Religion Nach Auftritt auf Corona-Demo: Thüringer Pfarrer verliert innerkirchliches Amt

Nach einem Auftritt bei einer Corona-Demo in Sonneberg ist Pfarrer Martin Michaelis als Vorsitzender der Pfarrergesamtvertretung abgewählt worden. Auch sein Amt als Vorsitzender des Thüringer Pfarrvereins ist in Gefahr.

Menschen mit Kerzen stehen vor einer Kapelle
Pfarrer Martin Michaelis wird für seine Predigt bei einem Corona-Protestzug in Sonneberg kritisiert. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Nach seinem umstrittenen Auftritt bei einer Corona-Demonstration in Sonneberg hat der Thüringer Pfarrer Martin Michaelis ein innerkirchliches Amt verloren. Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) hat ihn als Vorsitzenden der Pfarrergesamtvertretung abgesetzt. Das berichtet die evangelische Kirchenzeitung "Glaube und Heimat".

Weiterhin Vorsitzender des Thüringer Pfarrvereins

Die VELKD ist ein in Eisenach gegründeter Zusammenschluss von sieben lutherischen Landeskirchen. Unabhängig von dieser Absetzung ist Martin Michaelis weiterhin Vorsitzender des Thüringer Pfarrvereins, der rund 600 Pfarrerinnen und Pfarrer vertritt. Diese Berufsvertretung hat jedoch nach Informationen von MDR THÜRINGEN für Mitte April zu einer außerplanmäßigen Mitgliederversammlung eingeladen. Es ist zu erwarten, dass dabei der Vorstand neu gewählt wird.

Kritik nach Ansprache auf Corona-Protestzug

Die Ansprache von Michalis am 5. Dezember 2021 bei einem Corona-Protestzug in Sonneberg hat zu erheblichen Spannungen in der Berufsvertretung geführt. Die Vorstandsmitglieder hatten sich mehrheitlich öffentlich von ihrem Vorsitzenden distanziert. Auch die Evangelische Kirche Mitteldeutschlands (EKM) hatte scharfe Kritik geäußert.

Gerade mit Blick auf die hohe Corona-Inzidenz, hätten Michaelis und die Veranstalter die Teilnehmer in Lebensgefahr gebracht, hieß es damals. Bischof Friedrich Kramer sah den Auftritt in krassem Widerspruch zum Beschluss der Landessynode "Impfen ist Nächstenliebe". In Sonneberg war ein Demonstrationszug mit rund 1.000 Menschen, die überwiegend keine Schutzmasken trugen, zur Grenzkapelle gelaufen. Angemeldet war dagegen eine Standkundgebung mit maximal 35 Menschen, alles darüber hinaus gehende war nach Infektionsschutzverordnung unzulässig.

MDR (nis)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 23. Dezember 2021 | 05:00 Uhr

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