flammen. Nach etwa drei Stunden konnte die Feuerwehr den Brand löschen.

Menschen gehen an Autos vorbei
Einen Supermarkt gibt es in diesem Jahr nicht beim SMS. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

Müllpfand soll zum Aufräumen anhalten

Auf den Zeltplätzen vom SonneMondSterne ist derweil wieder das Müllmobil unterwegs. Um Besucher dazu zu bewegen, ihren Müll richtig zu entsorgen, gibt es für sie dieses Jahr zum ersten Mal einen Müllpfand. Außerdem tragbare Boxen, über die man Handys aufladen kann, Automaten zum Geldabheben und 46 Stände mit Getränken und Street Food. Was es dieses Jahr nicht gibt: einen Supermarkt. Der Grund laut Pressesprecher Philipp Helmers: Der bisherige Betreiber, die SB-Warenhandelskette Real, wurde zerschlagen. Einen anderen Partner habe das Festival nicht finden können. "Weil dort die Mitarbeiter fehlten, um den Betrieb beim SonneMondSterne zusätzlich zu übernehmen."

Festival Party.San startet in Obermehler Auf dem Flugplatz in Obermehler im Unstrut-Hainich-Kreis hat am Donnerstag das Metalfestival Party.San begonnen. Bis zum Sonntag werden rund 9.000 Besucher erwartet. Zuletzt fand das Festival 2019 statt. Das Flugplatzgelände wurde für die 26. Ausgabe extra in eine Kleinstadt mit Infrastruktur verwandelt. Insgesamt 56 Bands treten auf, mehr als zuvor. Zu den Höhepunkten an den drei Tagen gehören berühmte Top-Acts wie Mayhem, Cannibal Corpse und Dismember. Im Vorfeld des Festivals hatten die Organisatoren angesichts eines Brandes nahe des Festivalgeländes vor wenigen Tagen zu einem sehr vorsichtigen Umgang mit Feuer gemahnt.

Am vergangenen Wochenende haben Zehntausende Metalfans ausgelassen in Wacken gefeiert - nach dreijähriger Pause. Auch diverse Thüringer haben den Weg in die norddeutsche Provinz auf sich genommen.

Festival Impressionen vom Wacken Open Air 2022

Mehr als 80.000 Hardrock- und Metal-Fans haben mehrere Tage lang beim Wacken Open Air gefeiert - nach dreijähriger Corona-Pause. Mit dabei: Judas Priest, Kadavar, Mantar und Thundermother.

Ein Schlagzeuger auf einer Bühne.
Nach dreijähriger Corona-Pause reisten im August 2022 wieder 80.000 Musikfans und mehr als 150 Bands nach Wacken. Darunter die Berliner Gruppe Kadavar. Bildrechte: MDR/Martin Moll
Ein Schlagzeuger auf einer Bühne.
Nach dreijähriger Corona-Pause reisten im August 2022 wieder 80.000 Musikfans und mehr als 150 Bands nach Wacken. Darunter die Berliner Gruppe Kadavar. Bildrechte: MDR/Martin Moll
Musikfans beim Wacken Open Air in der ersten Reihe.
Das Festival ist beliebt bei Metalfans aus aller Welt. Viele nehmen lange Wege in Kauf, um dabei zu sein. Bildrechte: MDR/Martin Moll
Eine Bassistin hält ihr Instrument hoch.
Auch viele Musikerinnen traten auf den insgesamt sieben Bühnen auf - das war wenige Jahre zuvor noch anders. Im Bild: Mona Lindgren, Bassistin der schwedischen Band Thundermother. Bildrechte: MDR/Martin Moll
Ein Sänger bei einem Konzert.
Kölle Alaaf in Wacken: Der kuriose Auftritt der Höhner wurde heiß diskutiert, doch die Band um Sänger Henning Krautmacher begeisterte Tausende Besucher. Bildrechte: MDR/Martin Moll
Besucher sitzen beim Wacken Open Air auf einer großen Bank.
Zur Ruhe kommen ist schwer auf einem der weltweit größten Metalfestivals. Bildrechte: MDR/Martin Moll
Festivalbesucher spazieren durch die Gemeinde Wacken.
Ein Spaziergang durchs angrenzende Dorf Wacken gehört für viele Festivalbesucher mit dazu. Bildrechte: MDR/Martin Moll
Ein Sänger und ein Schlagzeuger bei einem Konzert.
Seit Jahrzehnten beliebt: Judas Priest um Sänger Rob Halford. Bildrechte: MDR/Martin Moll
Ein Schlagzeuger bei einem Konzert.
Radau bis nach Mitternacht: Mantar aus Bremen und Florida stehen bei vielen Punk- und Metalfans hoch im Kurs. Bildrechte: MDR/Martin Moll
Ein Sänger und ein Gitarrist bei einem Konzert.
Aus Japan nach Wacken: Sable Hills entschieden den diesjährigen "Metal Battle" für sich. Bildrechte: MDR/Martin Moll
Musikfans beim Wacken Open Air.
Der Vorverkauf für 2023 begann einen Tag nach dem Festival. Wenige Stunden später hieß es: "ausverkauft". Bildrechte: MDR/Martin Moll
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Dieses Thema im Programm: Das Erste | Brisant | 05. Juli 2022 | 17:15 Uhr

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MDR (ls)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 12. August 2022 | 19:00 Uhr

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