Rudolstadt-Festival Auftritt von Pussy Riot: Bürgermeister Reichl weist Kritik von AfD zurück

Die Freiheit der Kunst sei für ihn nicht diskutierbar: Mit deutlichen Worten hat Jörg Reichl die Kritik der AfD im Stadtrat zum geplanten Konzert der russischen Band Pussy Riot zurückgewiesen. Das Festival sei nie unpolitisch gewesen und habe immer eine Haltung zum Frieden gezeigt.

Die russische Protestband Pussy Riot
Das Konzert der Band Pussy Riot sei eine Entscheidung der Organisatoren des Rudolstadt-Festivals gewesen. Zuvor hatte eine brasilianische Band abgesagt. Bildrechte: MDR/ IMAGO / Eibner Europa

Der Bürgermeister von Rudolstadt hat die Kritik der AfD-Stadtratsfraktion am geplanten Konzert von Pussy Riot beim Rudolstadt-Festival zurückgewiesen. Jörg Reichl (Bürger für Rudolstadt) sagte, die Freiheit der Kunst sei für ihn nicht diskutierbar. "Ob mir die Kunst persönlich gefällt oder nicht", so Reichl wörtlich, "Das Rudolstadt-Festival ist nie unpolitisch gewesen. Das Festival hat immer eine Haltung zum Frieden, zur Einhaltung der Menschenrechte und ganz besonders zur Freiheit der Kunst." Das habe auch die Auswahl der Länderschwerpunkte über die Jahre gezeigt.

Stichwort: Pussy Riot Pussy Riot ist der Name einer russischen Punkband, der etwa zehn Frauen angehören. Marija Aljochina und Nadeschda Tolikonnikowa gelten als die bekanntesten Bandmitglieder.

Ein als "Punk-Gebet" bezeichneter unerlaubter Auftritt in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale machte die Band 2012 weltweit bekannt.

Aljochina, Tolikonnikowa und Jekaterina Samuzewitsch wurden anschließend zu Haftstrafen verurteilt.

Reichl reagierte damit auf einen Facebook-Post der AfD-Fraktion im Rudolstädter Stadtrat. Darin hatten die Rechtspopulisten behauptet, der Bürgermeister habe die russische Band Pussy Riot kurzfristig zum Rudolstadt Festival eingeladen. Das sei - Zitat - instinktlos und geschmacklos. Die Musik der Band sei für Russen "vulgär, religions- und vaterlandsverachtend". Sie werde der "ehrwürdigen Kultur- und ehemaligen Residenzstadt in keiner Weise gerecht". Das Rudolstadt-Festival solle nicht politisch instrumentalisiert werden, so die AfD.

Jörg Reichl, Bürgermeister von Rudolstadt
Jörg Reichl, Bürgermeister von Rudolstadt Bildrechte: MDR THÜRINGEN JOURNAL

Mir zeigt diese Äußerung der AfD-Fraktion, dass gerade diese Fraktion das Recht hat, ihre Meinung zu äußern, aber nicht akzeptiert, dass andere das auch dürfen. Ob ich und die Macher des Festivals instinkt- und geschmacklos sind, entscheidet bei unserem Festival wie immer das Publikum und nicht die Fraktion der AfD im Rudolstädter Rathaus.

Jörg Reichl (BfR), Bürgermeister von Rudolstadt

Laut dem Veranstaltungsbüro des Rudolstadt-Festivals war die Entscheidung für den Auftritt der Band Pussy Riot eine Team-Entscheidung. Die Band tritt am 10. Juli zum Abschluss des Festivals auf. Zuvor sollte an dieser Stelle eigentlich eine Band aus Brasilien auftreten. Diese habe aber kurzfristig abgesagt.

Dauerkarten für Rudolstadt-Festival eigentlich ausverkauft

Das Rudolstadt-Festival findet vom 7. bis 10. Juli nach zwei Jahren Corona-Pause wieder statt. Laut Veranstalter war das Kontingent der 15.000 Dauerkarten bereits Ende Mai ausverkauft. Es gebe jedoch Gespräche mit dem Gesundheitsamt, ob am 1. Juni weitere Tickets in den Verkauf gegeben werden können. Tickets für den Besuch des Festivalbereichs in der Innenstadt sind an der Tageskasse erhältlich.

Innenstadt beim Rudolstadt Festival
Die 15.000 Dauerkarten für das Festival sind ausverkauft. Bildrechte: imago images/VIADATA
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Do 05.11.2020 09:00Uhr 02:31 min

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MDR (jml)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 31. Mai 2022 | 09:30 Uhr

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