Interview Streit geht weiter: Ramelow weist CDU-Vorschlag zur Windkraft zurück

Die Debatte um den Ausbau der Windkraft in Thüringen geht weiter: Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat den Vorstoß der CDU zum Ausbau entlang der Autobahnen im Land zurückgewiesen. Ramelow sagte im Podcast zur MDR-Sendung "Fakt ist!" aus Erfurt, das sei derzeit gar nicht möglich. Gleichzeitig unterbreitete Ramelow einen Alternativvorschlag. Die CDU dagegen hält an den "Energie-Autobahnen" fest.

Bodo Ramelow im Interview mit Lars Sänger im Studio von MDR THÜRINGEN
Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) verwies im MDR-Interview die CDU-auf das von der Vorgängerregierung geschaffene Planungsrecht. Bildrechte: MDR/Michael Frömmert

Der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow hat den Vorstoß der CDU zum Ausbau der Windkraft entlang der Autobahnen im Land zurückgewiesen. Ramelow sagte im Podcast zur MDR-Sendung "Fakt ist!" aus Erfurt, das sei derzeit gar nicht möglich. Grund sei das geltende Planungsrecht, das die CDU in ihrer Regierungszeit geschaffen hat.

Am Donnerstag hatte die CDU-Fraktion im Thüringer Landtag vorgeschlagen, Windräder entlang der Autobahnen und Bahnstrecken im Land zu bauen. Damit solle einerseits mehr grüner Strom erzeugt, und gleichzeitig der Streit um Standorte für Windräder gelöst werden.

Doch so einfach gehe das nicht, widersprach Ramelow im Gespräch mit Moderator Lars Sänger. Nach seinen Angaben hatte die CDU-geführte Vorgängerregierung entschieden, dass Windräder nicht direkt an Straßen gebaut werden dürfen, sondern, dass Abstand gehalten werden muss. Stattdessen macht der Regierungschef einen anderen Vorschlag.

Eine vertikale Kleinwindkraftanlage auf einem Dach
Vertikale Windkraftanlagen sind zwar nicht so effizient wie normale Räder - liefern dafür aber unabhängiger von der Windrichtung Energie. (Symbolbild) Bildrechte: imago/Jochen Tack

Alternativvorschlag: Vertikale Windkraftanlagen

Er will den Bau von vertikalen Windkraftanlagen prüfen lassen. Diese sind nur etwa zehn Meter hoch und die Rotoren drehen sich um eine senkrechte Achse. Diese kompakteren Anlagen erzeugen zwar nicht so viel Strom wie herkömmliche Windräder.

Sie könnten allerdings auf dem Mittelstreifen von Autobahnen gebaut werden, hofft Ramelow. Gleichzeitig würden sie damit zwischen den schon vorhandenen Lärmschutzwänden stehen und die Anwohner würden besser vor Lärm geschützt.

CDU: Energiesicherheit braucht schnelle Umsetzung

CDU-Fraktionschef Mario Voigt sagte dem MDR, er werde dafür kämpfen, dass der Vorschlag der Energie-Autobahnen umgesetzt werde. Falls es dafür noch Hürden etwa im Planungsrecht gebe, könnten diese sofort aus dem Weg geräumt werden. Es sei besser, Windräder entlang der Autobahnen zu bauen, als bei den Menschen vor Ort. Auch der Vorschlag, vertikale Rotoren zu bauen, sei schon Bestandteil des CDU-Energieplans, so Voigt weiter. Wichtig für die Energiesicherheit sei es, die Vorschläge schnell umzusetzen.

Am Montagabend ist der Streit um die Windkraft Thema bei "Fakt ist! aus Erfurt" - Live ab 22:10 Uhr im Fernsehen oder im Stream ab 20 Uhr.

MDR (dst)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | Fakt ist! aus Erfurt | 27. Juni 2022 | 22:10 Uhr

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