Steigende Energiekosten Verbraucherzentrale Thüringen warnt vor unüberlegtem Anbieter-Wechsel

Wegen der gestiegenen Weltmarktpreise müssen Kunden in Thüringen für Strom und Gas bald voraussichtlich deutlich tiefer in die Tasche greifen. Die Thüringer Verbraucherzentrale warnt diesbezüglich vor einem unüberlegten Wechsel des Energieanbieters.

Ein Mann dreht in einer Wohnung am Thermostat einer Heizung.
Die Heizkosten werden in Thüringen aller Voraussicht nach deutlich steigen. Die Verbraucherzentrale warnt jedoch vor einem zu schnellen Wechsel des Anbieters. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Die Thüringer Verbraucherzentrale warnt angesichts steigender Energiepreise vor einem unüberlegten Wechsel des Energieanbieters. Vereinsgeschäftsführer Ralph Walther sagte MDR THÜRINGEN, Verbraucherinnen und Verbraucher sollten jetzt nicht vorschnell handeln und bei der Suche nach einem neuen Anbieter vorsichtig sein.

Strom und Gas seien gerade gefragt und deshalb überall teuer. Bei einem Wechsel müsse bedacht werden, dass viele Billig-Anbieter keine Langzeitverträge mit dem Großhandel geschlossen hätten und damit den Preisanstieg nicht abfangen könnten, so Walther.

Er rate zum Energiesparen zum Beispiel beim Heizen, solange die Politik keine kurzfristigen Erleichterungen schaffe. So verringere beispielsweise jedes gesenkte Grad der Raumtemperatur den Energieverbrauch um etwa sechs Prozent.

Thüringen: Strom und Gas wird voraussichtlich teurer

Wegen der gestiegenen Weltmarktpreise müssen voraussichtlich auch Kunden in Thüringen für Strom und Gas bald deutlich tiefer in die Tasche greifen. Laut Verbraucherzentrale Thüringen hat sich zum Beispiel der Preis für Erdgas in den letzten Monaten fast vervierfacht.

Wann und in welcher Höhe die Preise steigen, ist jedoch noch unklar, wie eine Umfrage von MDR THÜRINGEN bei Versorgern in Thüringen ergab. Die meisten Anbieter halten sich noch bedeckt und wollen abwarten, ob die Preise dauerhaft oben bleiben.

Stadtwerke in Jena und Erfurt warten noch ab

So warten beispielsweise die Stadtwerke Jena-Pößneck die aktuelle Entwicklung ab, wie ein Unternehmenssprecher sagte. Auch die Stadtwerke in Erfurt können nach eigenen Angaben frühestens im November eine Aussage zu den Preisen treffen. Bis dahin würden die Parameter beobachtet, teilte SWE-Sprecher Henry Köhlert mit.

Sechs-Wochen-Frist für Kunden

Die Kunden der Thüringer Energie AG müssen sich bereits bis zum Ende des Jahres auf Post mit höheren Energie-Preisen einstellen. Unklar sei nur, wie hoch das Plus ausfalle, teilte ein Sprecher mit. Zwar kaufe das Unternehmen langfristig ein. Doch an höheren Preise komme man nicht vorbei. Wenn der Brief in den nächsten Wochen im Briefkasten liegt, haben die Kunden sechs Wochen Zeit, sich auf die höheren Preise einzustellen. Eine solche Frist ist vorgegeben.

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Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 15. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

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