Spenden für Inhaftierte Nach Razzia gegen Rechtsextremisten: Neonazi-Benefiz-Konzert in Eisenach

In Eisenach ist ein Rechtsrock-Konzert veranstaltet worden, bei dem offenbar Spenden für inhaftierte Neonazis gesammelt wurden. Auch ein mutmaßlicher Unterstützer des rechtsextremen NSU soll zugegen gewesen sein.

Polizisten und ein Polizeiauto vor einem Haus.
Im "Flieder Volkshaus" in Eisenach soll ein Rechtsrock-Konzert stattgefunden haben. (Archiv) Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

Nur wenige Wochen nach einer groß angelegten Razzia gibt es bei der rechtsextremen Szene in Eisenach offenbar weitere Aktivitäten. Erst am Wochenende wurde im "Flieder Volkshaus" ein Konzert veranstaltet, bei dem der Frontmann der 2003 verbotenen Band "Landser" auftrat.

Nach Angaben der Linke-Landtagsabgeordneten Katharina König-Preuss sollen bei dem Konzert auch Spenden für die bei der Razzia verhafteten Rechtsextremisten gesammelt worden sein. König-Preuss beobachtet als Landtagsabgeordnete seit Jahren die rechtsextreme Szene im Freistaat.

NPD-Mann organisierte Rechtsrock-Konzert in Eisenach

Organisiert hatte das Konzert der NPD-Mann Patrick Wieschke. Er zählt zu den aktivsten Neonazis in Deutschland. Seine Wohnung und die Zentrale der Landespartei im "Flieder Volkshaus" waren ebenfalls bei der Razzia Anfang April durchsucht worden. Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt waren in elf Bundesländern gegen mutmaßliche Rechtsextremisten vorgegangen.

Im Zentrum der Razzia stand die rechtsextremistische Kampfsportgruppe "Knockout 51" in Eisenach. Drei Beschuldigte wurden nach Angaben der Bundesanwaltschaft in Eisenach festgenommen, ein vierter im hessischen Rotenburg an der Fulda. Sie sitzen seitdem in Untersuchungshaft.

NSU-Unterstützer nahm an Konzert teil

Auch ein mutmaßlicher Unterstützer des rechtsextremen NSU soll beim Konzert teilgenommen haben. André K. aus dem Raum Jena war viele Jahre kaum in Erscheinung getreten. Er gehörte damals zum engsten Umfeld der NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos sowie dem verurteilten Waffenbeschaffer des NSU, Ralf Wohlleben.

Ein Gesicht ist verpixelt - Der Zeuge Andre K. geht in den Gerichtssaal des Oberlandesgerichts in München.
Der Thüringer Rechtsextremist André K. beim NSU-Prozess in München. Er soll am Rechtsrock-Konzert in Eisenach teigenommen haben. Bildrechte: dpa

König-Preuss warnte erneut vor der hohen Vernetzung der rechtsextremen Szene und die große Bedeutung der Konzerte für die Neonazis. Die Sicherheits- und Finanzbehörden müssten konsequenter gegen das "braune" Konzertgeschäft vorgehen, so König-Preuss.

MDR (ahem/fno)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 12. Mai 2022 | 15:30 Uhr

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