Service | 15.09.2021 | ab 11 Uhr Demenz: Mit Unterstützung gelingt der Alltag besser

Menschen mit Demenz werden häufig nur als Kranke gesehen. Doch auch sie wollen aktiv am Leben teilnehmen. Wie das gelingen kann und welche Möglichkeiten der Unterstützung es gibt - darüber sprechen wir in der Servicestunde von MDR THÜRINGEN am Mittwoch mit Professor Karl-Jürgen Bär, Gerontopsychiatrie-Experte von der Universität Jena.

Altenpfleger bei der Arbeit mit Patient in häuslichen Umfeld
Langsam sprechen, mit einfachen Worten und Blickkontakt - so klappt das Gespräch mit Demenzpatienten. Bildrechte: IMAGO / photothek

In Deutschland gelten etwa 1,6 Millionen Menschen als demenzkrank. Ungefähr zwei Drittel davon haben Alzheimer, die häufigste Form der Demenz. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung rechnen Experten bis zum Jahr 2050 mit rund 2,8 Millionen Betroffenen, sofern kein Durchbruch in der Therapie gelingt. Die Erkrankung des Gehirns führt zum Verlust von geistigen Funktionen wie Denken, Sprache, Urteilsfähigkeit und Orientierung sowie zum Absterben oder einer starken Schädigung von Gehirnzellen.

Trotz Demenz noch mitten im Leben

Wird die Diagnose Demenz gestellt, sehen wir manchmal statt des Menschen nur noch die Krankheit. Doch Menschen mit Demenz verfügen über Fähigkeiten, wollen selbstbestimmt leben, wollen mit einbezogen werden, wollen sich aktiv einbringen. Damit Menschen mit Demenz teilhaben können, müssen Freunde, Angehörige und Nachbarn ihr Verhalten darauf einstellen: Langsamer reden, den Blickkontakt suchen, einfache Worte wählen, geduldig sein. Und es heißt aufmerksam sein, ob jemand im Supermarkt, im Bus, auf der Straße oder anderswo unsere Unterstützung benötigt.

Demezkranke behutsam unterstützen

Wenn Angehörige oder Freunde feststellen, dass sich jemand verändert, Verabredungen vergisst, anderen Familienmitgliedern oder Bekannten plötzlich unberechtigte Vorwürfe macht oder sich aus Hobbys und Aktivitäten zurückzieht, dann sollten auch sie genau hinsehen, behutsam mit den Betroffenen darüber reden und eine ärztliche Untersuchung anregen.

Ein kleines Mädchen flüstert der Oma etwas ins Ohr. 14 min
Bildrechte: Colourbox.de

MDR THÜRINGEN - Das Radio Mi 15.09.2021 11:05Uhr 14:11 min

https://www.mdr.de/mdr-thueringen/service/audio-alzheimer-demenz-100.html

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Es gibt viele Formen der Unterstützung und Entlastung - sie helfen Menschen, so lange wie möglich gut mit einer Demenzerkrankung zu leben und am Alltag teilhaben zu können.

Auf einem Glaskeramikkochfeld steht ein Topf mit Suppe und daneben ein hangeschriebenes Schild mti der Aufschrift "Ausschalten"
Kleine Erinnerungen im Alltag können Menschen mit Demenz zumindest am Beginn ihrer Erkrankung helfen. Bildrechte: colourbox

Genaue Diagnostik ist wichtig

Vergesslichkeit ist allerdings nicht immer ein Hinweis auf eine Demenzerkrankung. So hat jeder Siebte mit Gedächtnisstörungen eine andere körperliche Erkrankung, die die Merkfähigkeit stört, zum Beispiel eine nicht richtig behandelte Schilddrüsenerkrankung. Deshalb sollte immer und zügig eine medizinische Diagnose gestellt werden.

Infos zum Experten Prof. Dr. Karl-Jürgen Bär leitet die Kliniken für Psychosomatik und Psychotherapie, Gerontopsychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Jena

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Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 15. September 2021 | 11:05 Uhr

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