Ausgrabung 400 neue Fossilfunde vom Bromacker geborgen

Fossile Tausendfüßer und Spuren von Ursauriern sind auf dem Bromacker entdeckt worden. Sie zählen zu den rund 400 neuen Funden, die Forscher während der einmonatigen Ausgrabungsarbeiten in der Fossillagerstätte im Thüringer Wald bergen konnten.

Bei der diesjährigen Ausgrabung an der weltweit bedeutsamen Fossillagerstätte Bromacker im Thüringer Wald haben Forscher rund 400 Funde geborgen. Darunter waren ein Skelett in einem fossilen Grabgang, sehr gut erhaltene, große Tausendfüßer oder Schwimmspuren von Ursauriern. Am Ende der einmonatigen Grabungen kamen 180 Kisten zusammen, wie die Stiftung Schloss Friedenstein am Donnerstag mitteilte.

Mann arbeitet bei einer Ausgrabung
Die Sommergrabung auf dem Bromacker dauerte vier Wochen. Bildrechte: Alice End

290 Millionen Jahre alte Fundstücke

Die Fundstücke stammen demnach aus dem Ökosystem vor 290 Millionen Jahren. Die Vielfalt und Qualität der Fossilfunde hätten im Vergleich zum Vorjahr noch einmal deutlich zugenommen. "Die Bromacker-Fundstelle ist ein einzigartiger Schatz der Menschheit mit Millionen Jahre alten, frühen Landwirbeltieren", sagte Johannes Vogel, Generaldirektor am Museum für Naturkunde Berlin.

In den vergangenen vier Wochen hatten rund 40 Wissenschaftler und Studierende an der Fundstelle zwischen Tambach-Dietharz und Georgenthal im Kreis Gotha rund 60 Kubikmeter Erde und Gestein bewegt.

In diesem Jahr wurden den Angaben zufolge besonders Funde von Gliederfüßern gemacht. Außerdem habe das Team zahlreiche neue Abdrücke von Insektenflügeln entdeckt.

Menschen bei einer Grabung 2 min
Bildrechte: Alice End
2 min

An der Fossilienfundstätte "Bromacker" bei Tambach-Dietharz wird wieder nach Überresten aus dem Perm gegraben. Bekannt ist die Saurier-Fundsteller wegen des sogenannten Tambacher Liebespaars.

MDR THÜRINGEN - Das Radio Mo 25.07.2022 18:15Uhr 01:37 min

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Kooperationsprojekt bis 2025

Die Grabungen am Bromacker sind Teil eines interdisziplinären Forschungsprojektes, das bis 2025 läuft und die frühe Evolution der Landwirbeltiere untersucht.

Lucille Rose und Lorenzo Marchetti vom Museum für Naturkunde Berlin, untersuchen den Schluffstein an der Fossillagerstätte Bromacker im Thüringer Wald.
Zu dem 40-köpfigen Forscherteam gehörten auch Lucille Rose und Lorenzo Marchetti vom Museum für Naturkunde Berlin. Bildrechte: dpa

Dafür arbeiten das Museum für Naturkunde Berlin - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung, die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, die Friedrich-Schiller-Universität in Jena und der Unesco Global Geopark Thüringen Inselsberg-Drei Gleichen zusammen. Der Bromacker gilt als eine weltweit bedeutsame Fossillagerstätte.

MDR (dpa/fra)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 18. August 2022 | 19:00 Uhr

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